Eine weiße Villa. Vier alte Frauen erwarten Herrenbesuch. Im Laufe des Nachmittags geschehen zahlreiche Merkwürdigkeiten, auch die Damen werden von Stunde zu Stunde witziger, irrwitziger und bösartiger. Sie nehmen kein Blatt mehr vor den Mund. Sie kennen kein Gesetz mehr. Alles endet in einem furiosen Zerstörungsballett. Und dann erscheinen noch überraschend seltsame späte Gäste. Silvia Bovenschen erzählt in diesem Roman auf unerhörte Weise von letzten Freiheiten, rasendem Zorn und dem Gelächter der Alten. Philosophie und Oper, Orgie und Edgar Wallace vereint sie zu einer grimmigen Komödie.
Silvia Bovenschen, geboren 1946, lebt als Literaturwissenschaftlerin und Essayistin in Berlin. 2000 wurde sie mit dem Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim und dem Johann-Heinrich-Merck-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet, 2007 erhielt sie den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik. Zuletzt erschienen »Wie geht es Georg Laub« (2011), »Wer Weiß Was« (2009), »Verschwunden« (2007), »Älter werden« (2006), »Schlimmer machen, schlimmer lachen« (1990) und »Über-Empfindlichkeit. Spielformen der Idiosynkrasie« (2000). Bild: Heinrich-Böll-Stiftung, Stephan Röhl
Aus dem Mängelbücher-Stapel gerettet, weil mir Bovenschen als (feministische) Kulturwissenschaftlerin zumindest namentlich ein Begriff war und mir die Handlung vielversprechend schien. Es war eine schnelle und leichte Lektüre, allerdings in etwas zu gewollt unbemühtem Stil und mit ziemlich oberflächlich gestalteten, typenhaften Figuren. Insgesamt wirkte es auf mich leider ein bisschen wie "gewollt und nicht gekonnt". Erschwerend hinzu kommt der schauderhafteste Versuch Jugendsprache zu imitieren, den man sich vorstellen kann.
Erzwungen "witzig" geschrieben und pseudophilosophisch. Die Charaktere sind unsympathisch und unrealistisch. Das Roman ist so inhaltslos, dass man nicht einmal eine Kurzgeschichte damit füllen könnte. Würde ich niemandem empfehlen.
Vier alte Damen in einer Villa mögen sich, streiten miteinander und geraten mit der flippigen Enkelin einer der Damen aneinander. Alt werden und Jungsein erscheinen als unterschiedliche Varianten von Himmel und Hölle auf Erden. "Nur Mut" schildert die verschiedenen Generationen mit Esprit und Humor. Bewundernswert die ausgefeilte Sprache von Bovenschen. Die Figuren wirken am Anfang etwas konstruiert, werden im Lauf des Romans aber immer lebendiger. Auch der ins Surreale drehende Schluss des Romans hat mir gut gefallen. Er hebt das Buch aus den rein realistischen Betrauchtungen über das Älterwerden heraus.
Tut mir leid, aber das Buch war für mich total nichtssagend, was sollte das Geschwätz der alten Damen und dann noch der Mord und schlussendlich die seltsamen Figuren, die da erscheinen.