Trennungen sind scheiße. Die Liebe des Lebens verwandelt sich plötzlich in ein Monster, man heult schon zum Frühstück, trinkt täglich, blockiert und entblockiert, gibt Socken zurück, macht Umwege, um die Zigaretten woanders zu kaufen, shapt seinen Body und hört plötzlich doch auf die Ratschläge der Mutter. Man panzert sich, legt sich eine solide Schicht Gefühlskälte zu, Teflon quasi, aber irgendwann kriegt die Risse! Also, schon wieder verliebt, wie ein Goldfisch, nichts gelernt, dann das bisschen schöne, neue Zeit, bis man sich gegenseitig wieder auf den Sack geht und merkt, dass man auch diesmal von Anfang an nicht zusammengepasst hat, und dann, schon wieder, gleiches Problem. Tragisch, lustig, herzzerreißend - dieser Roman schleift einen mit Tempo durch Tränentäler, Ablenkungsmanöver, missratene Dates, Nähe-Distanz-Probleme, kosmische Orgasmen und Vernichtungsphantasien, kurz: eine ganz normale Trennung.
WOW, ich habe selten einen Text gelesen der so klug, feinfühlig, authentisch, heilend und gleichzeitig so derb, roh, unkonventionell, unangenehm, laut, fies, witzig und geradeaus ist. Ohne Umwege und blumige Schleifen direkt "in your face". Meisterhaft wie die Autorin einem altbekannten, vielgelebten Thema so viele neue Facetten mitgibt. Liest sich wie Schmirgeldpapier vs. Seidenstola und hat mich aus sehr unterschiedlichen Gründen tief begeistert. Wird sicherlich nicht das letzte Buch der Autorin für mich gewesen sein!
*TW für toxische Beziehungen, explizite Sexualität, sexuelle Gewalt, Abtreibungen und vulgäre Sprache
am anfang fand ichs ganz schön und relatable aber irgendwann nur noch anstrengend und konnte es auch nicht fertig lesen sonst wär ich glaub vor cringe gestorben
„Und ich muss dauernd an dein Haar denken, wie dunkle Zuckerwatte kam es mir vor, wenn der Wind darin herumwehte, es klebt noch immer geisterhaft an mir, es weht mir andauernd um die Schultern.“ [Kuderewski, 2022, S. 11]
Etwas, bei dem sich wohl ein Großteil der Menschheit einigt, ist dass Herzschmerz und Trennung verdammt weh tut und es kein Rezept gibt, was am besten und schnellsten wirkt. So hat die Autorin des Romans ihren ganz eigenen Weg gefunden, mit dem Ende einer Beziehung umzugehen und diesen verschriftlicht. In eher kurzen Kapiteln durchläuft die Ich-Erzählerin Trauer, Wut, Ignoranz, Neugier und andere Emotionen, die sich vor allem durch das teilweise wahllose Daten neuer Männer ergeben. Mir gefällt es sehr, wie schonungslos offen Olivia Kuderewski dabei erzählt. Es geht sehr viel um S3x, um Verlangen und Lust. Dabei erlebt man als lesende Person vor allem die weibliche Perspektive. Besonders gefallen hat mir in dieser Verbindung die Wortwahl, da die Emotionen die mit den Akten verbunden sind, extrem authentisch wirkten. Authentizität beschreibt das Buch glaube ich generell sehr gut. Ich denke, dass sich fast jede*r auf irgendeine Weise hier wiederfinden kann. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung, ich habe es sehr gerne gelesen und sowohl mitgelacht als auch mitgefühlt.
„Ich will dieses Gefühl nie wieder loslassen. Es wird mir jetzt nicht mehr passieren, dass ich in die Bar gehe und mit einer Beziehung wieder rauskomme.“ [Kuderewski, 2022, S. 63]
Das hier hab ich ganz besonders doll geliebt. Vor zwei Tagen war ich bei einer Lesung dieses Werkes und konnte nicht ohne mein eigenes Exemplar nach Hause gehen. Es steckt so unglaublich viel Wahrheit und Witz in diesem Buch, aber einfach auch eine umwerfende Sprachgewalt. Spannenderweise ist es zu Beginn traurig und macht Spaß, zum Schluss kriegt es dann in den Untertönen die wahre Traurigkeit, obwohl eigentlich Stärke passiert. Bin beeindruckt und fasziniert. Geht um so viel mehr und ganz viel anderes als Heartbreak!
