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Die Schwestern von Sherwood

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Eine geheime Botschaft, eine verbotene Liebe, eine tödliche Schuld

1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …

576 pages, Hardcover

First published April 22, 2013

5 people are currently reading
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About the author

Claire Winter

11 books12 followers
Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben, und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Claire Winters Romane finden sich regelmäßig auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste, zuletzt vertreten mit »Kinder ihrer Zeit«, die spannende Geschichte um die Schwestern Alice und Emma im Berlin der 60er-Jahre wird nun fortgesetzt. Die Autorin lebt in Berlin.

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Community Reviews

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59 (38%)
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Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Sonja Rosa Lisa ♡  .
5,157 reviews640 followers
June 29, 2022
Melinda lebt im Berlin der Nachkriegszeit. Nachdem sie ihre Eltern verloren hat, steht sie alleine da und versucht, einen Job als Journalistin zu bekommen.
Eines Tages wird ihr ein Paket zugestellt ohne Absender. In dem Paket befinden sich unter anderem Briefe und eine wertvolle Schachfigur aus Marmor. Zunächst weiß Melinda nicht viel mit dem seltsamen Päckchen anzufangen, doch dann nimmt sie Nachforschungen auf, die sie bald nach England und in die Vergangenheit führen.
*
Meine Meinung:
Ich bin mir sicher, dass ich schon jetzt dieses Buch zu meinen Lesehighlights 2013 zählen kann!
Die Geschichte hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich am liebsten die Tage und Nächte durchgelesen hätte. Die Autorin schreibt so unglaublich bildhaft, dass ich mir wie im Kino vorkam.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Handlungssträngen. Einmal geht es um Melinda, die in der Nachkriegszeit 1948 in Berlin lebt und nach England reist. Und dann lernen wir Elisabeth und John und ihre Töchter Amalia und Cathleen lernen, die in Devon im ausgehenden 19. Jahrhundert lebten.
Ich bin ein großer Fan von Familiengeschichten, Familiengeheimnissen und Nachforschungen in der Vergangenheit. Somit bin ich auch schon mit sehr großen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Ich wurde nicht enttäuscht!
Die Geschichte hat mich absolut fesseln können. Sie hat mich zutiefst berührt und wird mich auch jetzt nach dem Lesen der letzten Seite noch lange gedanklich beschäftigen.
Profile Image for Anja.
657 reviews12 followers
July 20, 2017
Meine Meinung:

Dieses Buch hat ganz viel Seele. 

Nachdem ich in letzter Zeit fast nur Thriller gelesen habe und dieses Buch schon soooo lange in meinem Regal auf mich wartet, dachte ich das es vielleicht mal eine Abwechslung ist. Ich habe bisher nur ein Buch der Autorin gelesen und war begeistert, also kann ja auch dieses nicht so schlecht sein, dachte ich.

Ich wurde absolut nicht enttäuscht. Als ich anfangs noch versucht habe, die ganzen Namen der Protagonisten in meinem Kopf zu sortieren, war ich irgendwann mitten in dieser tollen Geschichte versunken. 

Zuerst lernt man Melinda kennen, die ein geheimnisvolles Paket erhält und dann ganz bald auf den Spuren der Vergangenheit ist. Man liest abwechselnd von Melinda in den 1940er Jahren und von den Geschehnissen in England, Ende des 18. Jahrhundert. Ich war von beiden Erzählsträngen gleichermaßen fasziniert und habe vor allem was früher geschehen ist, förmlich aufgesaugt. Hier stößt der Leser auf eine unglaubliche Geschichten voller Liebe, Intrigen und dem Verlangen nach Anerkennung. Ich habe unheimlich gern von Amalia und ihrer Schwester gelesen und war begeistert und erschüttert zugleich über deren beiden Welt. Die tiefe Liebe der beiden zueinander hat mich hier sehr berührt und ich war, auch wenn ich mir einen zumindest kleinen Teil denken konnte, sehr gespannt wie die Geschichte der beiden mit Melinda aus Berlin zusammenhängt. 

