Vier Menschen in vier Ländern: Ada aus Berlin hat mit ihrer Freundin Judith einen Dokumentarfilm über das Leben im Gazastreifen gedreht. Judith aber stirbt kurz nach Fertigstellung des Films. Die junge japanische Pianistin Makiko ist nach Paris gezogen und gibt in ganz Europa Konzerte. Als sie erfährt, dass sie ein Kind erwartet, ist sie schockiert. Jason arbeitet für eine amerikanische Investmentfirma. In Tokio soll er den Kauf eines japanischen Traditionsunternehmens organisieren. Der Zoologe Luiz, der in Brasilien aufwuchs, lebt mit seiner jüdischen Frau und den zwei gemeinsamen Kindern in Tel Aviv, will aber weg aus Israel, weil er den politischen Wahnsinn im Land nicht mehr erträgt. Ein Roman in vier miteinander verwobenen Geschichten. Über unsere Gegenwart, über Menschen, die zwischen Kulturen wandeln. Sie alle lieben, trauern, arbeiten, kämpfen wach und voller Sehnsucht um ihr Leben, ihre Zukunft. Hannah Dübgen erzählt bewegend und mit immenser Kraft von Nähe und Ferne, von Fremde, von alten und neuen Grenzen, von dem Strom, der unsere Zeit ist.
Ein angenehmer, klarer Stil. Ein Thema, das auch 12 Jahre nach Erscheinen keine Aktualität eingebüßt hat. Mehrere Erzählstränge, vier, die alle für sich genommen schon eine erzählenswerte Geschichte haben, die sich letztendlich zusammenflechten, ohne dass dies konstruiert wirken würde. Ein sehr guter Roman.
Ganz nett.... eine für mich zu uninspierierende Sprache und die Geschichten beinhalten keinen großen Spannungsbogen.... sie führen lediglich irgendwann zusammen... aber auch das ist eher nicht fesselnd!
Başlarda sevdim. Çünkü farklı farklı hayatlar okuyordum ve hoşuma gitti. Nereye varıcağını merak ettim. Sonu beni tatmin etmedi. Okurken sıkılmadım ama çok sevdiğim bir kitap olduğunu da söyleyemem. 🙂
Unglaublich langweilige Geschichte, in die man gar nicht eintauchen kann. Die letzten Kapitel waren ganz in Ordnung, aber es gab innerhalb des ganzen Buches keinen Spannungsbogen.
I remember getting this when I had a book blog as a teenager. And I know I gave it a good review. Feel very different today. It felt overconstructed and boring to me.
DÜBGEN, Hannah: „Strom“, München 2014 Zu Beginn kann man sich schwer vorstellen, wie diese unterschiedlichen Geschichten zu einem Roman zusammenfinden werden: • eine japanische Pianistin in Paris, • zwei Dokumentarfilmerinnen aus Berlin, • ein brasilianischer Zoologe mit einer jüdischen Frau in Israel und • ein Amerikaner bei einer amerikanischen Investmentbank in Tokio. Die Autorin entführt in Gegenden, die man vielleicht nicht kennt, aber schnell miterlebt und mitfühlen kann. Wenn sie etwa das Passieren der Grenze zwischen Israel und Palästina beschreibt, oder wie sich Manager einer Investmentbank verhalten. Auch über das Musikgeschehen ist sie sehr versiert. Zwischenzeitlich fragt man sich als Leser „Woher weiß sie all diese unterschiedlichen Milieus?“ „Wie ist sie imstande so verschiedene Dinge zu beschreiben?“ Die Proponenten des Buches kommen abwechselnd in Kapiteln zu Wort. Jedes dieser Kapitel ist sehr interessant und schön geschrieben. Aber als Leser konnte man sich lange nicht vorstellen, wie das zu einer gemeinsamen Geschichte wird. Im letzten, dem 20. Kapitel wird es. Alle handelnden Personen sind im selben Konzert in Jerusalem, in dem die japanische Pianistin spielt. Was mir als Chopinverehrer gefiel war, dass Chopin oft im Buch vorkommt. Der lange verstorbene Komponist kommt so unter jungen Menschen wieder zu einem Revival.
Ich habe dieses Buch bis 20 Seiten vor dem Ende gelesen. Es war mir die ganze Zeit so langweilig, ich wollte nur sicher sein, dass es keine Knalleffekte im letzten Kapiteln gab. Es könnte eine gute Geschichte sein: vier Menschen, in vier verschiedenen Ländern, sind aber irgendwie mit einander verbunden. Ja, super. Aber ich habe eigentlich keine Interesse daran, dass Ada dies oder das isst; oder dass Makikos Handy mehrere Male klingelt, sie beantwortet aber nicht. Warum erzählt mir die Autorin nichts? Nicht einmal Adas und Judiths Geschichte, die sich zwischen Berlin und Gaza abspielt und könnte deshalb einfach spannend sein, lesenswert ist. Vielleicht wollte sie (die Autorin) nur stolz vorzeigen, was sie sowohl über Japan als auch über Palästina kann: Was sie dort essen, wie sie denken und so weiter. Vielleicht ist es aber nur mein Problem: Wenn ich einen Roman lese, möchte ich gerne, dass mir eine gute Geschichte erzählt wird. Oder auch nur eine Geschichte. Etwas. Wenn ein Freund von mir nach einer exotische Land reiste, und nur darüber erzählte, dass es ein bisschen wolkig gewesen sei und er Insekten geschmeckt habe, würde ich sehr enttäuscht! Kann sein, dass die Figuren zu oberflächlich vorgeschlagen sind. Dann habe ich natürlich keine Lust, es zu lernen, was sie machen, sagen, denken, oder entscheiden werden.
Der Roman hebt sich für mich durch seinen feinfühligen Erzählstil, mit dem Hannah Dübgen die Geschichten der Protagnisten erzählt und miteinander verknotet, hervor. Den Inhalt außer Acht gelassen, war das Buch daher für mich schon ein unterhaltsames Leseerlebnis. Was die einzelnen Geschichten der Figuren betrifft, so hätte ich mir gewünscht, in tiefere Dimensionen zu gelangen - Potenzial haben die Charaktere dafür allemal, vor allem Makiko, die mich in ihrem Wesen sehr angesprochen hat.
Die Idee finde ich voll gut: fünf verschiedene Charaktere aus fünf verschiedenen Ländern führen fünf verschiedene Leben und sind doch - unbekannterweise - miteinander verwoben. Auch die Umsetzung - je näher sich die Schicksale kommen, desto kürzer werden die einzelnen Passagen - finde ich gut. Trotzdem konnte mich der Text leider nicht wirklich fesseln.