Hattingen, 1225: Zufällig belauscht die Novizin Ellin ein Komplott: Der Erzbischof von Köln soll getötet werden. Ellin kann nach Bremen fliehen und widmet sich dort der Kerzenzieherei. Doch dann wird der Erzbischof von Köln tatsächlich ermordet. Von nun an wird die Angst zu Ellins ständigem Begleiter.
Hattingen 1225: Die junge Novizin Ellin hört zufällig mit an, wie eine Verschwörung gegen den Erzbischof von Köln geplant wird. Sie wird entdeckt und muss fliehen. Ihre Flucht führt sie u.a. nach Bremen, wo sie sich als Kerzenzieherin ihren Lebensunterhalt verdient. Ellin lernt viele Menschen kennen und schließt gute Freundschaften, doch dann wird sie von den Verschwörern entdeckt und muss wieder fliehen. * Mein Leseeindruck: Als Freund von Historischen Romanen war ich auf diesen sehr gespannt, denn ich habe schon viel Gutes darüber gehört bzw. gelesen. Und ich kann mich den positiven Meinungen nur anschließen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Ellin auf ihrem langen Weg zu begleiten. Caren Benedikt schreibt sehr flüssig und bildhaft; die Geschichte von Ellin ist sehr leicht zu lesen, dabei ist sie aber gleichzeitig auch sehr intensiv und tiefgreifend. Das Buch hat über 600 Seiten, und jede einzelne von ihnen ist spannend und unterhaltsam. Langeweile kommt nicht auf, denn Ellin erlebt vieles und lernt immer wieder neue Menschen kennen. Auch gibt es immer wieder sehr überraschende Wendungen in der Geschichte. Dir Figuren sind sehr gut ausgearbeitet; ich konnte mir von allen ein gutes Bild machen. Sowieso sorgt dieses Buch für ein tolles Kopfkino! "Die Kerzenzieherin" ist mit Sicherheit nicht das letzte Buch von Caren Benedikt, welches ich lese. Ich freue mich auf weitere Bücher von der Autorin!
Durch einen unglücklichen Zufall hört die junge Novizin Ellin wie ein Mordkomplott geplant wird. Auf den Erzbischof von Köln geplant wird. Sie und ihre Mitschwester Jonatha werden entdeckt und müssen fliehen. Die bedauernswerte Jonatha wird von den Häschern gepackt und umgebracht. Ellin gelingt die Flucht. Ellin macht sich auf den beschwerlichen Weg nach Norden immer in großer Angst, sie Männer Friedrichs von Isenburg könnten sie einholen. Auf ihrer Flucht muss sie große Gefahren überstehen, doch sie ist auch mit Glück gesegnet, denn häufig begegnet sie Menschen, die ihr helfen und sie unterstützen.
Im Jahr 1225 wurde der Erzbischof von Köln tatsächlich überfallen und umgebracht. Um dieses geschichtlich belegte Ereignis spinnt die Autorin die Geschichte der Novizin Ellin. Diese ist durch ihre Entdeckung zwar sehr geschockt, aber dennoch erlebt sie außerhalb der Klostermauern eine völlig neue Welt. Eine Welt, in der sie sich als Frau relativ frei bewegen kann, in der sie etwas lernen kann, sogar einer Arbeit nachgehen kann. Zwar gibt es auch Einschränkungen, doch mit ihrem wachen Verstand saugt sie alles auf, was sie lernen kann. Schlimme Erlebnisse muss sie überstehen, keine Sicherheit scheint ihr beschieden.
Mit leichter Hand spinnt Caren Benedikt ihre Geschichte um die junge Ellin, die gezwungenermaßen das Kloster verlässt. Schlechten Gesellen begegnet sie, die ihr Böses wollen, weil sie verhindern wollen, dass die junge Frau den Mörder entlarvt. Doch sehr erhebend ist es, dass ihr auch viel Gutes beschieden ist. Immer wieder trifft sie auf freundliche Seelen, die ihr helfen. Die Erlebnisse der jungen Ellin sind sehr lebendig geschildert, so dass man sich bei manchen Szenen gut vorstellen kann, es in der damaligen Zeit zugegangen sein kann. Ellin ist eine liebenswürdige junge Frau, die es nicht leicht hat, die sich aber dennoch nicht unterkriegen lässt. Dabei verfolgt man mit Spannung, wie Ellin immer mehr lernt und selbstbewusster wird, und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Zwar gewinnt man den Eindruck, dass hin und wieder eine kleine Straffung nicht schlecht gewesen wäre, aber insgesamt gewinnen Ellin und ihre Freunde viel Sympathie. 3,5 Sterne