"Elternabend oder Darmspiegelung? Vor die Wahl gestellt, würde ich lieber zum Arzt gehen!" Benni-Mama weiß, wovon sie spricht: Intrigen und Korruption, Mobbing und Machtspiele kommen nicht nur unter Managern vor. Wo Jungs- und Mädchenmütter, Erzieher der alten Schule und Kuschelpädagogen, Kümmermamas und Karrieredaddys sich auf kleinen Stühlen zum Elternabend treffen, um einen Laternenumzug zu organisieren oder den Speiseplan zu erötern, fliegen die Fetzen. Benni-Mama packt aus.
Zitat: „Der Kindergartenkosmos ist östrogendurchflutet, so weiblich dominiert, dass Männer ohnehin nicht ins Bild passen. Da können die Damen noch so sehr nach den neuen Vätern schreien und die Wichtigkeit ihrer beruflichen Karriere besingen - wenn es darum geht, wer den besten Käsekuchen backt und den tollsten Kindergeburtstag ausrichtet, legen sie einen Ehrgeiz an den Tag, der ihnen im Job oft völlig abgeht.“ (S. 42)
Inhalt: Benni-Mama hat keinen Namen mehr, keine Identität, seit der kleine Ben in ihr Leben getreten ist. Aber gibt es tatsächlich Schlimmeres als eine Geburt? Und ob: die Suche nach einem KiTa-Platz zum Beispiel. Doch damit fängt der Stress eigentlich erst an....
Meinung: Eigentlich hatte ich mich davor drücken wollen, dieses Buch zu rezensieren. Ich hatte zu viele böse Gedanken im Hinterkopf, an wen mich allein schon die Personenbeschreibungen auf der Coverinnenseite erinnern könnten und wollte niemandem unbewusst zu nahe treten.
Tatsache ist aber, dass dieses Buch mehr ist als nur eine Übertreibung, eine Parodie auf den Alltag als Mutter. Aber lest selbst:
Nach einem kurzen, wenn auch übertrieben dargestellten, Elternabend wurde ich mit der überzogenen, aber dennoch schockierenden Realität konfrontiert: Wenn du ein Kind hast, gibt es dich nicht mehr. Nicht nur, dass sich kein fremdes männliches Exemplar vor lauter übrig gebliebener Schwangerschaftskilos und den Zeugen schlafloser Nächte, auch Tränensäcke genannt, mehr traut, dir auf offener Straße hinterherzuschauen... Nein, du als Person existierst nicht mehr. Erst redest du selbst in dritter Person von dir ("Mama hat dich lieb."), dann nennt dich auch der Rest der Familie, inkl. Ehemann nur noch „Mama“. In letzter Stufe übernehmen auch völlig fremde Menschen auf der Straße diesen Namen. Menschen, die nur den Mini-Menschen im Kinderwagen ansprechen, aber die Antwort von dir erwarten.
Welche Mama kennt das nicht. Die Vorstellung einer völlig entspannten Mutter, die im Café sitzt und mit Säugling und Freundinnen ihre Tage ansprechend und niveauvoll gestaltet… WUNSCHTRÄUME!
Das musste auch die Ich-erzählende Autorin Benni-Mama schon sehr früh lernen. Der wirkliche Albtraum für sie begann aber mit der Suche nach einem Kinderbetreuungsplatz, um sich selbst neben Kindermanagement auch ihrer Karriere oder zumindest dem Verdienst von eigenem Geld zu widmen.
Ich hoffe für alle Mütter mit dem Wunsch, vor dem dritten Geburtstag ihres Kindes wieder in den Job zurückzukehren, dass die von Benni-Mama erzählte Odyssee überdramatisiert wurde. Von Bestechung, Jammern, Betteln und Anpreisen nicht-vorhandener Fähigkeiten ist hier die Rede – aber alles sinnlos, wie uns die Autorin erklärt. Was der Kita-Platz mit Tampons zu tun hat, müsst ihr aber selbst nachlesen.
Benni-Mama landet in einem Kinderladen, einem von einer Elterninitiative gegründeten Verein, der zwei Erzieherinnen angestellt hat, die unterschiedlicher nicht sein könnten und ansonsten komplett von den Eltern „organisiert“ wird.
Dies bringt die unterschiedlichen Charaktere zum Vorschein. Sei es die Kümmer-Mutti Therese-Mama, die sich für keinen Dienst zu schade ist oder die hochengagierte Gesundheitsfanatikerin Bio-Bärbel, die alle mit ihren Essensplänen zum Wahnsinn treibt.
