Walter Castorp ist tot. Der Ministerpräsident von NRW, ertrunken in seinem Swimmingpool. Sechs Tage vor der Wahl. Vincent Veih leitet die Ermittlungen. Der Hauptkommissar ist gerade erst zum Leiter des KK11 ernannt worden. Nicht alle Kollegen sind davon begeistert. Auch seine Mutter nicht. Die Ex-Terroristin hat den Großteil ihres Lebens in Haft verbracht. Sein Großvater hingegen wäre stolz auf ihn gewesen – doch das ist eine andere Geschichte … Als alle Spuren auf einen Mord deuten, gerät Vincent auch unter politischen Druck. Doch er ermittelt gegen alle Widerstände. Denn Gerechtigkeit geht Vincent über alles. Auch wenn es bedeutet, dass er sich seiner eigenen Vergangenheit stellen muss …
Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil die Konstellation so interessant klang, dass der Protagonistenkommissar der Sohn einer RAF-Terroristin ist. Außerdem hat mich die durchwegs gute Bewertung angelacht.
Ein Ministerpräsident wird tot aufgefunden. Obwohl die Politik das als Unfall dargestellt haben will, befindet der ermittelnde Kommissar auf Mord. Außerdem hat er noch mit innerbehördlichen Verstrickungen zu kämpfen, da er temporär befördert wurde und auch noch andere gern den Job hätten. Zusätzlich will seine Ex-Terroristen-Mutter eine Fotoausstellung veranstallten, während er sich wünschen würde, dass sie nach ihrer Haftentlassung schön unsichtbar bleibt.
Das klingt doch alles gar nicht so schlecht. Zumindest erschien mir die Geschichte sehr authentisch und sehr deutsch in der Darstellung der Bürokratie und des Behördenwirrwarrs. Es kam mir vor, als würde ich eine TATORT-Folge lesen. Da ich den TATORT aber schon immer unglaublich uninteressant fand, habe ich nach gut einem Drittel das Handtuch geworden.
Für mich war das leider nichts. Daher nur 1 Stern.
Das Cover macht einen recht düsteren Eindruck, außerdem ist das Buch in Kapitel aufgebaut. Diese lassen sich sehr angenehm lesen. Nachdem ich anfangs etwas Probleme hatte ins Buch zu kommen, ist es mir dann aber sehr gut gelungen und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Der Inhalt ist fesselnd und lässt sich sehr gut weg lesen, außerdem wird es von Seite zu Seite spannender. Den Ermittler fand ich ebenfalls sehr sympathisch. Das Ende hat mich sehr überrascht und der Täter, war nicht der den ich erwartet hätte.
Da dies der erste Fall war, bin ich sehr gespannt auf die weiteren Bucher. Zusammenfassend bekommt das Buch 5 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
This is the first volume in the Vincent Veih series and it captivated me from the first page to the last. Vincent Veih is 43 years old and chief inspector of KK11. His mother is an RAF terrorist who has already served a lengthy prison sentence and his late grandfather was not only a highly respected criminal investigator but also a former proud Nazi. Walter Castrop, the Minister President of North Rhine-Westphalia, is found drowned in a swimming pool six days before the elections. We soon learn that many high-ranking people in politics, but also in the state apparatus and the police, are not keen for the cause of death or the life that Castrop actually led to come to light. Everyone is anxious to protect their sinecures and privileges. Vincent Veih doesn't care about any of this, he values the justice of solving this murder more highly. Fortunately, there are still a few people at police headquarters whose help and support he can count on. Solving the case is already stressful enough, but he also has a number of private matters to deal with. I can highly recommend this book and will be reading the other books in the series myself. (4½)
Horst Eckert zählt ja nicht erst seit gestern zu den Größen des deutschsprachigen Kriminalromans, dennoch hatte ich bisher immer die Gelegenheit versäumt, eines seiner Werke zu lesen, die bis dato im Grafit Verlag erschienen sind. So bin ich nun verspätet mit „Schwarzlicht“, dem ersten Band der neuen Reihe um Hauptkommissar Vincent Che Veih, erschienen bei Wunderlich (Rowohlt), eingestiegen und sehe, was mir all die Jahre entgangen ist. Horst Eckert konnte mich mit „Schwarzlicht“ auf ganzer Linie begeistern, ich habe den Roman als eine sehr klare, sehr runde und ausgereifte Sache wahrgenommen, die zu lesen einfach große Freude gemacht hat.