Nach und nach erfährt man immer mehr Zusammenhänge und je mehr ich gelesen habe, umso schwerer viel es mir das Buch wegzulegen, denn spätestens ab der Hälfte war ich in einem absoluten Sog gefangen und musste bis zum Ende durchlesen. Ich glaube, es gibt nicht viele Leser, die bei dieser Geschichte nicht weinen und kann nur von mir sagen, das es auf jeden Fall ein Buch ist, das mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.
Profile Image for Dani_liest.
430 reviews29 followers
April 30, 2023
„Die Schwestern von Sherwood“ ist unterteilt in zwei Erzählebenen.
Ein Handlungsstrang spielt Ende des 19. Jahrhunderts und erfüllt alle Voraussetzungen, um ein richtig schöner Schmöker zu sein, in den man sich perfekt vertiefen kann.
Die Schwestern Cathleen und Amalia haben eine sehr enge und vertraute Beziehung. Als als Amalia aufgrund einer Erkrankung taub wird, ändert sich daran nichts. Als sich beide jedoch in den selben Mann verlieben, nimmt eine Verkettung von tragischen Ereignissen ihren Lauf.

Claire Winter kreiert eine tolle, düstere Atmosphäre. Alte Herrenhäuser, Dauerregen und eine Moorlandschaft, die faszinierend und gefährlich gleichermaßen ist.
Was die Charaktere anbelangt, sind die beiden Schwestern ein Lichtblick zwischen einer Vielzahl an Personen, die überwiegend berechnend und aus monetären Beweggründen agieren. Am meisten erschreckt hat mich allerdings die Art und Weise, wie damals mit tauben Menschen umgegangen wurde.

Das Liebesdreieck empfand ich ich als sehr tragisch, auch wenn ich die Emotionen der Protagonisten nicht so gefühlt habe. Einerseits sprechen Edward und Amalia von der großen Liebe, gleichzeitig haben sie so viele Geheimnisse vor einander, dass jeder eigentlich nur in ein Phantom verliebt sein kann und nicht in die echte Person.

Wegen mir hätte die Geschichte gerne exklusiv 1881 spielen können. Parallel gibt es nämlich noch eine zweite Erzählebene, in der Melinda 1948 ein geheimnisvolles Päckchen erhält und sich auf Spurensuche begibt.
Die Handlung wird also einerseits 1881 vorwärts erzählt und 1948 rückwärts. Dadurch wird schon frühzeitig sehr viel preisgegeben. Bevor ich in der Hälfte des Romans war, war mir eigentlich schon klar, wie die weitere Entwicklung aussehen wird. Dadurch hat mir etwas die Spannung gefehlt.

Mein abschließender Kritikpunkt hat nichts mit dem Inhalt zu tun. Ich finde, dieses Buch ist extrem papierverschwenderisch gedruckt. Es gibt sehr viele Leerseiten. Bestimmt könnte man vom Umfang 50 Seiten abziehen, wenn man den Text einfach fortlaufend gedruckt hätte.
Profile Image for Geli.
243 reviews11 followers
July 30, 2020
Super spannende Geschichte in zwei Zeitebenen. Selbst, wenn man meint zu wissen, was passiert ist, ist es doch nicht so.
Ich habe das Buch verschlungen, sehr empfehlenswert für Leser von Familiengeschichten
74 reviews1 follower
August 29, 2020
Eine spannende Erzählung in zwei Zeitebenen. Die Story hat mir sehr gut gefallen. Von mir ein Stern weniger, da das Ende der Geschichte doch sehr voraussehbar war und die Spannung bis zum Schluss daher für mich gefehlt hat.
Profile Image for Gitti.
1,167 reviews
December 29, 2021
Melinda bekommt im Berlin des Jahres 1948 anonym ein Paket zugestellt, in dem Briefe, Zeichnungen und eine Schachfigur enthalten sind. Die Zeichnungen deuten auf den Herkunftsort England hin, der Heimat ihrer Mutter. So nutzt sie die Gelegenheit, eine journalistische Fortbildung in London zu besuchen, um sich vor Ort auf die Suche nach weiteren Hinweisen zu machen. Nach und nach entdeckt sie eine Geschichte, die auch ihre Zukunft verändern wird.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal in den Jahren 1895-97, in der die Geschichte von Amalia und Cathleen erzählt wird und dann Melindas Nachforschungen im Jahr 1948. An sich fand ich diesen Aufbau gekungen, allerdings hatte ich immer das Gefühl deutlich mehr zu wissen, als Melinda. Dieses Gefühl ist auch bis zum Ende geblieben und ich hatte nicht das Gefühl, dass die Protagonisten am Ende den gleichen Wissensstand hatten wie der Leser.

