Lukas Salfeld, 50, führt ein ganz normales Leben. Niemand ahnt, dass er als Jugendlicher im Gefängnis saß, weil er seiner damaligen Freundin Marion die Kehle durchgeschnitten und ihr post mortem tiefe Messerstiche beigebracht hatte. Viele Jahre gelingt es ihm, seinen kranken Trieb zu bekämpfen. Eines Tages begegnet er einem Mädchen, das seiner toten Freundin auf fatale Weise ähnlich sieht. Seine gefährlichen Fantasien gewinnen immer mehr die Oberhand. Zeitgleich wird ein totes Mädchen aufgefunden, das auf dieselbe Weise wie damals Marion ermordet wurde. Die ermittelnden Kommissare entdecken schnell die Parallelen zum früheren Mordfall. Um einer Verhaftung zu entgehen, taucht Salfeld unter – mit dem kühnen Plan, als Gejagter selbst zum Jäger zu werden, um die Spur des Mörders aufzunehmen. Doch was, wenn er dabei sich selbst überführt? Denn an die Mordnacht hat Salfeld keinerlei Erinnerung...
Kurzbeschreibung: Lukas Salfeld, 50, führt ein ganz normales Leben. Niemand ahnt, dass er als Jugendlicher im Gefängnis saß, weil er seiner damaligen Freundin Marion die Kehle durchgeschnitten und ihr post mortem tiefe Messerstiche beigebracht hatte. Viele Jahre gelingt es ihm, seinen kranken Trieb zu bekämpfen. Eines Tages begegnet er einem Mädchen, das seiner toten Freundin auf fatale Weise ähnlich sieht. Seine gefährlichen Fantasien gewinnen immer mehr die Oberhand. Zeitgleich wird ein totes Mädchen aufgefunden, das auf dieselbe Weise wie damals Marion ermordet wurde. Die ermittelnden Kommissare entdecken schnell die Parallelen zum früheren Mordfall. Um einer Verhaftung zu entgehen, taucht Salfeld unter - mit dem kühnen Plan, als Gejagter selbst zum Jäger zu werden, um die Spur des Mörders aufzunehmen. Doch was, wenn er dabei sich selbst überführt? Denn an die Mordnacht hat Salfeld keinerlei Erinnerung... *Quelle*
Zur Autorin: Christa Bernuth arbeitete nach dem Studium an der Deutschen Journalistenschule in München viele Jahre als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen und Magazine. Ihre Kriminalromane wurden in mehrere Sprachen übersetzt und drei davon verfilmt. 2010 erschien ihr Roman Wer schuld war (dtv 24813). Christa Bernuth lebt mit ihrem Mann in München.
Meinung: Lukas Salfeld ist Anfang 50 und lebt mit seiner Frau und den beiden Töchtern ein ganz normales Leben. Niemand weiß, dass er als Jugendlicher 10 Jahre im Gefängnis gesessen hat, denn er tötete damals seine Freundin Marion auf brutale Art und Weise. Sein Trieb hat ihn nie ganz verlassen und somit lebt er mehr schlecht als recht damit, immer bemüht, ihn zu unterdrücken. Doch dann begegnet ihm ein junges Mädchen, das Marion zum Verwechseln ähnlich sieht und Lukas beginnt, sie zu verfolgen und zu beobachten.
Zur selben Zeit wird ein weiteres Mädchen tot aufgefunden, auf dieselbe Weise umgebracht wie seinerzeit Marion und Lukas gerät sehr schnell ins Visier der Polizei. Er sieht keinen anderen Ausweg, als zu flüchten und setzt alles daran, den wirklichen Täter zu finden. Doch dieser hat es nicht nur auf junge Mädchen abgesehen, sondern auch auf Lukas selbst...
Christa Bernuth konnte mich mit Das Falsche in mir von Anfang bis Ende an ihre Geschichte fesseln. Dieser Thriller wühlt auf, denn hier steht vor allem die Thematik des Kindesmissbrauchs im Mittelpunkt, mit der nicht jeder Leser klarkommen dürfte. Daher möchte ich den Roman nicht an zartbesaitete Leser weiterempfehlen!