Gerade bei einem Politkrimi könnte ja leicht mal der Gedanke aufkommen, so ein Stoff sei stellenweise trocken oder gar langwierig. Das halte ich für ein Gerücht, zumindest, seit ich „Schwarzlicht“ gelesen habe. Die Handlung ist breit angelegt, vielschichtig und bringt mehr mit als versnobte Lokalpolitiker. Dennoch ist die Ausgangssituation zunächst folgende: ein toter Ministerpräsident im Swimmingpool und das sechs Tage vor der Wahl. Kurz zuvor war dieser noch in einen Abhörskandal gegen seine politische Konkurrenz verwickelt. Was ist da los? Überall scharren die hohen Tiere mit den Füßen, ob im zuständigen Polizeipräsidium in Düsseldorf oder im Regierungssitz in Berlin, überall werden jede Menge Leute nervös. Währenddessen hat Hauptkommissar Vincent Veih von der Düsseldorfer Kripo hat gerade probeweise die Leitung seiner Dienststelle zugeteilt bekommen und ermittelt lieber selbst statt zu delegieren. So wird er auch im Fall des ermordeten Ministerpräsidenten aktiv, manchen Vorgesetzten zu aktiv, man könnte ja versehentlich auf Wahrheiten stoßen, die keine sein sollen.
Nun ist Vincent Veihs Drang nach Wahrheit aber besonders ausgeprägt, er ist eben kein Politiker, sondern Polizist aus Überzeugung. Und er ist der Sohn einer ehemaligen RAF-Terroristin und Enkel eines Nazis. Das ist eine Familiengeschichte, bei der so mancher Serienkiller mit seiner schlechten Kindheit nicht mithalten kann. Vincent Che Veih zeigt, dass der Apfel eben doch sehr weit vom Stamm fallen kann, auch wenn er dabei ein paar Druckstellen abbekommt. Das sehr schwierige und konfliktreiche Verhältnis zu seiner familiären Vergangenheit wird in „Schwarzlicht“ sehr gekonnt in die Handlung mit eingeflochten, beruflicher und privater Part ergänzen und bedingen sich hier gegenseitig, sodass eine der interessantesten Kommissarfiguren entsteht, die mir seit langem in einem Kriminalroman begegnet ist. Die Kunst war, dass ich mir als Leser nicht ein einziges Mal zynisch dachte: „Ja genau, jetzt hatte der nicht nur nen Opa, der Nazi war, sondern auch noch ne Mutter bei der RAF und dann scheitert auch noch seine Beziehung, ach und Punk war er als Jugendlicher auch noch, jetzt ist er aber Super-Bulle, na klar!“ Nein, das genaue Gegenteil war der Fall, ich empfand die Figur als geradezu unaufdringlich echt und nachvollziehbar.
Horst Eckert sagte einmal in einem Interview mit der Rheinischen Post:
„Ich will vor allem unterhalten. Ich mag keine Krimis mit Botschaft; ich will mich nicht belehren lassen, und ich will nicht belehren.“ (Quelle: RP Online)
Und vielleicht ist genau das das Geheimnis, warum „Schwarzlicht“ so gut funktioniert.
Fazit: Mehr als „nur ein Politkrimi“, mehr als nur ein weiterer Kommissar. „Schwarzlicht“ hat Tempo, Stil und eine der interessantesten Kommissarfiguren, die mir seit langem in einem deutschsprachigen Kriminalroman begegnet ist.
Bewertung: 4,22 von 5,00 Punkten = 84,4 %
Stil: 4 Punkte | Idee: 4 Punkte | Umsetzung: 5 Punkte | Figuren: 5 Punkte Plot-Entwicklung: 4 Punkte | Tempo: 4 Punkte | Tiefe: 4 Punkte Komplexität: 4 Punkte | Lesespaß: 4 Punkte
Vincent Che Veih, Che nach Che Guevara, wer kennt ihn nicht, denn die Mutter war RAF-Terroristin und dementsprechend eingestellt. Vincent hat ein gestörtes Verhältnis zu seiner Mutter und auch zu seinem Großvater, einem ehemaligen Polizisten der im 3. Reich an Gräueltaten beteiligt war.