Die Geschichte von Amalia war durchaus spannend, auch wenn an manchen Ecken doch ein bisschen viele Schicksalsschläge passiert sind. Aber das Thema Taubheit und der Umgang der Gesellschaft damit war sehr interessant. Und auch die gesellschaftlichen Dünkel der damaligen englischen Oberschicht sind wirklich sehr deutlich geschildert, da ging es wirklich nur um den Schein und das persönliche Glück musste meist zurückstehen.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn ich gemerkt habe, dass mir solche Familiengeheimnisse nicht wirklich liegen. Ich kann es aber trotzdem Fans dieses Genres empfehlen.
Profile Image for One_last_book.
251 reviews11 followers
January 3, 2020
Ein wundervolles Buch über ein Familiengeheimnis mit 2 Zeitebenen. Der Schreibstil war locker und leicht und ich konnte mir alles bildlich vorstellen, sowohl die Umgebung als auch die Personen. Die Geschichte wird von mehreren Personen erzählt , was mir sehr gut gefallen hat und die Geschichte hat mich sehr berührt. Verdiente 5🌟 ❤❤ ❤
Profile Image for Bücher-Stöberia.
369 reviews
September 17, 2013
„Die Schwestern von Sherwood“ ist nicht nur aufgrund seines Umfangs, sondern auch aufgrund seines Inhalts ein richtig schöner Schmöker. Wer spannende und mysteriöse Familiengeschichten liebt, denen nach und nach auf den Grund gegangen wird, der wird hier ganz bestimmt fündig.

In den Jahren 1948 und folgende begleitet der Leser Melinda, eine aufstrebende Journalistin, die in dem zerstörten Nachkriegsberlin lebt. Sie erhält eines Tages ein Paket, in dem sie Briefe, eine Schachfigur sowie Bilder einer Moorlandschaft entdeckt. In dem Paket findet sich keine Erklärung dazu, noch ist ein Absender erkennbar. Nicht nur Melindas Reporterherz schlägt aufgrund dieses rätselhaften Päckchens höher, sondern sie vermutet zudem, dass die Vergangenheit ihrer Familie mit dieser Sendung zusammenhängen könnte. Und so begibt sie sich auf die Spurensuche, reist dabei zusätzlich in die Vergangenheit und stößt auf die Sage der Sherwood-Schwestern, die beide auf rätselhafte Art und Weise innerhalb von kurzen Abständen im Moor von Dartmoor ums Leben gekommen sein sollen. Nicht jeder ist darüber erfreut, dass Melinda Nachforschungen anstellt und so sieht sie sich bald einer Bedrohung ausgesetzt, die sie in Gefahr bringt.

In dem zweiten Erzählstrang reist der Leser nicht nur in die Vergangenheit - in die Jahre 1881 und folgende - sondern auch nach England, wo er die Familie Sherwood kennenlernt, die mühsam und mit vielen Rückschlägen zu Reichtum gelangt ist, aber von der hohen Gesellschaft nicht anerkannt wird. Die beiden Schwestern Amalia und Cathleen sind ein Herz und eine Seele, und die schwere Krankheit, die dafür sorgt, dass Amalia ihren Hörsinn verliert, schweißt die beiden nur noch enger zusammen.