Im Mittelpunkt steht Lukas Salfeld, der als Jugendlicher seine Freundin Marion umbrachte und sich nun erneut als Verdächtiger in einem Mordfall wiederfindet. Aus seiner Sicht wird aus der Ich-Perspektive berichtet. Überhaupt finden sehr viele Perspektivwechsel statt, selbst in den recht kurz gehaltenen Kapiteln wird hin- und hergeschwenkt zwischen Lukas, der Ermittlerin Sina Rastegar, Tagebuch-Einträgen von Marion und auch aus der Sicht von Lukas' Tochter Teresa. Und gerade diese vielen Perspektivwechsel machten für mich die Spannung dieser Geschichte erst aus.
Sina Rastegar, die Ermittlerin, hat ebenfalls mit einer dunklen Vergangenheit zu kämpfen, die scheinbar einen Zusammenhang mit den neuen Morden bildet und auch ihre Freundin, die Journalistin Meret Giordano, hat in ihrer Jugend einiges erlebt, was erst später zur Sprache kommt, aber ebenfalls seinen Teil zur Geschichte beiträgt.
Scheinbar niemand ist in der Kleinstadt Leyden unschuldig und in ein größeres Verbrechen verwickelt, das man sich anfangs als Leser überhaupt nicht vorstellen konnte. Ein Sumpf aus Pädophilie, Abartigkeit, Gewalt und Brutalität tut sich in diesem Buch auf und Christa Bernuth versteht es gekonnt, alle anfangs noch lose zusammenhängende Erlebnisse der Charaktere zu einem großen Kriminalfall zusammenzufügen und auch nicht auf ungeahnte Wendungen zu verzichten, die verblüffen können.
Ein wirklich spannender Thriller, der den Leser an die Seiten fesselt und dessen Lektüre man nur sehr ungern unterbricht. Empfehlenswert für alle eingefleischten Thriller-Fans!
Fazit: Spannung von Anfang bis Schluss, durchdachte Perspektiv- und Zeitwechsel und verblüffende Wendungen - so sollte ein Thriller sein!
Lukas Salfeld ermordet mit 16 seine Freundin. Und verbüßt darauf eine Zehnjährige Haftstrafe. Danach beginnt er ein neues Leben, heiratet, zeugt zwei Töchter. Alles scheint normal, bis ein junges Mädchen auf die gleiche Weise ermordet wird wie eins Lukas Freundin Marion. Sofort fällt der Verdacht natürlich auf Lukas, doch er ist sich fast sicher, dass er mit dem Mord nichts zu tun hat. Fast. Wenn da nicht diese Erinnerungslücken wären. So beginnt er selbst nach der Wahrheit zu forschen und taucht unter.
Anne Martenstein wird bis auf die Knochen aufgeschlitzt in einem Garten gefunden. Die verantwortlichen Kommissare Sina Rastegar und Benedikt Groneberg sind sofort auf der Spur von Lukas Salfeld, weil seine Jugendfreundin Marion vor über 30 Jahren auf die gleiche Weise ermordet wurde. Groneberg war damals der Polizist der Lukas aus dem Klassenzimmer geholt hatte und zum Verhör auf das Revier gebracht hat. Lukas hat den Mord gestanden, aber nie seine Beweggründe verraten.
Auch dieses mal ist er sofort der Hauptverdächtige, aber er entgeht einer Verhaftung durch eine spontane Flucht. Er versucht sich einzureden, dass er nicht der Mörder sein kann, auch wenn er nicht restlos überzeugt von seiner eigenen Unschuld ist, aufgrund von Gedächtnislücken am besagten Tag vom Verschwinden Annes. Auch weil Anne wie seine Marion ausgesehen hat, aber besonders wegen den dunklen Trieben in ihm. Seinen Phantasien, die er seit Jahrzehnten unterdrückt. Er versteckt sich, ändert seine Äußere Erscheinung und macht sich auf die Suche nach dem wahren Täter oder ist er auf der Suche nach sich selbst? Auf jeden Fall kommt er einer Uralten Verschwörung von Kindesmissbrauch auf die Spur.