Also genug Probleme für eine neue Kommissarsfigur, der zudem noch Beziehungsstress hat.
Aber gut, Probleme mit der Vergangenheit oder dem aktuellen Leben gehören anscheinend in die Krimiszene.
Ziemlich packend und verzwickt der Fall um den ermordeten Ministerpräsidenten aber Veih ist zäh und lässt sich auch nicht durch größere Steine, die ihm von allen Seiten in den Weg geworfen werden, beirren oder von den Ermittlungen abhalten.
Klar und prägnant ist der Stil Eckerts und so liest es sich auch. Erfrischend unverbraucht die Figuren und nachvollziehbar in ihren Handlungen. Wobei mir der Schluss sehr überraschend kam und ich die Auflösung, die Vincent da plötzlich auf der Hand hat, nicht kommen sah.
Trotzdem ist die Reihe, bisher dreibändig, für passionierte Thrillerleser, auch im politischen Bereich, zu empfehlen.
Hier stimmt fast alles: Die Hauptfigur, der Aufbau der Geschichte, die regionale Verortung. Mit Vincent Veih hat Horst Eckert einen Kommissar geschaffen, der sich von niemandem an der wahrheitsgemäßen Aufklärung eines Falles hindern lässt. Gefallen hat mir die Innensicht der Polizei als Behörde mit Kollegen, die ihr eigenes Fortkommen fast über alles stellen. Zu flach und vorurteilsbeladen hingegen finde ich die Schilderung des Mordopfers, des Ministerpräsidenten, und seines Förderers, des Baulöwen. Das sind Figuren, die einfach nur schematisch angelegt sind. Hier würde ich mir mehr Grautöne wünschen statt grobem Schwarzweiß. Deshalb nicht die volle Punktzahl. Insgesamt ein stimmiger Krimi, gute Unterhaltung, die weiteren Bücher der Reihe stehen schon auf meinem Wunschzettel
Politics, murder, pressure and attempts at persuasion from all sides on the detective leading the investigation. This was my first book by this author, but definitely not my last. Well written, interesting protagonist, and a plot that kept me guessing - everything a good murder mystery needs.
Passabeler Krimi Roman, der mich kalt gelassen hat. Für einen Nicht-Deutschsprachigen enthält es viel Umgangssprache, die es etwas schwierig macht, es zu verstehen. Am Ende wollte ich fertig werden
„Schwarzlicht“ von Horst Eckert ist ein in Düsseldorf angesiedelter Kriminalroman und der erste in dem Hauptkommissar Vincent Veih die Ermittlungen aufnimmt. Eine Fortsetzung dieser Figur in einem weiteren Krimi soll wohl bereits in Planung sein.
Zu Beginn aber einige Worte zum Inhalt von Veihs erstem Fall: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Walter Castorp, wird in einem Düsseldorfer Apartment tot aufgefunden. Schnell steht fest: Es war Mord. Hat dieser wohlmöglich etwas mit der in wenigen Tagen anstehenden Landtagswahl zu tun? Oder mit dem politischen Skandal, in den der Ministerpräsident verwickelt war? Die Ermittlungen in dem Fall übernimmt Vincent Veih, Sohn einer ehemaligen RAF-Terroristin und gerade erst zum Leiter des KK11 ernannt. Der politisch brisante Fall stellt ihn vor einige Probleme…
Zunächst muss ich anmerken, den auf dem Cover versprochenen „Thriller“ habe ich inhaltlich nicht wiederfinden können. Einen wirklich guten Kriminalroman mit gelungenen politischen Einflüssen, der Wahl vorausgehenden Intrigen und einem spannenden wie interessanten Mordfall mit sich anschließenden überzeugenden polizeilichen Ermittlungen – das habe ich ganz sicher gefunden. Doch, obwohl die Übergänge gerade bei Krimis und Thriller unbestreitbar fließend sind und es von Leser zu Leser wahrscheinlich persönlich abweichende Definitionen gibt, meine Erwartungshaltung bei dem Genre „Thriller“ ist eine andere, als wenn das Wörtchen „Kriminalroman“ das Cover ziert. Ich lese beides gerne, für einen Thriller jedoch fehlt „Schwarzlicht“ das Bedrohliche. Der anhaltend hohe Nervenkitzel durch einen weiterhin präsenten Täter, der jederzeit wieder gefährlich werden könnte, vielleicht auch eine Perspektive des Täters, die persönliche Bedrohung eines Protagonisten, das Angst machen – das sind Merkmale eines Thrillers, die ein auf Ermittlungen basierender Kriminalroman nicht hat – auch gar nicht braucht – und genau das trifft auch auf „Schwarzlicht“ zu.
