Magda und André lernen sich 1926 in New York kennen. Sie sind beide im Jahr 1901 geboren. Magda kommt aus Florenz und hat russische Vorfahren, André aus Frankreich. Ihnen gemeinsam ist eine hingebungsvolle Liebe zu den Mitmenschen, koste es, was es wolle.
Dieses Buch erzählt recht ausführlich und in wunderschöner Sprache von Kindheit und Jugend der beiden, und diese Grundlage ist wichtig, um ihre Persönlichkeiten und späteren Entscheidungen zu verstehen. Es ist auch sehr interessant einen Einblick in das Leben am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts zu bekommen.
Ab dem Jahr 1926 haben Magda und André eine gemeinsame Geschichte, auf der Suche nach einem Zuhause und einem Platz, an dem sie Gott dienen können. Es ist schwer eine Pfarrstelle zu finden, denn Andrés pazifistische Einstellung ist in der reformierten Kirche nicht gern gesehen. Als er ab dem Jahr 1934 eine kleine Gemeinde in einem entlegenen Dorf betreut, ahnt er nicht, wie Gott diesen Ort zur Rettung von vielen Menschen, vor allem Kindern, gebrauchen wird.
Beeindruckend ist, wie die Menschen in den Dörfern und Höfen dieser hugenottisch geprägten Gegend zusammenarbeiten, um im Verborgenen Widerstand zu leisten. Es entsteht ein fruchtbares Netzwerk. Menschen werden untergebracht, versorgt, mit falschen Papieren ausgestattet und schließlich ins Ausland geschmuggelt, wo sie in Sicherheit sind. Insgesamt werden so etwa 5000 Menschen vor dem Tod gerettet, darunter 3000 Juden. Bei der aufopfernden Hilfsbereitschaft der Dorfbewohner, spielen die Predigten von André und das Vorbild des Paares eine große Rolle.
Die Grundlage dieses Buchs sind Quellen, unter anderem Memoiren von Magda und André. Es ist nicht nur spannend geschrieben, sondern mit seinen vielen hilfreichen Zitaten und Gedankenanstößen, ist es berührend und inspirierend. Sehr schön ist die Einstellung dieser hilfsbereiten Menschen, dass es nicht auf Nationalität oder Herkunft ankommt. Wenn ein Mensch in Not ist, muss ihm geholfen werden!
Fazit: Eine wunderschön geschriebene Erzählung über Mut und Nächstenliebe in schweren Zeiten. Die wertvollen Gedanken und Einsichten regen zum Nachdenken an. Diese Geschichte über den Einfluss eines Paares auf ihre Kirchenmitglieder ist erstaunlich, inspirierend und sehr empfehlenswert!
Klappentext Ein französisch-russisch-italienisches Paar, das sich in New York kennenlernt und nach Indien reisen will, um Gandhi zu treffen ... Schon diese Geschichte bietet genug Stoff für ein Buch. Doch es geht weiter – ganz anders, als das junge Paar es plant, und mit zunehmender Dramatik. Die beiden landen in der tiefsten französischen Provinz, André als Pfarrer, Magda als Lehrerin. Doch als deutsche Truppen Frankreich besetzen, eröffnen sich ihnen ungeahnte Möglichkeiten, gerade weil sie „am Ende der Welt“ leben. Wie aus einem unscheinbaren Luftkurort im Zentralmassiv ein zentraler Ort der französischen Résistance wurde – und zwar der unbewaffneten –, erzählt Hanna Schott in diesem spannenden Buch so lebendig, dass die zeitliche Distanz zu verschwinden scheint. Eine Liebesgeschichte, ein zentrales Stück deutsch-französischer Geschichte und nicht zuletzt eine Geschichte von Mut und Zivilcourage, in der mehr als 3 000 Menschen, die meisten davon Kinder, vor dem sicheren Tod bewahrt wurden.
Meine Meinung
Story Die Autorin, Hanna Schott, hat hier eine sehr gute recherchierte und flüssig zu lesende Biographie über das Ehepaar Magda & André Trocmé geschaffen und es dabei sehr gut geschafft, die eigentlich sehr verschiedenen und dennoch gleichgesinnten Charaktere realistisch wiederzugeben. Die erste Hälfte des Buches befasst sich ausschließlich mit der unterschiedlichen Lebensgeschichte der beiden. Denn Andre und Magda hätten unterschiedlicher kaum aufwachsen können, sei es vom Glauben an Gott her, oder den unterschiedlichen familiären Umständen. Leider fand ich persönlich diesen Teil des Buches, der immerhin fast die Hälfte dessen benötigt, etwas zu ausschweifend, so das die eigentliche, dennoch großartige Handlung zu wenig Raum bekommt.
Schreibstil Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen und entführt den Leser in die Vergangenheit, die von den großartigen Taten der Trocmé gezeichnet ist.
Charaktere Die Charaktere sind wunderbar wiedergegeben worden und haben meinen größten Respekt verdient. Immerhin hat das Ehepaar über 3.000 jüdische Kinder und Erwachsene geschützt und versteckt, dem wurde leider viel zu wenig Bedeutung beigemessen.
Mein Fazit
Eine sehr authentische, berührende und in Erinnerung bleibende Biographie. Von mir gibt es vier von fünf Sternen.