Nomen est Omen? Das befürchtet jedenfalls Melitta, genannt Mella, deren Leben dahintröpfelt wie Kaffeewasser durch die berühmte Filtertüte. Doch dann steht plötzlich Tante Eulalia vor der Tür. Frisch verwitwet und voller Tatendrang, hat sie sich in den Kopf gesetzt, Mella mit ihrem attraktiven Nachbarn zu verkuppeln und preist ihre Nichte als Heimwerkerkönigin an. Dumm nur, dass Mella noch nie einen Nagel in die Wand geschlagen hat. Doch auch dafür hat Tante Eulalia eine Lösung: Die Ladies‘ Night im Baumarkt soll aus Mella eine Meisterin im Tapezieren und Laminatverlegen machen. Ob das reicht, um ein Happy End zu zimmern?
Ina Glückauf wurde im Ruhrgebiet in eine große Familie hineingeboren, in der wunderbare Großmütter und Großväter, viele Onkel und Tanten sowie Geschwister für Inspiration sorgten – und eine warmherzige Grundschullehrerin durfte sie tatsächlich auch erleben. Heute tummeln sich in Ina Glückaufs Romanen schillernde Chaosqueens, originelle Nachbarinnen und Tanten, die immer einen guten Schuss Humor oder Weisheit ins Geschehen einbringen.
Bei dp DIGITAL PUBLISHERS hat sie eine Kurzgeschichte zu Rosenliebe und gefährliches Risotto – 12 Geschichten und Rezepte beigesteuert.
Mit ihrem Debütroman „Nageln will gelernt sein“ entführt uns die Autorin Ina Glückauf in das Leben von einer sehr sympathischen, teils naiven, Protagonistin, die kurz vor dem Weltuntergang am 21.12. noch schnell ihr Leben in die richtigen Bahnen lenken will. Erschienen ist das Buch im Juni 2013 im Ulstein Taschenbuch Verlag und umfasst gut 300 Seiten.
Inhalt: Ihr Name ist Melitta. Melitta Möller. Genau, wie die Filtertüten. So in etwa fühlt die Lehrerin für Französisch an der örtlichen Volkshochschule sich auch. Während bei ihrer Schwester Mercedes einfach alles perfekt zu laufen scheint, tröpfelt ihr Leben so vor sich hin. Sie wohnt im Elternhaus zusammen mit ihrem Freund Felix, dessen Eltern einfach der pure Horror sind. Früher hatte sie Träume vom Jetset-Leben mit ihrer Freundin Flori, die als Künstlerin durch die Welt reist. Heute, mit ihren fast 35 Jahren, wäre Mella schon froh, wenn die Reise in ein sauberes, ohne Männerkleidung verunstaltetes, Badezimmer ginge.
Doch dies ändert sich mit dem Einzug ihrer alten Tante Eulalia, die mit ihrer frischen, bodenständigen Art neuen Wind ins Haus bringt. Melitta kündigt kurzerhand einfach allen lästigen Freunden und Verwandten, die sie sowieso nur ausnutzen. Eindrucksvoll beerdigt sie die Beziehung mit Felix und seinen Eltern bei einer eindrucksvollen Trauerrede ihrer Tante Lali. Schluss mit lustig. Jetzt will sie ihr Leben ändern und den faszinierenden Nachbarn Georg, seinerseits Musiker, endlich von sich überzeugen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn er denkt sie sei eine gnadenlose Handwerkerin und könne sein Haus auf Vordermann bringen. Fortan will sie ihn mit ihren – nicht vorhandenen – Handwerkerkünsten überzeugen und richtet so einiges an Chaos an, während es in ihrem eigenen Haus auch drunter und drüber geht. Aber wozu gibt es schließlich Handwerkerkurse für Frauen und nette Nachbarn und Kursleiter? Als wäre das nicht schlimm genug soll auch noch der Weltuntergang nahen…
Wird Mella am Ende Georg von sich überzeugen können? Durch welche Irrungen und Wirrungen muss sie sich in ihrem eigenen Haus und der Familie kämpfen?
Meinung: Als erstes fiel mir das hübsche Cover auf, das eine Frau beim Handwerken zeigt vor einer schönen, verschnörkelten Tapete. Eben darum geht es in diesem Buch ja auch. Frau kann hier wirklich noch etwas lernen. Ich für meinen Teil kann nun mit Sicherheit Fliesen verlegen, Lampen aufhängen und Löcher bohren. Der Schreibstil ist sehr flüssig, sodass man einfach nicht mit dem Lesen aufhören kann, weil man unbedingt wissen will in welches Chaos Melitta als nächstes hineinschlittert und ob es doch noch mit dem Nachbarn klappt. Die Figuren sind sehr gut dargestellt, sodass man in jeder von ihnen den ein oder anderen Bekannten aus dem eigenen Leben wiedererkennt. Solche „Stereotypen“ gibt es eben überall. Die Geschichte ist frisch und spannend erzählt, sodass man sehr viel Lachen kann, da doch einiges an Situationskomik vorhanden ist. Für meinen Geschmack war das Ende dann aber zu komprimiert und kurz. Mit der Wendung hätte man sicher schon um einiges früher anfangen können. So plätscherte die Geschichte am Ende doch so dahin bis sie schließlich zu schnell vorbei war.
Fazit: Ein gelungener Debütroman zum Lachen. Perfekt um einfach mal die Seele baumeln zu lassen auf der Terrasse. Dennoch am Ende etwas zu schnell und komprimiert.