Innerhalb von 2 Tagen durch diesen Roman gefetzt, der auf der einen Seite so leicht und rotzig daherkommt, auf der anderen Seite eine Tiefe und Qualität mitbringt die seinesgleichen sucht. Kuderewski gelingt es in Windeseile Sympathie für ihre Ich-Erzählerin aufzubauen und mehrmals habe ich mich auch selbst wiedererkannt/ertappt gefühlt. Ich musste oft laut auflachen und konnte einfach nicht zu lesen aufhören. Toll!
Dating, Liebe, Herzschmerz und alles dazwischen. Ich fand es sehr beeindruckend mit welcher Präzision Olivia Kuderewski diese Gefühle und Gedanken beschreiben konnte, die man eben so hat, wenn man jemanden vergessen will, neu kennenlernt, oder mittendrin in einer Beziehung steckt. So oft dachte ich ganz laut in meinem Kopf: JA! GENAU! Und es war nie kitschig oder holprig, sondern trotzdem lustig und feinfühlig. Hat mir sehr gut gefallen!
fands am anfang bisschen nervig weil irgendwie zu viele bubble-klischees und weil über toxische beziehungen lesen mich immer stresst. ist dann aber doch vielschichtiger als das, finde ich, zart und laut und grob und verletzlich, vielleicht dadurch relatable und auf eine art tröstlich
Ich habe dieses Buch geliebt. Trennungsschmerz ist anstrengend, hässlich und eine Achterbahnfahrt. Kuderewski hat hiermit genau das transportiert. Ja, da geht es viel um Sex in dem Buch, aber ganz ehrlich: der hilft eben bei dem ganzen Trennungsmüll schon irgendwie. Und ja, es ist irgendwie auch vielleicht bescheuert, kein klassischer Roman, aber genau das mochte ich. Ein Ausschnitt aus dem Leben von jemandem, der den ganzen Mist grad durch macht - auf den Punkt gebracht. Mir gefiel die Sprache, bestimmte Ausdrücke und kleine Szenen. Ich habe so viel gelacht; ich habe schon lange nicht mehr so viele Stellen mit einem Eselsohr markiert. Werd' ich definitiv meinen liebsten Freund*innen weiterempfehlen!
restlos obsessed.. zu drüber, aber genau auf die Art, wie ich es richtig gerne mag und man kann sich so viel selbst erkennen. die schlusszene war so schön in meinem kopf mimimi i love it
Ich liebs komplett. Die direkte Sprache, die Anonymität, die feministischen Ansätze, die super sympathische Autorin...ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen
“daraus bestehen beziehungen doch, aus diesen gewohnheiten, erst ist etwas neu, dann vertraut, dann hängt es einem zum hals heraus, und dann hasst man es, zumindest vorübergehend.”
direkt ab der ersten seite hat haha heartbreak unfassbar gepackt. es verbindet so viel — toxische beziehungen und doch eine gewisse leichtigkeit, trauer und doch wahnsinnig viel humor. durch den fantastischen schreibstil wurde so viel vermittelt und ich habe es sehr geliebt!
Eine sehr unverschönte Beschreibung von Trennungsschmerz, welche das innerliche Chaos sehr authentisch aufgreift. Ich hatte allerdings mit einer „normalen Trennung“ gerechnet und nicht mit einer welche so viele Themen beinhaltet, die verarbeitet werden müssen.