Abgesehen von dieser kleinen Kritik an die gewählte Begrifflichkeit ist „Schwarzlicht“ allerdings ein wirklich gelungener Polit-Krimi. Der Mordfall ist außergewöhnlich, das mediale und politische Interesse daran wird überzeugend und spannend mit den Ermittlungen, geführt von dem in sich gespaltenen KK11 unter der neuen – und vorerst vorübergehenden – Leitung von Vincent Veih, verflochten und Intrigen sowie Versuche der subtilen Einflussnahme werden so eingebaut, dass sie auch den Leser mitnehmen in das Gefühl von Ungerechtigkeit und Frustration und ihn emotional stark involvieren. Selbst für regelmäßige Krimileser bietet dieser Roman noch einige neue Facetten – die Ermordung eines Ministerpräsidenten aus einer großen Partei, kurz vor einer Wahl, das ist schon ein ungewöhnlicheres Thema und wird hier zudem konsequent und mit unerwartetem Ausgang gekonnt umgesetzt.
Zwischendurch gibt es vielleicht den ein oder anderen Handlungsstrang zu viel, was als Abbild eines realen Bildes eines solchen Kriminalkommissariats durchaus zutreffend sein kann, den Leser eines fiktionalen Werkes aber schnell den Fokus nehmen und ihn ein wenig verwirren kann. Allerdings trat dies bei „Schwarzlicht“ nur gelegentlich auf, sodass es nicht als sehr störend empfunden wurde und, was das wichtigste ist, am Ende gelang dem Autor ein stimmiges Gesamtbild, das ohne unnötige Konstruktion eine glaubwürdige Zusammenführung der einzelnen Ereignisse ermöglichte.
Die sprachliche Umsetzung bei „Schwarzlicht“ kann man wirklich nur als sehr gut bezeichnen, der Stil ist flüssig, durch eine doch eher auffällige Abfolge von Aufzählungen und kurzen Sätzen aber auch alles andere als eintönig, gelungen auf die leicht depressive, nüchterne, manchmal wütende und nachdenkliche Grundstimmung der Hauptfigur zugeschnitten und insgesamt recht temporeich.
Vincent Veih stellt einen in sich charakterlich sehr runden Protagonisten dar, der sowohl durch eine ungewöhnliche Herkunft und einen holprigen Lebensweg in der Vergangenheit wie auch durch familiäre und persönliche Schwierigkeiten in der Gegenwart ein sehr starkes Profil erhält und durch eine teilweise sture bis rebellische, teilweise auch ein wenig zwiespältige Verhaltensweise einiges an Konfliktpotential mit in die Handlung bringt. Als Gegenpart zu den Versuchen der Einflussnahme aufgrund von politischen Interessen durch die Vorgesetzten ist er genau passend.
Fazit: Ein guter Kriminalroman – kein Thriller – mit politischen Einflüssen, einer starken Hauptfigur und unerwarteten Entwicklungen. Von mir gibt es dafür knappe 5 Sterne und eine Empfehlung für Krimifans. Ich würde mich auf eine Fortsetzung mit der Figur Vincent Veih sehr freuen.
Inhalt: Hauptkommissar Vincent Veih ist gerade zum Leiter des KK11 ernannt worden. In seinem ersten Fall geht es um NRW-Ministerpräsident Walter Castorp, der ertrunken in seinem Swimmingpool gefunden wurde. Ist es nur ein Unfall, was kurz vor der Wahl günstig wäre, oder steckt doch viel mehr dahinter? Er beginnt nachzuforschen, gerät dabei sowohl an Politik, Vorgesetzte und die Presse und muss versuchen, für sich den richtigen Weg zur Wahrheit zu finden. Hinzu kommen das sehr angespannte Verhältnis zu seiner Mutter und eine Beziehung, die gerade ihr Ende findet.