Der Autorin ist es hervorragend gelungen, anschaulich darzustellen, wie Amalia lernt, mit ihrer Beeinträchtigung klarzukommen, wie sie und ihre Schwester eine Zeichensprache entwickeln, wie Amalia sich dennoch ständig benachteiligt und einsam fühlt. Den Leser erwarten hier sehr emotionale und bewegende Szenen und es fällt leicht, das Gefühlsleben der Charaktere nachzuvollziehen. Weniger verständlich wirken dagegen die Reaktionen der Eltern, die Amalia total aus dem öffentlichen Leben ausschließen, aus Angst davor, dass ihre Tochter den Ruf ihrer Familie noch mehr zerstört.

Doch Amalia lässt sich nicht unterkriegen und schöpft neuen Lebensmut, als sie im Moor, in das sie sich zum Malen immer mehr zurückzieht, einen Unbekannten trifft, mit dem sie mehr und mehr Zeit verbringt und in den sie sich schließlich verliebt. Zu ihrer großen Freude bleibt diese Liebe nicht unerwidert und Amalia erfährt endlich, was es heißt, aus tiefstem Herzen geliebt und begehrt zu werden. Doch das Glück der beiden steht unter keinem guten Stern und sorgt für jede Menge Schicksalsschläge.

Als Leser hat man das Gefühl, Melindas Nachforschungen immer ein wenig voraus zu sein, da man durch den Erzählstrang aus den Jahren 1881 und folgende schon mehr erfährt, als Melinda durch ihre Recherchen herausfindet. Die beiden Erzählstränge laufen praktisch aufeinander zu und erst am Ende werden alle Rätsel aufgedeckt. Als Leser glaubt man, die Lösung schon zu sehen, aber sie ist immer noch etwas im Nebel und lässt sich nicht ganz greifen. So rätselt man während des Lesens mit und die Auflösung ist gleichzeitig nicht zu offensichtlich, auch wenn man teilweise schon Kleinigkeiten erahnen kann. Aber die Handlung ist insgesamt so rund und toll konstruiert, dass die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten bleibt.

Zwei kleine Kritikpunkte bleiben am Ende:

Es gibt einen klitzekleinen Teil der Handlung, den ich doch etwas zu konstruiert und irgendwie auch überflüssig fand.

Und außerdem fand ich den Schluss etwas übereilt. Klar, man muss als Autor bzw. Autorin einfach irgendwann mal zum Schluss kommen, aber nachdem sich die Handlung auf über 500 Seiten so schön ausgebreitet hatte und dabei doch keine Szene unnötig war (bis auf meine kleine Kritik von gerade eben), ging es mir auf den letzten 50 Seiten dann doch etwas zu schnell.

Was ich abschließend unbedingt noch lobend erwähnen möchte, ist der mitreißende und bildhafte Schreibstil der Autorin. Schon von der ersten Seite an schafft Claire Winter es damit, ihre Leser an das Buch zu fesseln und bildhafte Eindrücke von der Handlungsumgebung, der Handlung selbst und den Charakteren zu vermitteln. Besonders das zerstörte Nachkriegsberlin und die mystische Landschaft des Dartmoors werden von der Autorin überaus anschaulich beschrieben und vermitteln eine tolle Atmosphäre.

Trotz der Tatsache, dass sich dieser Roman schön leicht weglesen lässt, verlangt er doch einige Konzentration. Das liegt zum Einen an den vielen Zeitsprüngen, zum Anderen aber auch an der Vielzahl der Personen, deren Beziehung zueinander nicht aus den Augen verloren werden darf. Als anspruchsvoll würde ich das Buch dennoch nicht bezeichnen. Aber man sollte dran bleiben und nicht zu lange Pausen zwischen den Leseabschnitten einlegen, um an der Handlung dranzubleiben und die Zusammenhänge nicht zu vergessen.

