Mir haben die "Kleinen Schwäne" besser gefallen als der Tango hier. Dennoch konnte ich mich von der Handlung und seinen Wendungen beim Lesen überraschen lassen konnte. Wirklich spannend war das Buch trotzdem nicht, auch wenn sich fragt, wer denn der Täter war. Ich glaub für mich lag das fehlende Spannunggefühl auch darin, dass das Opfer nicht ausreichend vorgestellt und interessant für den Leser gemacht wurde. Ich kenne sie nicht, ich weiß nicht ob ich sie mögen soll oder nicht, wer sie überhaupt war und ob ich nun traurig über ihren Tod sein soll und danach eben auch mitfiebern soll, wer es denn getan hat und warum.
Man merkt aber auch, dieser Krimi (und auch die anderen von Eva Maaser) ist anders als ein amerikanischer Krimi zum Beispiel, wo der Hauptaugenmerk auf dem Fall liegt und nicht so sehr auf den Ermittlern. Mir ist dieser Unterschied vor allem auch bei skandinavischen Krimis (von verschiedenen Autoren, sei es Mankell, Marklund, Lehtolainen, Indridason, Fossum, Tursten...) aufgefallen, wo auch das Leben und die Psyche der Ermittler meist einen ebenso großen Stellenwert haben und ihre Probleme Teil der Handlung werden. Aber auch die Ermittler werden hier nur so halb und etwas oberflächlich gezeichnet. Das gelang Maaser in "Kleine Schwäne" deutlich besser, wo aber auch die gesamte Geschichte aus der Ich-Perspektive einer Ermittlerin geschildert wird und das Buch somit unweigerlich subjektiv wird und auch Gefühle und Gedankengänge enthält.