TW toxische Beziehungen, sexuelle Gewalt und Schwangerschaftsabbrüche
Haha Heartbreak beginnt mit einer Trennung und Erinnerungen an die verflossene Liebe. Der Leser begleitet die Protagonistin durch Tränentäler, erlebt mit, wie sie sich leer und allein fühlt, sich abzulenken versucht und datet, sinniert, sich langsam berappelt und wieder Spaß bekommt (am Leben und mit den Männern), kriegt das Auf und Ab der Gedanken und Gefühle mit. Die emotionale Achterbahnfahrt erlebt der Leser sehr unmittelbar aus der Sicht der Ich-Erzählerin, bei der bei mir öfters der Eindruck entsteht, dass sie keine 100-prozentig verlässliche Zeugin der Ereignisse ist (oder sein soll), sie ist manchmal so dramatisch und „all over the place“ wie es bei Trennungen und Herzschmerz eben halt so ist, dann wieder nachdenklich und mit sich ringend... Die Geschichte macht aber nicht künstlich auf tiefsinnig, ist sehr unterhaltsam und man muss öfters laut lachen und gleichzeitig realistisch, direkt und auch hart; man ist hautnah dran an der Hauptfigur, und die wird nicht weichgezeichnet oder geschont. Das ist mutig und das ist gut und originell geschrieben. Das Buch habe ich in einem Rutsch durchgesuchtet, gefühlt ein bisschen wie so eine Folge Lieblingsserie. Empfehlung für alle, die Herzschmerz haben oder kennen und sich hier ertappt fühlen und damit trösten können, dass nicht nur sie dann zeitweise ein bisschen unzurechnungsfähig sind und dass es ein Licht am Ende des Tunnels gibt. Man sollte allerdings keine Angst vor ungeschönter und offener Schilderung von Herzschmerz, Beziehungskrams, Dating, oder vor expliziten Bettszenen haben (im Buch gibt’s nämlich auch endlich mal gut geschriebene Sexszenen ohne die üblichen Klischees).
Wir folgen der Protagonistin durch ihr Datingleben nach dem schmerzhaften Ende einer Beziehung. Es geht ein bisschen zu viel um harten Sex, um "gefickt" und "gevögelt" werden - das Subversive bleibt zunächst auf vermeintlichen Tabubruch und das Sagen von Unanständigem beschränkt. Wahrscheinlich schockierend für Boomer-Männer, für die es überraschend ist, dass wir jüngeren Frauen so frei sind und so frei sprechen. Für uns selbst sind die hier und da aufleuchtenden Erkenntnisse über das ewige Gefallenwollen jedoch befreiender. Durch den Wechsel zwischen erschreckend plastischer, gewaltvoller Sprache und empörten oder schwärmerischen Gedanken- und Erinnerungsströmen findet das "Nähe-Distanz-Problem" der Protagonistin auch auf formaler Ebene statt. Exzellente Gegenwartsliteratur, ein wirklich zeitgenössischer Liebesroman.
very catching story line and stunning how personal Olivia Kuderewski is opening up within this story about her breakups and relationships. I figure, that most people can relate to the feelings and situations described. That‘s a good thing to say about how the author has taken a realistic look at the difficulties of dating, being single as well as being in any kind of relationship. The sad thing about the familiarity of these topics is that probably too many women find theirselves (at least in the retrospective) in some sort of unhealthy relationship that is heavily influenced by the patriarchy…
Das hat mich gerade sehr passend abgeholt und beschreibt die Themen modern love und Herzschmerz usw. wirklich gut. Innerhalb eines Absatzes wechselt es von Lachen zu Weinen und hat sehr viel Freude gemacht.
Diese Buch enthält auf wenig Seiten sehr viel Leben. Es schillert, es ist laut, es ist sexuell und an einigen Stellen cringy. Aber manche Leben sind so? Wahrscheinlich hängt es davon ab wie nah man sich den Gedanken der weiblichen namenlosen Person fühlen kann. Entweder erkennt man sich in Teilen wieder oder man will ihr wahrscheinlich eine reinhauen. Für mich war es eine gute Mischung und für alle Menschen, die die beschriebenen Selbstzweifel in Anblick von Liebe kennen, gibt es einige schöne Sätze, die einen daran erinnern, dass der härteste Kampf in Beziehungen oft nicht die anderen Personen betrifft, sondern um sich selbst geführt wird.
Wir kennen sie doch alle, die vielen Phasen einer Trennung, die achterbahnartigen Wellen, die Hochphasen in denen man laut ruft: Scheiß auf den Kerl, ich hab was besseres verdient! Ich denen man denkt: jetzt geht das Leben erst richtig los, ich genieße jede Sekunde meiner Freiheit! Und dann die oft rasante Fahrt ins Tal, die einen doch oft unvorbereitet trifft, die Einsamkeit, die Erinnerung die durchs Gehirn schießen und dieses sentimentale, klumpige Etwas im Herzen zurücklassen und die Tränen die deswegen in den unpassendsten Momenten in die Augen schießen. Und dann, plötzlich, die Sonne die wieder scheint, das Erwachen, die Hoffnung, die Neugier aufs Neue.