Mein Fazit:

Ein vielseitiger und von der ersten bis zur letzten Seite spannender Roman, der durch den mitreißenden Erzählstil der Autorin und die toll konstruierte Handlung begeistert.
Profile Image for Sabine.
771 reviews20 followers
July 5, 2013
Im Nachkriegsberlin erhält die angehende Journalistin Melinda ein rätselhaftes Paket, dem neben Liebesbriefen und Zeichnungen aus dem alten England eine Schachfigur beiliegt. Sie ist neugierig und fragt sich, wer ihr dieses Paket hat zukommen lassen. Ihre Recherchen führen sie schon bald nach Dartmoor zu einem alten Herrenhaus. Viele Geschichten ranken sich um den malerischen und geheimnisvollen Ort, so auch die der beiden Schwestern von Sherwood. Im Jahre 1881 ist Cathleen nun der ganze Stolz der Familie Sherwood, nachdem ihre hübsche Schwester Amalia nach einer Erkrankung taub ist. Doch die Schwestern verbindet ein unsichtbares Band, das kann auch die Mutter, die die Behinderung Amalias als Makel empfindet und sie am weiteren Aufstieg der Familie im gesellschaftlichen Rang hindert, nicht durchbrechen. Sie plant Böses, doch so leicht lässt sich Amalia nicht unterkriegen. Doch was verbindet die beiden Schwestern mit Melinda und was hat es mit dem rätselhaften Paket auf sich?
Mitreißend und bewegend ist diese Familiengeschichte, die in zwei Zeitebenen spielt und mich mitgenommen hat ins historische England und ins Berlin der Nachkriegszeit. Claire Winter alias Claudia Ziegler (bekannt auch durch ihre wundervollen historischen Romane) versteht es geschickt, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Die beiden Erzählstränge sind jeweils klar voneinander getrennt, so dass ich keinerlei Probleme hatte, mich in der jeweiligen Geschichte zurechtzufinden. Dabei ist der Sprachstil angenehm zu lesen und ansprechend, durch die vielen Beschreibungen und die bildhafte Sprache konnte ich mir sowohl Berlin, noch in Trümmern und Schutt liegend, gut vorstellen, als auch Dartmoor mit seinen Geheimnissen und der unheimlichen Stimmung. Die Autorin hat es wirklich geschafft, Atmosphäre zu erzeugen und mich in die Geschichte hineinzuziehen, als ob ich selber dabei gewesen wäre.
Melinda ist eine sehr sympathische Frau, die auch in der schweren Zeit nach dem 2. Weltkrieg versucht, ihren Weg zu gehen. Als angehende Journalistin ist ihre natürliche Neugierde nur hilfreich, ihr Selbstbewusstsein hilft ihr, sich nicht so schnell unterkriegen und einschüchtern zu lassen.
Auch die beiden Sherwood-Schwestern sind mir sympathisch, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein können. Gerade Amalia hat eine ganz rührende Art, die mir wirklich gefallen hat. Trotz ihres „Makels“ lässt sie sich nicht unterkriegen, ihr Mut und ihre Zielstrebigkeit konnten mich wirklich begeistern. Ihre Beziehung zu ihrer Schwester Cathleen ist liebevoll, die schwesterliche Verbundenheit beeindruckend. Cathleen wiederum ist eher ein romantischer Charakter – sie glaubt an die Liebe und wünscht sich nichts sehnlicher als eine eigene kleine Familie. Doch ihre Rolle ist tragisch, gerät sie doch ohne ihr eigenes Zutun zwischen die Fronten und kann ihr Glück leider nicht finden.
Wirklich beeindruckt hat mich das Thema der Taubheit im 19. Jahrhundert: hier hat die Autorin sehr gut recherchiert und wunderbar beschrieben, wie sich Amalia mit ihrer Behinderung arrangiert und die zu dieser Zeit schon sehr ausgetüftelte Gebärdensprache anwendet. Was Amalia fühlt, wie die Menschen mit ihr umgehen und wie sie die Demütigungen, die ihr entgegen gebracht werden, aushalten kann, all das ist wirklich sehr eindringlich beschrieben und hat mich tief beeindruckt.
Der Roman vereint wirklich alles, was ich bei Schmökern so liebe: ein spannendes Familiengeheimnis, eine ansprechende Kulisse, sympathische Charaktere und nicht zuletzt eine wenn auch tragische Liebesgeschichte – ich bin beim Lesen eingetaucht in andere Welten und kann dieses Buch wirklich uneingeschränkt empfehlen!
Profile Image for Angelika.
333 reviews7 followers
July 15, 2015
Als der jungen Berlinerin Melinda Leewald anonym ein Packet geschickt wird, weiß sie erst nicht was sie davon halten soll. Wunderschöne Bilder einer englischen Moorlandschaft, gefühlvolle Liebesbriefe und eine außergewöhnliche Schachfigur geben ihr Rätsel auf. Kurzerhand nimmt sie das Angebot, an einem Journalistenseminar in London teilzunehmen an. Denn Melinda spürt, dass die Gegenstände mit der Geschichte ihrer verstorbenen Mutter und Großmutter zu tun hatte. Letztere kannte die junge Frau nicht, ihr war nur bekannt, dass diese in England aufgewachsen und gelebt hat, bevor sie mit ihrer Mutter nach Deutschland ausgewandert ist. Ihre Recherchen führen sie nach Dartmoor, zu einem geheimnisvollen Anwesen und den Sherwood Schwestern, deren dramatische Geschichte den Dorfbewohner auch nach 60 Jahren noch schaurig in Erinnerung ist……