Der Schreibstil von Benni-Mama strotzt nur so vor Humor und Sarkasmus, im ersten Moment so völlig abstrusen Situationen, die aber eigentlich alle schon – zumindest vom Hörensagen – vorgekommen sind. Läuse, Gerüchte, Intrigen… Pädagogische Konzepte und englische Frühförderung, Kindergeburtstagswettrüsten und Windpockenpartys und natürlich der Alltime-Classic: Fernsehen. In diesem Buch gibt es nichts, was nicht besprochen und debattiert, über das gelacht und gekichert werden darf. Ich hätte unendlich viele Zitate, die aber aus dem jeweiligen Kapitel herausgerissen nicht mehr die besondere Art des Humors transportieren, den „Große Ärsche auf kleinen Stühlen“ bietet. Klarer Fall von: Man muss dabei gewesen sein!
Aber so lustig Titel und die überspitzte, sarkastische Art der Autorin auch sein mögen… Wer Kinder hat, wurde mindestens mit einem der behandelten „Probleme“ bereits konfrontiert, erkennt sich vielleicht selbst in Benni-Mama oder zu Teilen in anderen Charakteren wieder. Auf humorvolle Art den Spiegel vorgehalten zu bekommen und maßgeregelt oder auf gewisse Dinge aufmerksam gemacht zu werden, kann sogar Spaß machen.
Ich freue mich schon darauf, wenn Ben in die Schule kommt. Denn eins kann ich Benni-Mama versprechen: Mit der Einschulung hören die Probleme nicht auf!
Urteil: Ich habe „Große Ärsche auf kleinen Stühlen“ in vollen Zügen genossen, mich vor Lachen gekringelt, wobei das Thema aufgrund des Wahrheitsgehalts eigentlich zum Heulen wäre. Manchen Eltern würde man die Lektüre am liebsten sofort in die Hand drücken und hoffen, dass sie sich selbst darin finden… Denn wer kennt sie nicht, die Bio-Bärbels und die Kümmermuttis? Volle 5 Bücher für diesen ganz speziellen „Erziehungsratgeber“.
Ein Muss für Mamas, die sich bereits von irgendeiner der obigen Zeilen angesprochen fühlen. Ich konnte diesmal schwer ausdrücken, wie es mir bei dem Buch ging (außer den Bauchschmerzen vor lauter Lachen), denn es steckt so viel mehr in diesem kleinen Büchlein als der grandiose Humor!
Ich habe ein lustiges Buch erwartet, aber dafür muss ich wahrscheinlich noch um die 30 Jahre älter werden. Auf 237 Seiten ist nicht ein einziges positives Wort gefallen, alles war negativ, und wie die Autorin es sagen würde, scheiße.
Auf eine sehr humorvolle Art und Weise (Witz durch leicht überzeichnete aber durchaus wahre Begebenheiten) legt die Autorin dar, dass das Schlimmste an Kindergärten definitiv nicht die Kinder sondern ihre erwachsenen Eltern sind.
Vielleicht bin ich ja auch leicht bekloppt (definitiv!), aber irgendwie freue ich mich nun noch mehr auf meine anstehende Ausbildung und das "Biotop KiTa".
Benni-Mama teilt in diesem Buch ihre KiTa-Erfahrungen, die scheinbar zu 99,9% aus negativen Erlebnissen zu bestehen scheinen. Ganz ehrlich, dieses Buch ist eher was für die "ältere Generation", denn ich glaube nicht, dass man sich den Stress wirklich antun würde. Bestimmt gibt es den ein oder anderen Betreuungsort, in dem es wie beschrieben abläuft. Gerade die Suche nach einer KiTa kann mit vielen Hürden verbunden sein. Aber der Rest? Wenn man so viel "leisten" muss, nur um eine Betreuung für das Kind zu bekommen, dann reduziert man wohl besser seine Arbeitsstunden (sowohl Mann als auch Frau) und verzichtet auf Erzieherinnen und Erzieher. Das wäre zwar schade, aber so negativ wie dieses Buch ALLES darstellt.. Nein danke. Junge Mütter und Väter (oder die, die es noch werden wollen) - Lasst lieber die Finger von diesem Buch. Nach dem Lesen stellt sich kein erheitertes Gefühl, sondern eher Frust ein. So macht KiTa KEINEN Spaß und sorgt nur für zusätzlichen Stress. Auch die Darstellung von "die Frauen müssen sich um alles kümmern, weil die Männer sich rausreden" ist schrecklich. Warum sagt man da als Partnerin nichts? Wir sind doch Teil der Gesellschaft. Wenn man was ändern möchte, dann natürlich auch in den eigenen vier Wänden. Das Buch spielt mit Klischees und langweilig. Leider nur ein Stern.