Setting und Stil: Man merkt, dass Horst Eckert sich in Düsseldorf und an den anderen Handlungsorten auskennt. Genaue Beschreibungen und kleine Details lassen den Leser direkt vor Ort sein. Die Handlung spielt zu unserer Zeit, wobei Walter Castorp eine Mischung diverser Politiker der letzten Jahrzehnte darstellt. Das Buch liest sich hervorragend und die Spannung nimmt im Verlauf des Buches einiges an Fahrt auf. Viele Charaktere, sehr kurze Kapitel und ein Verwirrspiel bis zum Ende lassen den Leser mitfiebern. Der politische Aspekt kommt nicht zu kurz und die Vorgänge sind überaus informativ.
Charaktere: Mit Vincent Veih hat Horst Eckert einen neuen Ermittler erschaffen, der hoffentlich noch sehr oft zum Einsatz kommt. Er hat viele Ecken und Kanten, seine Familienverhältnisse sind kompliziert, seine Beziehung vor dem Ende und in seinem Beruf ist er auch nicht gerade angesehen. Genug Material, um Vincent so richtig schön zum Leben zu erwecken. Und das gelingt so perfekt, dass er mir und wahrscheinlich jedem Leser sehr schnell ans Herz wächst. Er hat seinen eigenen Kopf, geht nicht immer den geraden Weg, muss Niederlagen einstecken und schafft es trotzdem, nicht unterzugehen. So schadet es auch nicht, dass dem Privatleben in dem Thriller relativ viel Raum gegeben wird, da es einfach zu ihm gehört und nicht vom Fall ablenkt. Erwähnenswert ist neben der jungen Reporterin, die sich an seine Seite stellt, natürlich seine Mutter. Eine Ex-Terroristin, die ihre Zeit im Gefängnis abgesessen hat und nun als Künstlerin ihren Unterhalt verdient. Er konnte ihr nie verzeihen, dass er in jungen Jahren von ihr getrennt wurde und so ist sie mit ihren klaren Ansichten immer noch eine Herausforderung für Vincent, die er so schnell nicht meistern wird. Hinzu kommt eine Vielzahl an Charakteren, die irgendwie mit Walter Castorp und seinen Umtrieben zu tun haben, eine sehr interessante Mischung aus Unterwelt und Politik, mit denen sich Vincent auseinandersetzen darf. Unterstützt wird er dabei von seiner Abteilung, die in ihm noch nicht wirklich den Chef sieht und teilweise ziemlich gegen ihn arbeitet.
Geschichte: Horst Eckert hat sich eine ziemlich brisante Mischung der verschiedenen Politikskandale der letzten Zeit vorgenommen und in Gestalt von Walter Castorp vereint. Es geht brisant her in Düsseldorf kurz vor den Wahlen. Viele Interessen treffen aufeinander, etliche Personen sind involviert und so ergibt sich die Mischung für den exzellenten Politthriller, bei dem man nur mitfiebern kann. Spannend bis zum Schluss ist miträtseln angesagt und zumindest ich wurde völlig in die Irre geführt. Lesenswerte, aktuelle Unterhaltung, die fesselt und einen selbst am Ende so schnell nicht loslässt.
Fazit: Schwarzlicht ist ein hervorragender Politthriller, der von seinem starken Hauptcharakter und den politischen Bezügen lebt. Ich kann ihn jedem empfehlen, der gerne realistische Thriller liest, die in Deutschland spielen. Sowohl männliche als auch weibliche Leser kommen auf ihre Kosten und so bleibt mir nur zu hoffen, dass der nächste Band nicht zu lange auf sich warten lässt, denn von so einem Autor und Hauptcharakter lese ich gerne mehr.
Mit Kinkerlitzchen gibt sich der Schriftsteller Horst Eckert nicht mehr ab, mit diesem Buch veröffentlicht er einen ehrgeizigen Krimi, der sich mit den wirklich Mächtigen im Staate beschäftigt. Hochrangige Politiker und finanzstarke Industrielle sollen es dann im Minimum sein. Kein geringerer als der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Walter Castorp, wird in einem noblen Etablissement tot im Swimming-Pool aufgefunden … Unfall? Selbstmord? Mord? Als wäre dieser Fall nicht schon brisant genug, steht in einer Woche die Landtagswahl an. Wird dieses dramatische Ereignis Einfluss auf den Wahlausgang haben? Der Druck auf die ermittelnden Kriminalbeamten ist enorm!
