Das schmerzt jetzt sehr.
Ich lese das Buch seit neun Monaten, immer wieder in kleinen Etappen. Und ich kann keinen einzigen Fitzel davon wiedergeben. Nichts.
Ich sitze heute Morgen vor einem Absatz über Urteile, der Logik und Mathematik einbindet, zum Neukantianismus springt – und da reißt etwas endgültig auseinander.
Ich muss das Buch abbrechen, da es mich maßlos überfordert. Und das ist bitter, da Bloch in seiner Art zu erklären ein Wohnzimmer für mich ist. Alles bei ihm ist in Bewegung und offen.
Nur wirft er in diesem Werk alles Denkbare aus Kulturgeschichte, Psychoanalyse, Ontologie, Materialismus, Philosophie, Logik, Mathematik, Theologie, Utopie, Kunst … zusammen und serviert ein hochkomplexes Gebräu, dem ich nicht gewachsen bin.
Das Positive: Wenn ich irgendwann soweit bin, mehr davon zu verstehen, muss ich es nicht linear lesen. Das Prinzip Hoffnung scheint ein Lebenswerk zu sein, das einzelne Landschaften eines Denkraums bietet, die frei innerhalb ihrer Unterkapitel als geschlossene Gedankengänge funktionieren.
Bloch, für mich bist du auch ein Noch-Nicht – ein Zuhause, von dem mich ein langer Weg der Wanderschaft trennt.