Olivia Kuderewski hat genau darüber diesen grandiosen Roman geschrieben. Eine offene, ehrliche und manchmal wehtuende Analyse einer Beziehung und der Gedanken, die einen währenddessen und danach beschäftigen, aber auch der Liebe als ein Gefühl an sich, der Rückkehr zu sich selbst dem Finden neuer Eigenschaften, neuer Wünsche und auch irgendwann dem Finden neuer Menschen, die ins eigene Leben stolpern. Und alles daran war so witzig und wohltuend und so absolut nachvollziehbar.
Ich liebe ihre Ausdrucksweise, irgendwo zwischen Gossenbraut und Literatur Professorin, vulgär und poetisch, schroff und zärtlich und voller Sätze, über die ich einfach nur so laut Lachen musste und mir dachte- dieses Chaos, diese Leidenschaft, dieses Wilde und Ungeplante, genau das ist das Leben.
Mädchen verliert Jungen, den sie wirklich geliebt hat. Und muss irgendwie darüber hinweg kommen. Das erzählt Olivia in ihrem zweiten Roman. Nicht mehr. Aber das erzählt sie so eindrücklich und direkt, so bildhaft und schnell, dass ich ab der ersten Seite drin bin und mitleide. Es gibt Romane, die mir eine neue Welt und Sichtweise eröffnen. Und es gibt Romane, die mir das Gefühl geben, dass ich nicht alleine bin. Haha Heartbreak ist zweiteres, auf die beste intensive Art, nicht immer schön, aber extrem ehrlich. Schon der Debütroman Lux war schnell und direkt erzählt, aber damals konnte ich nicht wirklich was mit der Welt anfangen und wollte diese Sichtweise gar nicht kennenlernen. Jetzt denke ich andauernd, „ja, ich kenne das, ich hätte das aber so nie formulieren können“.
Knapp 160 Seiten voller Liebe und Sehnsucht, so dreckig und ehrlich, dass es wehtut, im besten Sinn. Bitte mehr davon.
Ich weiß nicht, ob es Spaß gemacht hat das Buch zu lesen, denn durch das wischen auf den Apps und durch die sexuelle Begegnungen bin ich ein bisschen müde und gelangweilt geworden. Ich glaube aber, das ist die Intention der Autorin. Es ist wichtig die aktuelle Lebensart verschriftlicht zu sehen. Ich fand besonders das Ende toll.
Ich merke mir, dass ich keine offene Beziehung haben will.
Sehr außergewöhnlicher Stil, radikal, witzig, derb, gut lesbar. Junge Frau stürzt sich in Dating-Sexabenteuer, um ihren Ex zu vergessen. Tolle feministische Analyse von Dating, Partnerschaft, Sexualität, Scham, patriarchale Gewalt an Frauen. Klug, man findet sich wieder/fühlt sich ertappt.
Maybe it´s my age, for me it´s not convincing :( Yes it is funny, yes it is relatable in parts - but I don´t need to say more than: my fav character is her mother, haha. Entertaining, but somewhat trashy in my eyes.
Trennungen sind doof. Und bringen meist eine emotionale Achterbahnfahrt mit sich. Mensch empfindet Wut und Trauer, vielleicht Erleichterung, häufig Selbstzweifel. Mensch sucht Ablenkung und Selbstbestätigung, schwankt zwischen Sehnsucht und „your loss, babe". Irgendwann hat Mensch sich wieder zusammengeflickt, ist glücklich. Exit Liebeskummerland hier. Und dann kommt plötzlich das nächste Liebeschaos um die Ecke.
Die namenlose Ich-Erzählerin in Kuderewskis Roman nimmt uns mit auf die Reise durch die verschiedenen Stadien ihres Liebeskummers. Vielmehr öffnet sie uns die Tür zu ihrem selbsternannten gepanzerten Herz. Dabei geht es nicht nur um die Trennung, sondern auch um Beziehungen, Dating und viel(!) Sex. Und um Selbstreflexion und Verletzlichkeit.
Dieses Buch ist so verdammt ehrlich, dass es schmerzt. Ungeschönt, schroff und authentisch. Der lockere und kluge Schreibstil hat mich gefesselt. Ich musste lachen, zustimmend nicken und hatte ein volles Herz. Ganz große Leseempfehlung für dieses Buch - auch ohne Liebeskummer! ❤️🔥