Brasilien, 1889. Die 15-jährige Isabel de Oliveira, Tochter eines verarmten Kaffeeplantagenbesitzers, soll mit dem mächtigen Dom Fernando verheiratet werden – der einfach nur abscheulich ist! Isabel flieht nach Rio de Janeiro, doch sie hat es sich einfacher vorgestellt, sich dort durchzuschlagen. Der 17-jährige Luiz erweist sich als Retter in der Not und gewährt ihr Unterschlupf. Allerdings verfolgt er seine eigenen Pläne, er kämpft gegen skrupellose Sklavenhändler – wie Dom Fernando. Hat die aufkeimende Liebe zwischen Isabel und Luiz unter diesen Umständen eine Chance?
- 4,5 Sterne - Es ist eine ganze Weile her, seitdem ich dieses Buch vollständig gelesen habe. Aber seitdem habe ich immer mal wieder reingeschaut, weil ich es doch so sehr genossen habe.
Damals hat es mich in eine andere Welt versetzt und am liebsten mochte ich die Einblicke in das Leben der Armen. Der leicht historische Einblick hat mir dabei auch gefallen.
Zuletzt muss man natürlich auch die Romanze mit Lu erwähnen, vielleicht sogar mein Lieblingsaspekt. Ich mochte beide sehr gerne, wobei ich das schnelle “Ich liebe ihn” nicht ganz nachvollziehen konnte. Es kam sehr plötzlich und wirkte eher naiv. Aber das kann ich angesichts des Alters der beiden (15 und 17) verzeihen. Unrealistisch fand ich jedoch, dass nach einem Streit, in dem wirklich schlimme Worte gefallen sind (), ohne weitere Entschuldigung sich einfach vergeben wurde. Immerhin wird die Kussszene wahrscheinlich einer meiner liebsten Kuss Momente in einem Buch in Erinnerung bleiben.
Alles in einem hatte ich bis auf ein Paar Einwände das Buch sehr genossen.
30 Tage lang lässt uns die 15-jährige Isabel de Olivera an ihrem Leben teilhaben, 30 Tage, die ihre Welt, ihr Denken über den Haufen werfen und nachhaltig verändern.
Wir steigen am 11. Februar 1888 in die Geschichte ein, Karnevalssamstag in Rio de Janeiro. Doch Isabel ist nicht zum Lachen und Feiern zu Mute. Sie versteckt sich in einer dunklen und stickigen Kammer und bangt um ihr Leben. Danach schwenkt die Kamera 29 Tage zurück und wir erfahren nach und nach, wie Isabel in diese heikle Lage kam. Dieser geschickte Aufhänger macht sofort neugierig und man möchte unbedingt wissen, wie es dazu kam, denn sie kennt sich eigentlich besser mit Mode und tadellosem Benehmen aus als mit dem wahren Leben.
Nach ihrer Flucht von der elterlichen Kaffeeplantage landet sie auf dem harten Boden der Realität und macht eine enorme Entwicklung durch. Das weltfremde, wohlbehütete Mädchen macht die Bekanntschaft mit dem anderen Ende der Gesellschaft, erlebt hautnah, was Sklaverei bedeutet und lernt, sich zu behaupten. In Rio de Janerio trifft sie auf den geheimnisvollen Lu, der ihr zwar immer mal wieder aus der Klemme hilft, aber genau so häufig wieder spurlos untertaucht.
Ana Veloso schreibt angenehm flüssig und authentisch. Durch die ich-Perspektive bekommt man das Gefühl, das Tagebuch von Isabel zu lesen. Sie stellt die Personen vor, plaudert von Schwärmereien, stellt jedoch immer mehr auch tiefgreifendere Überlegungen an. Wem kann sie vertrauen? Was erwartet sie vom Leben? Als Leser erlebt man dies alles hautnah mit und so kann man sich sehr gut in die Protagonistin einfühlen.
Fazit: "Januarfluss" ist mehr als ein Jugendbuch. Es ist eine erfundene Geschichte vor dem brutalen Hintergrund der Sklaverei, eine Liebesgeschichte, die ohne Kitsch auskommt, Spannung, die unter die Haut geht. Ein Buch, das man nicht mehr so schnell aus der Hand legt.
Ich habe das Buch gelesen, weil sich die Geschichte ganz spannend angehört hat. Wirklich spannend, war es jedoch nicht. Man hätte aus der Geschichte mehr machen können. Aufhänger der Geschichte ist eine null-acht-fünfzehn Idee: Mädchen aus Wohlhabendem Hause muss irgendeinen Typen heiraten, den sie nicht liebt. Das Mädchen läuft daraufhin weg. An sich muss das noch lange nicht heißen, dass der Rest vom Buch deshalb schlecht ist, was er auch nicht war. Insgesamt war es einfach sehr vorhersehbar und ziemlich oft langweilig. Die Beschreibungen einzelner Orte oder Situationen waren zu lang, dadurch wurde das Buch ziemlich langweilig. Trotzdem spielt es in einer interessanten Zeit und an einem Ort, an dem nicht viele Bücher spielen. Deshalb bekommt das Buch von mir einen dritten Stern. Insgesamt ist es ganz nett zu lesen, ich werde es aber ganz bestimmt nicht noch einmal lesen.