Ein wilder Ritt durch den Sommer von 1996 Sommer ’96: Take That haben sich getrennt, die Welt tanzt Macarena, und Bundestrainer Berti Vogts kämpft bei der EM ums berufliche Überleben. Und auch in der schleswig-holsteinischen Provinz gibt es Probleme: Tobis Eltern verabschieden sich in einen zweiwöchigen Urlaub. Vierzehn Tage, in denen Tobi zum ersten Mal mit Lisa schlafen möchte, die Führerscheinprüfung ansteht und er sich um Papas Seepferdchen kümmern soll. Nichts davon wird klappen. Überhaupt läuft wenig so, wie er es will: Lisa macht Schluss, ihr bester Freund Georg nervt, und Tobis unkontrollierbarer Freund Scholzen zieht bei ihm ein. Als Georg eine Nachricht von seiner tot geglaubten Mutter aus London erhält, kapern die vier kurz entschlossen ihr Fahrschulauto, um von der Ostsee über die Niederlande nach England zu reisen. Ohne Geld, ohne Plan, aber dafür mit den Seepferdchen im Kofferraum.
"Zierfische in Händen von Idioten" von Manuel Butt ist ein großer Spaß. Es ist eine einfache Geschichte über vier Jugendliche, die eine Zweckgemeinschaft bilden und auf einer rasanten Reise zu Freunden werden. Komplexe literarische Mittel oder Metaebenen findet man hier nicht. Es ist keine Schostakowitsch-Sinfonie. Es ist eher ein Beach-Boys-Album. Also genau das richtige für diese Jahreszeit.
Lisa, Georg, Scholzen und Tobi sind in einem gestohlenen Fahrschulwagen auf dem Weg aus der schleswig-holsteinischen Provinz nach London unterwegs. Die vier sind siebzehnjährige Schüler. Geschildert wird eine Zeit von gut einer Woche im Juni 1996. Georg hat erfahren, dass seine Mutter nicht verstorben ist. Das hatte ihm sein Vater nach ihrer Flucht aus der DDR erzählt. Nun liegt sie im Sterben. Ein Seelsorger hat sich bei Georgs Vater gemeldet. Georg hat das mitbekommen und sich verwirrt mit dem Wagen der Fahrschule seines Vaters abgesetzt. Lisa und Tobi waren als Fahrschüler im Wagen. Scholzen und das titelgebende Aquarium mit den Seepferdchen stoßen hinzu.
Der Roman ist zwar erwartbar. Das hat mich jedoch zu keinem Zeitpunkt gestört. Das liegt vor allem an dem Gespür des Autors für das richtige Timing, an seinem Humor und an seiner Fähigkeit, gute Dialoge zu schreiben. Ein toller Sommerroman.
Wow. Dieses Buch fühlt sich so jugendlich, frisch, leichtsinnig, spontan, durchgedreht, berauschend an. Ich musste regelmässig laut loslachen und hatte fast durchgehend ein leichtes Grinsen auf den Lippen. Ich habe alle Figuren auf ihre Art lieben gelernt (ausser Lambrecht, fuck you) und richtig mitgefiebert. Es ist sicherlich nicht für jeden was, aber meinen Humor hat es perfekt getroffen.
Wunderbarer Roadtrip und das erste Mal, dass mich die Protagonist*innen einer solchen Geschichte nicht spätestens nach der Hälfte zu Tode genervt haben.
Lange habe ich nicht mehr bei einer Lektüre so lachen müssen wie bei diesem Buch. Der Autor hat es wirklich drauf. Kein Wunder, schreibt er doch für Pastewka, Die Heute Show oder LOL. Der Mann versteht sein Handwerk
Tobi fristete in der Holsteinischen Schweiz, das Dasein eines etwas introvertierten Teenagers, der kurz vor der Führerscheinprüfung steht. Er verbringt den Sommer zu Hause, um die kostbaren Seepferdchen seines Vaters zu hüten, während dieser mit Tobis Mutter einen Urlaub in der Türkei macht. Außerdem liebt Tobi Lisa. Diese wiederum ist die beste Freundin von Georg, der nach einer Party erfährt, dass seine Mutter gar nicht tot ist, sondern in London (schwer erkrankt) ihn noch einmal sehen möchte. Das Problem ist, der Vater möchte nicht, dass sein Sohn die Mutter besucht. Eine Lösung muss her und wenn ihnen mal nichts einfällt, dann gibt es da noch Scholzen. Der weiß immer Rat. Kurzerhand fahren die 4 ohne Führerscheine, dafür aber mit den Seepferdchen und dem gestohlenen Fahrschulauto von Georgs Vater Richtung England und müssen dabei einige Hürden nehmen. Der Roadtrip entwickelt sich zu einem unvergesslichen Sommererlebnis dass die Freunde bestimmt noch ihren Urenkeln erzählen werden. Manuel Butt hat, die Gabe zu schreiben, ob dass man sich alle Ereignisse wie in einem Film vorstellen kann (ich hoffe, dass das ganze mal verfilmt wird – ich würde es mir anschauen). Die Protagonisten sind so klar und deutlich gezeichnet und auch die Irrungen und Wirtungen sind zwar manchmal etwas viel auf einmal aber immer im Rahmen des Möglichen.
