Als Zivilfahnder in Deutschlands berühmtestem Vergnügungsviertel Käufliche Liebe, Revierkämpfe, skurrile Kiez-Originale – St. Pauli und die Reeperbahn faszinieren seit Jahrzehnten ganz Deutschland. Für ein mehr oder weniger respektvolles Miteinander sorgen nicht zuletzt die Polizisten der Davidwache, zu denen Waldemar Paulsen viele Jahre lang gehörte. Er erlebte als Zivilfahnder mit dem Spitznamen «Rotfuchs» die 70er und 80er auf dem Kiez; Begegnungen mit Halbweltgrößen und RAF-Terroristen, mit Damen des erotischen Gewerbes und brutalen Serienmördern gehörten zu seinem Alltag, und eine Schießerei kostete ihn fast das Leben. Ein spannender Insiderbericht von der sündigsten Meile Hamburgs.
Der Großteil dieses Buches dreht sich um seine Zeit im Rotlichtmilieu in Hamburg, in der 70ern und anfang der 80er (die damaligen "fetten Jahre", die heute nicht mehr existieren). Zu erst schreibt er über seinen Werdegang, warum er überhaupt die Ausbildung zum Polizisten begonnen hat und wie die Zustände damals waren. Dann behandelt er kurz die Zeit der RAF und Fritz Honka, danach seine Zeit als Zivilfahnder auf dem Kiez in St. Pauli. Erst geht er leider weniger ins Detail, danach bessert es sich aber. Er schreibt eher weniger über die Huren, mehr über die Zuhälter, etc., bis er nach einem tragischen Vorfall die Wache wechselt und zur Kriminalpolizei geht.
Ruhe in Frieden, Ferdie )': Ruhe in Frieden, Peter Koch )':
Herr Paulsen ist ein ehemaliger Polizist, und jetzt Krimiverfasser, aber "Meine Davidwache" ist nicht fiktiv. Es handelt von seinen wirklichen Erfahrungen als jungen Streifpolizist und später Zivilfahnder in Rotlichtmilieu. Er war beschäftigt nach den "Albersjahren" wenn es vermutlich sehr romantisch war, aber vor es zu einer teils Touristenfalle, teils Klankriminalkiez (und Immobilienmarktgeldsäuberungszentrum) geworden ist.
Die beste Anekdoten gehen um, höchst ironisch, nicht die große Fälle oder berüchtige Platzhirsche im Mileu, sondern über die alltägliche Begegnungen mit den kleinen Leuten im Milieu. Ich habe Bock auf Kleinigkeiten, und Dinge und Sachen, wofür die andere Leute sich nicht interessieren würden, z.B. welche Stock in der Wache halt welche Ausrüstungen. Es gibt Auskunft darüber drin, aber für jedes solche Detail, gibt es drei oder vier wiedergeholte Geschichte über Männer und Verbrecher deren Verbrechen ich habe in schon vier oder fünf Dokus begegnet.
Eigentlich ist "Meine Davidwache" zwei Bücher. Das erste ist über die persönliche Erfahrungen des Herr Paulsen, und es ist ein fünf sterniges Werk. Das andere Büch ist nur Wiederholungen, weil sogar wann der Verfasser diese berüchtige Männer persönlich kannte, war seine Kenntnis nicht wirklich gründlicher als ein paar öberflächige Anmerkungen oder Beobachtungen. Und dieser Teil ist dreisternig, oder dreiundeinhalb. Aber allgemein habe ich es genoßen, so...Vier Sterne. Und empfohlen.
Ich habe es als Hörbuch gehört und war vollends begeistert. Ich fand die Anekdoten und den Einblick in die fetten Jahre des Kiezes extrem interessant und spannend. Ich habe schon einige Biografien über die Kiezgrößen gelesen, aber hier einen Einblick eines Polizisten zu bekommen war sehr interessant. Auf mich wirkte Rotfuchs stets fair und kooperativ gegenüber der Halbwelt.