Als Kind der 70er und 80er hegte ich eine große musikalische Begeisterung für Kate Bush, wusste ich damals allerdings noch nicht, dass ihr Lied „Wuthering Heights“ Emily Brontës Geschichte besungen hat. Wer hätte gedacht, dass ich schon als pubertierender Teenie mit klassischer englischer Literatur in Berührung gekommen bin...
Nun liegt ebenjener Klassiker in Comicform vor – doch was hat Kate Bush mir nur damals vorgeträllert?
Wir lernen Heathcliff kennen, ein kleiner Waisenjunge, der von den Earnshaws adoptiert wurde, dieser wird allerdings schnell zum Prügelknaben von Hindley, dem leiblichen Sohn der Familie. Eine Situation, die durch den Tod des Vaters noch verschlimmert wird, aber durch die Gefühle, die Catherine – die Schwester des Peinigers – für Heathcliff hegt, ausgeglichen wird. Eine Liebe, die jedoch nicht in einer Ehe mündet, da Catherine beschließt, den reichen Erben Edgar zu heiraten mit der seltsamen Begründung, dass die Entwürdigung, die Heathcliff erfahren hat, nur auf sie zurückfallen kann. Diese Entscheidung führt dazu, dass Heathcliff sich einem Rachefeldzug gegen die beiden Männer widmet, die die Erfüllung seiner Liebe verhindert haben, und seinen Hass bis zu ihren Nachkommen trägt.
Emily Brontë schildert die leidenschaftliche Liebe in ihrer stürmischsten und zerstörerischsten Form. Der Grat zwischen Liebe und Hass ist sehr schmal,
Grausamkeit, Rache und Wahnsinn stehen im Mittelpunkt der Intrigen, die sich zwischen den Charakteren abspielen.
Die Kälte und Härte des englischen Moores schaffen ein entsprechendes Klima, das die stürmische Geschichte verdeutlicht, Stolz und Vorurteile gibt es in diesem Mikrokosmos reichlich, Vergebung hingegen sucht man vergebens.
Wenn man diese Umgebung kennt, in der die junge Autorin Emily sich bewegte, fast zurückgezogen und in tiefer emotionaler Isolation, ist man erstaunt über die Tiefe und Kraft ihrer Erzählung.