[Vorwort:] "Ein weiterer Sammelband zur Kulturindustrie mag angesichts einer Vielfalt von Sekundärliteratur zum Thema verwundern. Die Herausgeber entschieden sich dennoch für ein solches Buch, um Texte zu versammeln, denen die Publikation andernorts vermutlich versagt geblieben wäre. Denn während es üblich geworden ist, innerhalb der Kulturwaren zu differenzieren,um so deren vermeintliche Freiheitspotentiale zu entdecken, haben es sich die Autoren dieses Bandes vorgenommen,die Kulturindustrie als das zu kritisieren,was sie ist: Produkt und zugleich Produzentin des falschen Ganzen, als das sie Adorno zu seinerZeit verurteilte. Konnte er noch damit rechnen, durch Übertreibung ihre Wahrheit zu treffen, hat die Kulturindustrie unterdessen ihren eigenen Superlativismus übertroffen. Diese Entwicklung der Kulturindustrie hat auch die Kritik an ihr nicht unbeschadet gelassen; sie ist selbst zu einem Teil der Kulturindustrie geworden, um sich nur noch so weit von ihrem Objekt zu unterscheiden wiePopmusik vom Schlager. Gleichwohl ist Kritik an der Kulturindustrie so wenig überholt wie die an der Gesellschaft insgesamt."