Eine Geschichte zum Teil so dunkel wie die Nacht. Voller Abgründe. Fesselnd von der ersten Seite bis zur letzten. Am Ende hat dieses Buch auch die ein oder andere Überraschung parat. Und auch ist der Hauptprotagonist kein Held und auch nicht Unschuldig, man mag und versteht ihn aber trotzdem oder gerade deswegen. Macht euch auf pures Krimivergnügen gefasst! ;)
Mein Fazit zu Das falsche in mir Besonders interessant fand ich den Einstieg. Er war durchaus ungewohnt da man direkt den ersten Gewaltakt des Täters liest, aber es ist spannend aufgebaut und hat mich dazu gebracht weiter zu lesen. Leider gab es dann immer wieder sehr trockene Momente die den Lese-Fluss sehr verlangsamt haben was aber auch teilweise an der Schreibweise lag. Es war in einigen Fällen sehr schwierig die gedachten und gesagten Worte auseinander zu halten und den jeweiligen Charakteren zuzuschreiben.
Um so näher ich mich dem Ende näherte um so mehr Fahrt kam dann wieder auf. Es folgten gute Schlagabtäusche zwischen den Charakteren. Am Ende waren noch ein paar Fragen bezüglich der Charaktere die für mich noch nicht beantwortet oder offen gelassen wurden. Das ist etwas, was mich leider bei Büchern öfter stört. Deswegen ich diesen Kritik Punkt auch nicht als Versäumnis der Autorin sehe. Die Geschichte hat ein Ende und ich denke wenn man nicht so kleinlich wie ich ist, kann man sich mit diesem auch super arrangieren.
Von mir bekommt "Das Falsche in mir" von Christa Bernuth
Das Leben von Lukas Salfeld ist eigentlich ein normales Leben. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Seine Familie weiß nicht, was sich vor ein paar Jahrzehnten mit seiner aller ersten Freundin abgespielt hat. Sie wissen nicht, dass er eine Zeit lang im Gefängnis verbringen musste. Lukas hat etwas Dunkles in sich, gegen das er einen erbitterten Kampf führt. Als in seiner Stadt plötzlich Mädchen getötet werden, gerät ausgerechnet er in das Visier der Polizei. Irgendwann ist er sich selbst nicht mehr sicher, ob er wirklich so unschuldig ist, wie er eigentlich annimmt...
"Ich glaube nicht, dass Aggression etwas abbaut. Sie baut vielmehr etwas auf, nämlich neuen Zorn, der sich irgendwann aus sich selbst ernährt. Seite 43 "
Der Protagonist Lukas Salfeld ist ein bisschen durch. Und wenn ich bisschen meine, drücke ich es noch nett aus. Er lebt zusammen mit seiner Familie in einem schönen Haus und führt im Grunde genommen ein ziemlich langweiliges Leben. Seinen Kummer ertränkt er gerne mal in Alkohol, was seine Frau im Übrigen nicht lustig findet. Sina Rastegar ist eine der zuständigen Ermittler. Sie selbst hat sehr schlimme Dinge in ihrer Kindheit erlebt. Sina verdächtigt Lukas und setzt alles daran ihn zu finden. Nur ist er überhaupt schuldig?
"Marions Gesicht ist ein Garten, in dem ich so lange spazieren gehe, bis ich auch die letzte Rose in- und auswendig kenne, um dann wieder von vorne anzufangen. Seite 115 "
"Das Falsche in mir" hat mich nach Lesen der Kurzbeschreibung sofort sehr neugierig gemacht. Ich war sehr froh, als ich das Buch aufschlug und endlich anfing zu lesen. Die Geschichte fängt auch sehr spannend an. Die leichte Schreibweise von Christa Bernuth ist wirklich sehr angenehm. Leider sank meine Euphorie nach den ersten Kapiteln sichtlich. Es kamen plötzlich andere Sichtweisen ins Spiel, die nur per Absatz irgendwie abgegrenzt wurden. Da kam ich stellenweise einfach überhaupt nicht mehr mit. Hinzu habe ich den weiteren Verlauf des Thrillers als durcheinander und auch sehr langatmig empfunden. Der Protagonist ist auf der Flucht und während er das ist, passiert erstmal überhaupt nichts mehr was von Belang wäre. Als würde diese wirklich anstrengende Phase nicht schon reichen, passierten auch noch Dinge, die ich absolut nicht nachvollziehen konnte.
