Der Wilde Westen mitten in Bayern. Geht nicht? Von wegen! Jahrelang lockte No Name City eingefleischte Western-Fans in die tiefste Provinz. »Häuptling« Heinz J. Bründl und Stuntman Tommy Krappweis erzählen von ihrem wilden Leben in der Westernstadt: von unzähligen Raufereien und Schießereien, unfreiwilligen Explosionen zu stark gestopfter Schrotflinten bis hin zu den heimlichen und unheimlichen Liebschaften des Totengräbers. Von einem Goldsucher mit Realitätsverlust, der in der Münchner S-Bahn dem Sicherheitsdienst Feuerschutz gab. Und von zwei unverbesserlichen Cowboys, die entgegen aller Konventionen ihren Traum verwirklicht und zur Not auch mit der Flinte verteidigt haben.
Ich breche das Buch jetzt ab, weil ich mich nicht sehe, wie ich es demnächst weiterlesen werde. Nach Sportlerkind hatte ich unglaublich Lust auf mehr Erinnerungen von Tommy Krappweis. Doch irgendwie fehlte etwas, vielleicht, weil es nicht mit seinem Vater geschrieben wurde oder weil ich nicht so sehr im Westernsetting bin. Vielleicht werde ich irgendwann noch einmal danach greifen und es beenden :)
Bevor ich mir 'Das Vorzelt zur Hölle' gekauft habe, habe ich schon ein wenig hin- und herüberlegt. Schließlich war ich selber nie zelten und hatte so keine wirkliche Meinung zu dem Thema oder Erfahrungen die ich mit denen des Autors vergleichen könnte. Irgendwann hab ich es dann doch gekauft und es nicht bereut: auch als nicht-Camper waren die Geschichte für mich zum Schreien. So habe ich also gehofft, dass auch Vier Fäuste...unterhaltsam wird obwohl ich bisher noch nicht mal einen Winnetou-Film gesehen habe und ich wurde nicht enttäuscht. Mein Gelächter über so manche Episode war noch zwei Zimmer weiter zu hören, auch ganz ohne Wissen über den Wilden Westen.
Das Format ist zumindest zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig. Das Buch ist nämlich ein sehr ausführliches Interview (wobei nicht ganz klar ist wer jetzt wen interviewt). Zwar gibt es schon eine Kapiteleinteilung und die beiden Autoren erzählen mehr oder weniger abwechselnd heitere Episoden aus der Zeit im Wild West Park aber an vielen Stellen gibt es kurze Einschübe in denen sie ein Thema noch etwas ausführlicher diskutieren. Mir fiel es da nicht immer leicht mir zu merken wer denn jetzt gerade spricht aber trotzdem hat sich recht schnell das Gefühl eingestellt als wäre man live bei der Entstehung des Buches dabei und könnte wie die beiden sich die verrückten Geschichten erzählen. Besonders gegen Ende wurden ein paar der Interview-Einschübe ziemlich albern und mir hätte etwas weniger 'Nun gibs doch zu!' - 'Nö' - 'Aber es war doch so, gibs endlich zu!' gereicht aber das hat nicht wirklich das Lesevergüngen gestört.
Tommy hat eine wunderbar erfrischende Art dem Leser, auch wenn dieser weder Camper noch authentischer Wild West Besucher ist, nahe zu bringen und das mit viel Humor, der doch häufig Lachmuskeln und Tränendrüsen beansprucht. Unterhaltsame Urlaubslektüre.