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Aristoteles: Die Nikomachische Ethik

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Wer auch immer sich für eine Theorie moralischer bzw. humaner Praxis interessiert, findet in der "Nikomachischen Ethik" des Aristoteles eines der wenigen bis heute einschlägigen Grundmodelle. Im Mittelpunkt der ebenso nüchternen wie umsichtigen Analyse stehen u. a. die Begriffe Glück, Tugend, Entscheidung, Klugheit, Unbeherrschtheit, Lust und Freundschaft. Die Aristotelischen Ausführungen sind keineswegs nur von historischem Interesse, sondern üben auch auf die ethische Debatte der Gegenwart entscheidenden Einfluß aus. Die 13 Beiträge dieses Bandes legen in Form eines kooperativen Kommentars, dem Aufbau des Klassikerwerkes folgend, die Grundlagen der Aristotelischen Untersuchung ebenso dar wie den modernen Hintergrund ihrer Rezeption.

318 pages, Paperback

First published April 21, 2010

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Otfried Höffe

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Profile Image for A YOGAM.
2,945 reviews16 followers
November 9, 2025
Nach Platon ist der Schritt zu Aristoteles intellektuell unausweichlich. Er war Platons brillantester Schüler und zugleich sein radikalster Kritiker. Wo die platonischen Dialoge den Blick oft nach oben, zur Welt der Ideen, richten, holt Aristoteles die Philosophie auf den Boden der Tatsachen zurück.
Er ist der Denker, der dem abendländischen Denken die Werkzeuge der Logik, die Systematik der Biologie, die Praxis der Ethik und die Analyse der Dichtung schenkte. Viele seiner physikalischen Analysen sind nicht nur historisch interessant, sondern erstaunlich kompatibel mit unserem Alltag. So definiert er Zufall (Tychē) brillant als ein unvorhergesehenes Zusammentreffen zweier Kausalketten: Man trifft seinen Schuldner auf dem Marktplatz „zufällig“, weil man nicht wegen ihm dorthin ging und er nicht wegen einem selbst dort war. Und wenn wir heute ein Blatt vom Fenster fallen lassen, wissen wir dank seiner Anstöße, dass es eben nicht nur ein „natürliches Fallen“ ist, sondern dass der Luftwiderstand eine entscheidende Rolle spielt.
In diesem Regal finden sich die Grundlagentexte: die Nikomachische Ethik, die Metaphysik, die Poetik, die Politik und viele weitere. Diese Werke zu würdigen bedeutet, dem disziplinierten Geist zu danken, der die Welt nicht nur befragen, sondern sie systematisch verstehen und ordnen wollte – ein Geist, dessen Wirkung in allen Ecken des Denkens bis heute nachhallt.
Die Regale dokumentieren meine über 4000 Bücher – meine persönliche Topographie des Lesens und Denkens. Was sind schon viertausend Bücher in achtundvierzig Jahren, wenn weltweit jedes Jahr rund 1,79 Millionen neue Bücher erscheinen? Diese Zahl relativiert meine Leseleistung, nicht jedoch die Bedeutung der Gedanken, die in den Büchern dieser Regale nachhallen.
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