Achtung Spoiler! Zuerst ist Lukas bei einem Griechen untergetaucht, der ihn aber erkennt. Anstatt das Lukas, der ja eigentlich auf der Flucht ist, Reißaus nimmt, nein, da werden die Zwei tatsächlich noch dicke Freunde. (?) Hinterher kam noch eine Stelle, die meiner Meinung nach wirklich sehr an den Haaren herbei gezogen war: Sina, die Ermittlerin hat wilden Sex mit dem verheirateten Pathologen, während die Leiche noch neben ihnen auf dem Tisch liegt. Das war mir eindeutig zu viel des Guten. Fast hätte ich das Buch schockiert zur Seite gelegt... Spoiler Ende
Leider hatte ich beim Lesen auch das Gefühl, dass sich der Lesefluss nicht so recht einstellen wollte. Ich bin durch die Sichtwechsel ständig aus der Geschichte geworfen worden und musste mich erstmal neu sortieren. Einen Bezug zu irgendeiner Person aus dem Buch habe ich auch nicht aufbauen können. Und dann kamen da auch noch die ziemlich detaillierten Beschreibungen hinzu, was den Opfern angetan wird. Das war mir persönlich ein bisschen zu viel. Vor allem, weil es um kleine Mädchen geht.
Zum Glück wurde ich aber für´s Durchhalten belohnt. Etwa nach etwas mehr als der Hälfte wurde es so spannend, das ich "Das Falsche in mir" letztendlich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Endlich kam bei mir die Neugierde durch, was überhaupt los ist. Was passiert und ob Lukas nun wirklich schuldig ist, oder nicht. Ab dem Zeitpunkt passierte ständig etwas. Es ging Knall auf Fall. Bis zu dem, für mich, überraschenden Ende.
Fazit
Der langatmige Mittelteil hat mir etwas die Lust am Lesen genommen. Von Spannung ist bei "Das Falsche in mir" leider nicht sehr viel vorhanden. Diese baut sich nach dem gelungenen Anfang meines Empfindens erst so richtig ab etwa Dreiviertel des Buches wieder ein. Die Beschreibungen, was die Tat an den Opfern angeht, hat mir leider so gar nicht gefallen. Ich empfand es als viel zu viel. Weniger wäre, meiner Meinung nach, völlig ausreichend gewesen. Hinzu konnte ich absolut keine Verbindung zu den einzelnen Charakteren aufbauen und Emotionen blieben auch völlig aus. Bis auf dem Ekel den ich empfand, wenn ich gelesen habe, was mit den Mädchen passiert, lief die Geschichte nur so an mir vorbei. Da der Thriller nach einiger Zeit aber endlich an Fahrt aufnahm, ich von den vielen Wendungen überrascht wurde und mir auch das Ende sehr gefallen hat, gibt es von mir noch eine gute durchschnittliche Bewertung. Die Grundidee bei "Das Falsche in mir" ist wirklich eine gute, allerdings wurde dieses Potenzial leider verschenkt.
Das Jahr beginnt mit einem Thriller, der, ungelogen, mich ziemlich gefesselt hat. Er war wirklich so spannend und gut geschrieben und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen (weitere Folgen des Vor-dem-Bett-Lesens waren u.a. Alpträume):
"Das Falsche in mir" von Christa Bernuth ist ein Roman, der am 01. Januar 2014 im Deutschen Taschenbuch-Verlag erschienen ist.
Lukas Salfeld, 50, führt ein ganz normales Leben. Niemand ahnt, dass er als Jugendlicher im Gefängnis saß, weil er seiner damaligen Freundin Marion die Kehle durchgeschnitten und ihr post mortem tiefe Messerstiche beigebracht hatte. Viele Jahre gelingt es ihm, seinen kranken Trieb zu bekämpfen. Eines Tages begegnet er einem Mädchen, das seiner toten Freundin auf fatale Weise ähnlich sieht. Seine gefährlichen Fantasien gewinnen immer mehr die Oberhand. Zeitgleich wird ein totes Mädchen aufgefunden, das auf dieselbe Weise wie damals Marion ermordet wurde. Die ermittelnden Kommissare entdecken schnell die Parallelen zum früheren Mordfall. Um einer Verhaftung zu entgehen, taucht Salfeld unter – mit dem kühnen Plan, als Gejagter selbst zum Jäger zu werden, um die Spur des Mörders aufzunehmen. Doch was, wenn er dabei sich selbst überführt? Denn an die Mordnacht hat Salfeld keinerlei Erinnerung...
Christa Bernuth schreibt in einem flüssigen Stil. Nichts wird zu kurz oder zu lang angesprochen, ihr Stil ist sehr jung.
