Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass Liebe in modernen Gesellschaften unter erheblichen Druck geraten ist. Liebesbeziehungen auf Dauer zu stellen, scheint nicht mehr sehr einfach zu sein.
In diesem Buch werden solche Beziehungen als hoch komplexe, außerordentlich störungsanfällige und deshalb sehr unwahrscheinliche Systeme beschrieben, die aber eine eigentümliche gesellschaftliche, vielleicht unverzichtbare Funktion erfüllen.
Der Analysehintergrund ist die Systemtheorie der Bielefelder Schule. An einem Untersuchungsgegenstand, der alle interessiert, demonstriert Peter Fuchs Terminologie und Möglichkeiten der Systemtheorie.
Eine Zusammenstellung von Vorlesungen (+ Q&A Rückblick/Zusammenfassung) zu "Liebe" und "Intimsystemen". Der Stil ist aufgrund des Ursprungsmaterials recht eingängig und daher auch, oder gerade deshalb, für Einsteiger in die Systemtheorie geeignet. Inhaltlich werden hier die sonst oftmals abstrakt bleibenden Fachtermini mit vielen Beispielen unterfüttert, was durchaus hochgehalten werden sollte. M.E. findet sich hier aber bis auf ein paar Feinheiten nichts wirklich Neues, was nicht schon in Luhmanns "Liebe und Passion" auffindbar wäre. Zudem hat mir dieses Buch noch einmal gezeigt, dass die sogenannten "Formanalysen" der Systemtheorie in ihrer erklärenden und projizierenden Kraft (für meine Interessen) zumeist eher mau ausfallen. Viele Erkenntnisse, die hier in theorieeigener Sprache verpackt werden, wirken auf mich wie ziemliche Plattitüden (es gibt nicht "die Liebe", was unter Liebe/Romantik/Intimität verstanden und gelebt wird, ist gesellschaftlich konstruiert/differenziert, oder es schwingt ein "symbiotischer Mechanismus" im Sinne der latenten/manifesten sexuellen Anspannung mit (usw.)). Die Genese dessen oder institutionelle Entstehung bleibt nahezu unkommentiert, bis auf einige quellenlose Verweise auf "das Mittelalter" oder "die Moderne". Da ist zumindest Luhmanns schon erwähntes Werk zur Liebe wesentlich plastischer. Auf einer abstrakteren Ebene wird zudem die Sprache oder Semiose selbst so gut wie nie in ihrer Funktionalität oder realen Verquickung thematisiert, wobei doch gerade die Prozesse der Systeme sich entlang dieser entfalten. Ohne all dies bleibt das Buch für mich eine weitere Deskription von Alltäglichkeiten im Vokabular des radikalen Konstruktivismus mit ihrer "kommunikationstheoretischen" Spielrichtung, ohne, dass die eigenen Theoriebausteine über ihre "Konstruiertheit" hinweg reflektiert oder empirisch gebunden werden.
Sehr unterhaltsame Mitschrift einer Vorlesung. Das Initimsystem Partnerschaft wird soziologisch nach der Systemtheorie untersucht.
Da wir alle aus praktischen Erfahrungen ja eigentlich Experten in Intimsystemen sein sollten, dürfte dabei ja eigentlich wenig überraschendes zu Tage treten...