Sylt ist wie ein großes Haifischbecken: Großbauprojekte um jeden Preis, Demonstrationen und Mamma Carlotta mittendrin Mamma Carlotta ist mal wieder zu Besuch auf Sylt. Als ob sie Todesfälle magisch anziehen würde, stürzt in der Nähe des Kurkonzertes – welches sie sich gerade anhört – eine Frau vom Balkon. Bevor ihr Schwiegersohn den Tatort besichtigt, ist Carlotta vor Ort und verschafft sich einen Überblick.
Es passt Carlotta überhaupt nicht in den Kram, dass ausgerechnet die Schwester der Toten das so genannte Hassobjekt der Bürgerinitiative auf Sylt und nebenbei auch noch eine gute alte Bekannte ihre Schwiegersohns ist. Sie soll ihm ja keine schöne Augen machen, denn durch ihre Bauprojekte ist sie weder bei den Syltern, noch bei ihren Enkeln beliebt.
Doch das ist das kleinste Problem: dieser Fall fordert noch mehr Todesopfer und vor allem Mamma Carlotta’s kriminalistischen Spürsinn.
Mein Fazit
Dies ist mein zweites Hörbuch aus der Gisa Pauli-Reihe rund um den Sylter Kommissar und dessen italienische Schwiegermutter Mamma Carlotta. Dieses Mal fiel es mir wirklich schwer, mich auf die Handlung zu konzentrieren. Das ganze Hin und Her mit den Demonstrationen war etwas langatmig. Grundsätzlich habe ich für mich herausgefunden, dass der Mix mit italienischen Temperament und Sylter Gelassenheit nicht ganz so mein Geschmack ist und dass ich zukünftig wohl kein Mamma Carlotta-Hörbuch mehr hören werde.
In diesem Fall hat mir die gekürzte Hörbuch-Version nichts ausgemacht, ich habe nicht bemerkt, dass irgendwo etwas gefehlt hätte – die Kürzung ist also sehr gut gelungen.
Und das größte Lob möchte ich auch gleich an Christiane Blumhoff verteilen, denn sie hat herausragend gut gelesen! Nicht nur den italienischen Akzent und die entsprechenden Brocken der Sprache von Mamma Carlotta hat sie nonchalant gemeistert, sie hat auch die Geschichte mit so viel Schwung und Pathos gelesen, dass es eine Freude war, ihr zu lauschen. Für mich steht fest: wenn sie wieder ein Hörbuch liest, für das ich mich interessiere, kann ich es ohne Bedenken und vorheriges Hineinhören getrost kaufen.
Die Story an sich ist interessant, wartet auch erst am Ende mit der auflösenden Wende auf, aber hat mit korrekter Polizeiarbeit eigentlich nichts mehr zu tun. Die ist auf Kosten des Humors regelrecht verloren gegangen. Auch die Spannung fehlt ein bisschen. Vielleicht lag es auch daran, dass der entscheidende Hinweis schon relativ früh auftauchte, aber anscheinend niemand (außer mir) davon Notiz nahm, so dass ich bereits den Täter identifiziert hatte, bevor ich noch wusste, warum. Das Motiv ist denn auch gerade für mich nicht besonders einleuchtend, aber wer versteht schon die Psyche eines Mörders tatsächlich vollumfänglich?