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich die geballte Ladung von Tragik und Trauer. Jede Hauptperson hat schon einmal etwas Schlimmes oder Einschneidendes erlebt, und somit ist dies nicht ganz nachvollziehbar. Weiterhin ist für mich nich schlüssig, wie man die kriminelle Vorgeschichte komplett vor seiner Frau verheimlichen kann (sicherlich wird es dahingehendes Interesse von ihr gegeben haben).
Der Hauptcharakter, Lukas Salfeld, wird realistisch dargestellt. Obwohl er seine frühere Freundin scheinbar aus Liebe tötete, fühlt man in jedem Satz seinen inneren Konflikt zu seinem "Falschen Ich". Auch jetzt noch, 35 Jahre nach dem Mord, fühlt er das Bedürfnis nach weißer Frauenhaut und dort herausquellendes Blut, das durch von ihm zugefügte tiefe Messerschnitte hervorquillt. Ein typischer krankhafter Charakter, der seinen Trieb ohne ärztliche Unterstützung wohl nie in den Griff bekommen wird.
Die Ehe mit seiner Frau Birgit ist eine "Muss-Ehe", es gibt dort keine Liebe (jedenfalls vom Hauptcharakter nicht), und dieses wird von der Autorin auch so dargestellt. Trotz allem ist seine Frau geschockt, als sie von seinem geheimgehaltenen Gefängnisaufenthalt erfährt, möglicherweise gab es von ihrer Seite aus Liebe bzw eine gewisse Zuneigung.
In diesem Buch gibt es leider keinen Charakter, den man sofort ins Herz schließt oder der gleich Sympathie ausstrahlt. Das ganze Buch wirkt etwas düster, sind es ja eigentlich zwei Kriminalgeschichten, die am Ende ineinander verwoben sind. Das Ende des Buches ist wirklich überraschend und lässt einiges offen.
Im Großen und Ganzen ist dieses Buch empfehlenswert für alle, die gern Thriller lesen, in denen statt physischer Gewalt vorrangig die Psyche im Vordergrund steht.
Lukas Salfeld ist Anfang 50. Auf den ersten Blick ist er ein normaler Bürger mit fester Arbeit, einer Ehefrau und 2 Töchtern. Doch Lukas hat ein böses Geheimnis. Mit 17 Jahren hat er seine damalige Freundin Marion auf grausame Weise umgebracht und wurde deshalb für 10 Jahre Gefängnis verurteilt. Seit dem hat er mit seinen Phantasien zu kämpfen. Denn die Tötung hat ihn erregt und er denkt immer wieder daran wie es wäre, nochmal eine solche Tat zu begehen. An einem Mittwoch wird ein junges Mädchen vermisst gemeldet. Lukas hat jedoch keine Erinnerung mehr an diesen Abend. Und als dann die Leiche ein paar Tage später auftaucht, sehen die Beamten die Parallelen zu Marions Fall. Als Hauptverdächtiger befindet sich Lukas nun auf der Flucht und versucht die Wahrheit herauszufinden.
Meine Meinung:
Wow, was für ein Buch. Schon nach wenigen Seiten war ich von der Geschichte fasziniert und begeistert. Denn die Beschreibung von Lukas Gedanken haben es in sich. Sie wirken unglaublich real und haben in mir mehrere Reaktionen hervorgerufen – von Ekel bis über zur Gänsehaut. So ging es mir dann das ganze Buch über. Der Schreibstil ist fantastisch. Den Großteil der Geschichte aus Lukas Sicht zu lesen trägt auch dazu bei. Es war informativ, emotional und erschreckend. Denn schon allein die Thematik hat es in sich. Jeder von uns kann ein Geheimnis verbergen, ohne das man es ihm ansieht. So ist es auch bei Lukas Salfeld der Fall. Das schlimme ist, dass er das ganze eigentlich nicht will. Es ist ein Trieb gegen den er ankämpft. Von denen hat jeder schon einmal gehört. Doch wie kann man diesen Menschen helfen? Was geht in diesen Menschen wirklich vor? Durch diesen Roman kriegt man einen kleinen Eindruck davon und hat mich stark nachdenken lassen...
Besonders gut gefallen haben mir die Perspektivenwechsel. Nicht nur zwischen dem Hauptverdächtigen und der Ermittlerin, Sina Rastegar, sondern auch zwischen den Opfern und Sachinformationen, zum Beispiel Tagebucheinträge oder Gutachten. Es gibt dem Buch einen besonderen Touch.