Hat sich der Autor mit diesem ambitionierten Plot verhoben? Ich glaube nicht. Er erzählt eine spannende Geschichte mit interessanten Protagonisten, die glaubwürdig agieren und gut ausgearbeitet und charakterisiert sind. Die Wendungen im Handlungsverlauf halten den Spannungsbogen konstant hoch und fesseln den Leser ans Geschehen. Am Ende laufen dann alle Fäden logisch zusammen und jeder einzelne Aspekt macht plötzlich Sinn. Auch wenn sich viele Leser wünschen mögen, dass im innern Zirkel der Macht vieles nicht so prinzipienlos Abläuft wie es in diesem Buch hie und da geschildert wird. Aber die Zahnräder der Macht greifen mal wie geschmiert ineinander, mal arbeiten sie heftig gegeneinander, das ist das unterschwellige Thema dieses Kriminalromans und wohl oder übel eine gesellschaftliche und politische Wahrheit.
Vincent Veih ist Hauptkommissar der Düsseldorfer Polizei und ermittelt in diesem Fall. Er ist eine ebenso interessante wie gradlinige Figur mit menschlichen Ecken und Kanten und kann die Handlung in einer stressigen Ausnahmesituation, auch im literarischen Sinne gesehen, problemlos schultern. Sein familiärer Hintergrund wird zu einer interessanten Nebenhandlung in diesem Buch und verleiht ihm zusätzliche Tiefgang. Ich lese diesen Politkrimi nun zwei Jahre nach Erstveröffentlichung und ich hätte spontan vermutet, dass hier eine Menge Potential für einen zweiten Band rund um Vincent Veih vorhanden ist. Wie ich gesehen habe, ist dieser mit dem Titel "Schattenboxer" schon auf dem Markt. Da muss ich wohl rasch zugreifen …
Na, eigentlich ist er nicht so neu. Hauptkommissar Vincent Veih übernimmt die kommissarische Leitung seiner Abteilung, was nicht bei allen Kollegen gut ankommt. Bei den Ermittlungen in einem brisanten Mordfall ist ihm das zunächst egal. Walter Castorp, der Landesvater Nordrhein Westfalens ist ermordet worden. Was zunächst wie ein Tod durch Ertrinken also eher wie ein Unfall aussah, erweist sich schnell als Mord. Doch so gerne möchten die Vorgesetzten nicht, dass diese Information an die Öffentlichkeit gelangt. Vincent merkt schnell, dass seine neue Position nicht nur Gutes bringt. Ihm, der ein eher gradliniger Ermittler ist, fällt es mehr als schwer sich den Sachzwängen zu beugen und irgendwelchen Politikern nach dem Mund zu reden. Und so hat Vincent Veih als Enkel eines Nazis und Sohn einer Terroristin nicht nur an seiner Vergangenheit zu knacken. sondern er hadert auch mit seiner Zukunft. Was für ein spannender Roman von einem mir bisher unbekannten Autoren, von dem ich schon jetzt sagen kann, dass sicher noch weitere seiner Bücher auf meiner Wunschliste landen werden. Der vorliegende Band ist wohl der erste in einer Reihe und es würde mich sehr interessieren wie es mit Vincent Veih weitergeht. Doch schon dieses Buch hat mich unheimlich gefesselt. Das Spannungsverhältnis zwischen Veih und seiner Mutter, der er nicht verzeihen kann, mit der er sich aber trotzdem auseinander setzen muss, gibt der Handlung etwas Besonderes. Mich hat es zum Nachdenken angeregt. Denn auch hier gibt es eine Generation der Nachkommen, die sich abgrenzen will, die doch aber das Kind der Eltern bleibt. Doch auch das Thema des Falles, die politischen Verquickungen, fand ich interessant und auch vergnüglich. Sehr realitätsnah erscheinen die Erkenntnisse, die Vincent gewinnt. Man mag weder die Politik noch die Politiker mögen und doch überkommt einen eine Ahnung, dass es in vielen Bereichen tatsächlich so zugehen kann. Ja, ein durch und durch spannendes Buch, das ich zum Ende hin überhaupt nicht mehr aus der Hand legen wollte, so neugierig war ich auf das Ende der Geschichte. Und nun bleibt mir nichts weiteres als auf Neuigkeiten von Vincent Veih zu warten.