Die Geschichte der Schwestern von Sherwood ist in zwei Zeitzonen geteilt. Einmal das hier und jetzt der Nachkriegsjahre der 40er Jahre und einmal in die Zeit der Sherwood Schwestern Ende des 19. Jahrhunderts. Als Leser springt man zwischen Melinda und ihren Ahnen hin und her. Man erfährt viel über das Leben der beiden Mädchen, insbesondere Amalia, der Großmutter der Protagonistin.

Clair Winter hat sich in dem historischen Roman einer Thematik angenommen, die mich sehr beeindruckt hat: der Behinderung von Menschen und wie man zwei Jahrhunderte vorher noch mit diesen Menschen umging. Amalia hatte als Kind eine schwere Infektion durchgemacht und so ihr Gehör verloren. Sie ist für die Familie nichts mehr wert. Wird versteckt und landet in späteren Jahren in einem Heim. Die Mutter in ihrer ganzen gefühllosen und harten Haltung jagte mir Schauer über den Rücken. Die Dramatik und das Schicksal dieser Aktion im Leben der Schwestern grandios und bewegend zu lesen. Besonders gut gefallen hat mir, dass nicht die “unversehrte” Tochter die Hauptrolle in dieser tragischen Liebesgeschichte spielte.

Auch Melindas Recherchen sind spannend und gut dargestellt. Die Sprache bildhaft und wunderschön. Man begleitet sie auf ihre Suche und kann nicht innehalten, auch wenn von Anfang an klar ist, dass es nur ein halbes Happy End geben wird.

Mein Fazit:

Eine sehr gefühlvolle wie auch spannende Geschichte mit drei dramatischen Protagonisten deren Schicksale mich als Leser sehr bewegt haben. Für Leser die nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch eine Suche nach der Wahrheit in längst vergangenen Zeiten in der Handlung mögen. Sehr schön und bildgewaltig dargestellt.
Profile Image for Sarah Liana.
38 reviews1 follower
January 25, 2015
Eine tolle und sehr fesselnde Geschichte.
Ich möchte gerne mehr von der Autorin lesen...
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