Fazit:
Dieses Buch sollte unbedingt gelesen werden. Alleine schon die Thematik ist einzigartig und sollte mehr Beachtung finden. Der detaillierte, mal emotionale und mal sachliche Schreibstil zieht den Leser in seinen Bann. Hoch verdiente 5 Sterne.
Serienmörder sind ja schon seit geraumer Zeit schwer in Mode ;-), kaum ein Thriller kommt ohne ihn aus (Wo bleibt hier die Gleichberechtigung ;-) ?). Auch Christa Bernuth hat einen Solchen als Protagonisten für ihren neuesten Roman gewählt und dennoch unterscheidet sich ihr Buch deutlich von den meisten dieser Art. Lukas Salfeld, mittlerweile 52 Jahre, verspürt ein zwanghaftes Verlangen, Menschen mit einem Messer zu verletzen, wenn nicht gar zu töten - und zwar Mädchen mit blondem Pagenkopf. Bereits mit 16 Jahren tötete er auf diese Art seine Freundin und verbrachte dafür 10 Jahre hinter Gittern. Weder seine Familie noch sein sonstiges Umfeld haben die geringste Ahnung von seiner Vergangenheit und so hätte es auch bleiben können, als wieder ein junges Mädchen auf diese Weise ermordet aufgefunden wird. Lukas gerät sofort unter Verdacht und flieht vor seiner Verhaftung, um den Mörder selbst zu finden - auch wenn er es selbst sein sollte. Denn er hat keinerlei Erinnerung an die Nacht, in der das Verbrechen geschah... Während man als LeserIn die Polizei bei ihrer Suche nach dem Verdächtigen begleitet, wird parallel dazu das Erleben Lukas Salfelds geschildert. Seine Suche nach dem Geschehen dieser Nacht wirkte glaubwürdig, weshalb ich hin- und hergerissen war zwischen 'War er's nun oder nicht?'. Alles spricht gegen ihn, doch die ungewöhnliche Art und Weise, wie er einerseits völlig rational seine Triebe analysiert, andererseits aber völlig verzweifelt auf der Suche nach der Wahrheit ist, ließ mich immer wieder an einer 'einfachen' Lösung zweifeln. Ein ungewöhnlicher Thriller, weil es hier mehr um die Innenansicht eines fast schon autistischen 'Vielleicht'-Täters geht als um die eigentlich Morde, aber nichtsdestotrotz (oder gerade deshalb) durchweg spannend.
Dieses Buch hat mich sehr fasziniert, denn es ist total spannend sich aus der Sicht eines Mörders in einen gesuchten Mörder hineinzuversetzen und diesen aufzuspüren. Man muss die Geschichte aufmerksam lesen, denn oft geht es um die kleinen Details die einem als Leser dabei helfen, das Ganze zu verstehen. Zwischendurch bekommt man Einblicke in die Gedankenwelt des damaligen Opfers in Form von Tagebucheinträgen, die auf den ersten Blick nicht interessant erscheinen, am Ende jedoch sehr wichtig sind. Auch gibt es Sequenzen in denen es um ein weiteres Opfer geht, um einzelne Situationen. Diese Sequenzen waren es auch, die mich sozusagen gezwungen haben weiterzulesen, da ich danach nur umso mehr den Täter finden wollte. Zwischendurch wurde ich aber ein wenig ungeduldig, weil der Täter immer noch nicht auftauchte und man somit noch ziemlich lange im Dunkeln tappte.
Für mich grenzt dieser Thriller zeitweise an das Genre Horror, da die Taten doch sehr detailliert beschrieben werden inklusive der Gefühle und Gedanken die der Täter durchlebt. Das hat mir mehrfach eine Gänsehaut und auch mal eine Zwangspause beschert.
Geschrieben wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Sina und Lukas, in chronologischer Reihenfolge ohne große Zeitsprünge. Sehr passend fand ich, dass dieses Buch nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Somit wird die Autorin eher zur Erzähleri, statt zur Protagonistin.
Habe die Leseprobe gelesen. Der erste Teil ist sehr komisch in der 3. Person geschrieben, mit hochgestochenen Wörtern. Danach kommt ein Wechsel in die Ich-Perspektive, noch komischer geschrieben. Schade, hatte auf sowas wie Dexter gehofft.