Reisen ist für Jonas Lebensprinzip, Flucht und Suche zugleich. Wohin genau und mit wem er gerade unterwegs ist, scheint ihm beinah egal, solange es nur weitergeht. Das ändert sich, als er in Kirgistan Olga kennenlernt: Jonas ist fasziniert von der verschlossenen Ukrainerin und tut alles, um bei ihr zu bleiben. Zusammen mit Roger und Camille, einem französischen Paar, das sich ungefragt anschließt, verbringen die beiden verträumte Tage an einsamen Badestränden und unruhige Nächte in spartanischen Herbergen; sie reisen durch verlassene Dörfer rund um den Gebirgssee Issyk-Kul, trinken Wodka mit jungen Kirgisen und finden dabei vieles – nur nicht zueinander. Immer wenn Jonas glaubt, Olga näherzukommen, stößt diese ihn wieder von sich. Sie scheint ein Geheimnis zu hüten, das sie nicht preisgeben will. Als dann auch noch die Österreicherin Uta auftaucht und Jonas seine Vergangenheit einzuholen droht, nehmen die Ereignisse einen völlig unerwarteten Lauf… Jan Sprenger lässt vor der mal vertrauten, mal unnahbar fremden Szenerie Kirgistans Zufallsbegegnungen zu einer Schicksalsgemeinschaft werden und zeichnet dabei das feinfühlige Porträt einer Generation, ihrer Art, zu reisen, zu leben – und zu lieben. Ein eindringlicher Roman voller Ironie, lakonischem Witz und traurig-schöner Melancholie.
Das Buch ist eine kurzweilige, gute und unterhaltsame Ferienlektüre. Nachdem ich letztes Jahr selbst in Kirgisistan war, war es eine Freude, durch die Augen des Autors erneut einige Eindrücke zu gewinnen. Besonders hat mir die zynisch-sarkastische Blickweise gefallen, mit der er Reisende, Touristen und insbesondere Rucksack-Reisende betrachtet. Dabei habe ich mich zwischendurch immer wieder selbst erkannt.
Der Autor schafft es, mit seinem humorvollen Schreibstil die Leserinnen und Leser zu fesseln. Die Beschreibungen der Landschaften, Begegnungen und kulturellen Besonderheiten sind lebhaft und detailreich dargestellt. Man kann sich regelrecht in die Atmosphäre von Kirgisistan hineinversetzen.
Die Anekdoten und Erlebnisse machen das Buch authentisch und geben einen interessanten Einblick in das Reisen in dieser Region. Dabei werden auch kritische Aspekte nicht ausgespart, was dem Buch eine gewisse Tiefe verleiht.
Insgesamt war das Buch für mich ein gelungener Zeitvertreib, der mich gut unterhalten hat und meine eigenen Reiseerinnerungen wieder aufleben liess. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der eine humorvolle und zugleich informative Lektüre über das Reisen in Kirgisistan sucht. Vielen Dank an den Autor für dieses schöne Lesevergnügen!