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387 pages, Tapa flexible con solapas
First published April 30, 2013
Mein ganzes Leben über haben mich die Bücher vor dem Absturz bewahrt, vor der Depression, der Isolation und sogar vor dem Wahnsinn. Daher konnte ich mir gut vorstellen, dass sie mich auch vor dem Bankrott und der Armut retten würden, sollte es einmal dazu kommen. Und das tat es. (Seite 6)
Um aus meinem Leben ein Kunstwerk zu machen, musste ich Durchhaltevermögen besitzen, durfte ich nicht zu früh aufgeben. Ich musste mit kleinen Schritten vorangehen, einen nach dem anderen, unermüdlich, ohne mein Ziel aus den Augen zu verlieren. Natürlich würde ich auf Hindernisse stoßen, aber davon durfte ich mich nicht entmutigen lassen, ich musste geduldig sein. Letzten Endes ist es einfacher, über eine raue Oberfläche zu gehen als über eine allzu glatte: Die Hindernisse in unserem Leben sorgen für die Bodenhaftung.
Deswegen ist ein Hindernis keine Widrigkeit, sondern eine Chance.(Seite 64)
Kurz nachdem ich nach Nuba gekommen war, hatte Don Lorenzo mir mal gesagt, dass wir Buchhändler den Menschen Bücher »verschrieben«. Damals war mir nicht klar gewesen, dass er das wörtlich gemeint hatte. Doch es war genauso: Im Locus Docendi verschrieben wir Bücher wie ein Arzt, der ein Rezept für ein Medikament ausstellt, das eine Krankheit heilen soll. Medizin für die menschliche Seele. Das war unser Fachgebiet. Und das Beste daran war, dass es keine schädlichen Nebenwirkungen gab. (Seite 168)