Dieser Band umfasst acht Aufsätze und die Rede, die der berühmte Forscher 1969 in Frankfurt hielt, als ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels übergeben wurde. In allen diesen Arbeiten geht Mitscherlich das Thema der menschlichen Aggressivität von der Welt- und Alltagssituation her an, in der wir heute leben.
Mitscherlich leistet nicht nur eine ausgezeichnete, in ihrer Knappheit überzeugende Analyse von Libido und Destrudo, sondern erläutert, wie deren Mischungen zu Gutem und Schlechtem führen. Der permanente Lustverzicht im Kapitalismus ist wohl der schwerste Grund für den Aggressionsüberschuss der Gesellschaften der Erde, historisch ganz besonders der deutschen.
Ein Buch, das mit seinem überzeugten Freudianismus etwas aus der Zeit gefallen wirkt. Interessante Thesen, aber irgendwie schon auch etwas steil, z.B. Kriege auf den Todestrieb/Destrudo zurückzuführen. Wirklich überzeugend finde ich das Ganze nicht, und ich hatte auch nicht den Eindruck, dass schlüssig umsetzbare Hypothesen zur Verbesserung dargelegt werden.