Nettes und humorvolles Hörvergnügen für zwischendurch,dass durch die witzige vorgetragene Art von Mirja Boes gut rüberkommt.
Insgesamt geht es um den normalen Alltagswahnsinn, den man heutzutage leider als Mama/Papa erleben darf, wenn man das eigene Kind während der Arbeit versorgt wissen will. Dabei wird später im Kindergarten fast jedes Charakter-Eltern-Genre erfüllt und trägt so zum ein oder anderen Schmunzler bei! Mir gefiel besonders, dass die Hauptprotagonistin so herrlich normal an alles heranging. Weniger ist eben doch einfach manchmal das gewisse mehr!
Irgendwas sagt mir, dass das als Hörbuch besser ist als als Print. Mirja Boes ist einfach die richtige Stimme für so etwas und ohne ihre Intonation wären einige Stellen etwas trocken. Doch so ein kurzweiliges Hörvergnügen.
Quite amusing! The characters, or caricatures, are very well drawn - I recognize every one of them. The snarky infighting, backbiting, fragile egos... welcome to the adult side of kindergarten.
Benni-Mama, so wird die Autorin seit Eintritt ihres Sohnes in den Kindergarten nur noch genannt, berichtet humorvoll vom Eltern-Alltag in einer Elterninitiative. Da geht es um vollwertig-abgestimmte Biokost, Läuseplage, Windpockenpartys und Kindergeburtstagswettrüsten, die die einen Eltern vor eine persönliche Herausforderung stellen, die anderen aber genervt die Augen verdrehen lassen. Die Elternabende ähneln einem Kriegsschauplatz und immer wieder müssen die Erzieherinnen an den gesunden Menschenverstand appellieren, der den übereifrigen Eltern dann doch manchmal abgeht.
Im Umschlag des Taschenbuches stellt Benni-Mama die anderen Eltern der „Wilden Schlümpfe“ vor. Da gibt es Bio-Bärbel, die am liebsten allen vorschreiben würde, was und wie gekocht wird. iDad, der schon seit zwei Jahren an der Homepage der Elternini bastelt oder Therese-Mama, die aufopferungsvoll versucht, den Laden zusammenzuhalten und dabei doch nur belächelt wird.
Schon bei der Leseprobe habe ich immer wieder herzhaft lachen können und viele Situationen aus meiner eigenen KiTa-Erfahrung wiedererkannt. Das Buch ist leicht zu lesen und die kurzen Abschnitte verleiten zum Weiterlesen, so dass ich das Buch in einem Rutsch teilweise laut lachend durchgelesen habe.
Ich kann mir vorstellen, dass einige Leserinnen die Schilderungen des Eltern-Alltags bei den „Wilden Schlümpfen“ für vollkommen übertrieben halten. Zumindest bleibt zu hoffen, dass die Suche nach einem KiTa Platz sich nur bei den wenigsten so dramatisch und nervenaufreibend gestaltet wie für Benni-Mama: Wöchentliche Anrufe, um zu versichern, dass man noch interessiert sei, unentgeltliches Kuchen backen, Geld spenden und das Anpreisen nicht vorhandener (handwerklicher) Fähigkeiten. Andererseits habe ich sämtliche Themen in 6 Jahren Elternini am eigenen Leib erfahren dürfen und ja, Eltern sind wirklich so und in Elterninis wird tatsächlich jede Kleinigkeit ausdiskutiert bis man nur noch schreiend weglaufen will.
In den „Elterntypen“, die die Autorin so treffend und sicherlich auch etwas überzeichnet charakterisiert, findet sicher jeder jemand Bekannten oder auch vielleicht sogar sich selbst wieder. Die vergnüglichen Beschreibungen der Elternabende samt ihrer Diskussionen über Putzdienste, Englisch im Kindergarten und Essenskonzept schildern auf witzige Weise treffend, wie Eltern sich bis ins kleinste Detail einbringen wollen und dabei auch immer wieder über die Stränge schlagen.
Fazit: „Große Ärsche auf kleinen Stühlen“ ist nicht nur eine köstliche Unterhaltung, sondern hält auch Eltern einen Spiegel vor. Ich empfehle deshalb dieses Buch unbedingt als Präsenzexemplar für jede Elterninitiative oder als Pflichtlektüre zum Aufnahmeantrag!
Again, I am absolutely confused at what heterosexual couples put up with after they have children. I do believe that this is a realistic, if humorous portrayal of what happens after your child enters childcare in their early years, and its appalling to what level every single responsibility rests only with one parents. Still. Today. Now.