Scholzen ist mein absoluter Liebling. Jeder hat irgendwie so einen Freund in seiner Clique, wobei dieser schon ein ganz besonders spezielles Exemplar ist. Ich habe laut gelacht, besonders wenn ein Dialog mal wieder in eine Richtung geht, die man nicht erwartet hatte. Aber auch die Einfälle und die etwas flapsige Art des Umgangs mit schwierigen Situation ist einfach so lustig zu lesen. Dabei hat die Geschichte durchaus Tiefgang, denn kaputte Elternhäuser und fragwürdige Erziehungsmethoden hinter gepflegten Vorgärten gibt es nicht nur im Märchen Ich habe mich sowas von zurückversetzt gefühlt in meine eigene Jugend, mit leichtsinnigen Aktionen und verrückten Freund*innen. Die 90er sind dabei sehr realistisch wiedergegeben, und kamen mir gar nicht mehr soweit weg vor. Tobi und Konsorten sind heute ungefähr in meinem Alter. Wie gerne würde ich Ihnen mal begegnen und die alten Zeiten bei einem Bier aufleben lassen. Große Leseempfehlungen an alle die beim Lesen auch gerne viele Lach- und ein paar Trauertränen vergießen und ein Lesehighlight für mich!
„>Und überhaupt, was soll das heißen, du hast immer Angst? Warum springst du dann ins Hafenbecken, obwohl du nicht mal schwimmen kannst?< >Naja<, Scholzen überlegte, als könne er sich an diese eher nebensächliche Episode kaum noch erinnern. >Man muss ja auch nicht schwimmen können. Man muss einfach in Bewegung bleiben. Nur diejenigen, die vor Angst erstarren, gehen unter.<“
Ein temporeicher und humorvoll erzählter Coming of Age Roadtrip mit 90er Flair - ich hätte es am Liebsten in einem Zug durchgelesen, musste aber zwischendurch pausieren um mich von den witzigen Passagen und atemberaubenden Sendungen zu erholen.
Super! Vorhersehbar auf die beste Weise, sehr sehr lustig geschrieben, und Charaktere, die man mag (bis auf Lisas Vater…). Wäre ein tolles Urlaubsbuch!
Eingetaucht in die 90er Jahre mit dieser wunderbaren geschriebenen Geschichte - man fühlt sich wirklich zurückversetzt in Zeiten, in denen zwischenmenschliche Konflikte, Erwachsenwerden und Verreisen analog stattfanden. Die Geschichte um die vier Jugendlichen ist natürlich manchmal etwas konstruiert, um verschiedene Thema zu behandeln - erste Liebe, unabhängig werden, häusliche Gewalt, Drogenerfahrungen....- aber es wird nie albern oder total unglaubwürdig. Gut zu lesen, locker geschrieben und auch ernste Themen für behandelt.
Ein irrwitziger Roadtrip Roman mit Charakteren, bei denen man sich zwischendurch manchmal mit einem Schmunzeln "Idioten " denkt. Ich glaube der Charme der Geschichte würde auf der Leinwand fast noch mehr zünden als auf Papier
Ich habe ein Faible für absurdes. Zum Beispiel habe ich ein Buch über vier Jugendliche gelesen, die das Fahrschulauto des einen Vaters klauen um damit, ohne Führerschein, nach London zu kommen, um die Frau des Vaters, die Mutter also, im Krankenhaus zu besuchen. Klingt alles ziemlich verrückt, ist es auch! Da sind die beiden Seepferdchen, die übrigens zu den Zierfischen gehören, nur die Spitze dieses bekloppten Eisberges.
Das Buch macht unendlich viel Spaß, auch wenn ernste Themen angesprochen werden. Die machen natürlich keinen Spaß, aber sind so verpackt, dass sie nicht runterziehen. Das würde auch zu dem Rest des Buches nicht passen, das nun wirklich viel Spaß bereitet.
Ich Lache wirklich selten beim Lesen, vor allem nicht laut. Ich glaube ich bin ein emotionsloser Leser. Das muss ich jetzt erstmal mit mir selber ausmachen - egal. Bei diesem Buch habe ich gelacht. Mehrmals. Laut.
Was ich besonders klasse finde: Der Autor heißt Butt. Das ist auch ein Fisch. Kein Zierfisch soweit ich weiß, aber ich finds trotzdem amüsant. Ist doch toll wenn Dinge so gut passen!
Ich finde den Buchtitel sehr originell sowie passend zur Geschichte. Es geht fast alles schief und die unterschiedlichen Personen verhalten sich meistens idiotisch. Zu Beginn mochte ich diesen Humor und musste stellenweise laut lachen. Die Anfangsfaszination flachte dann aber ab, denn es wurde mir zu viel des Guten. Ich hätte eine spannende Handlung gebraucht, um mich bei Laune zu halten. Leider wurde mir diese nicht geboten und die Geschichte begann mich zu langweilen. Das Ende war schlussendlich auch nicht meins. Da wir über 300 Seiten auf ein Ereignis hingearbeitet, das dann nicht seine Würdigung bekommt.
Ich hätte es ahnen sollen. Je lauter die Empfehlungen "DAS IST NICHT DIE GEWÖHNLICHE NOSTALGIE-TEENIE-NUMMER, GANZ EHRLICH!" schreien, desto größer sollten die Warnzeichen sein.
Das Buch ist nämlich genau das. Außer LOL DIE NEUNZIGER WISST IHR NOCH und einem faden Malen-nach-Zahlen Teenie-Roadmovie ist da nicht viel. Sprachlich angenehm, aber das lernt man halt beim Fernsehen. Wäre vermutlich als Neunteiler bei Prime besser aufgehoben gewesen, da kann man dann zumindest gemütlich einschlafen.
Mit 16 bis 18 Jahren wäre das vermutlich eins meiner Lieblingsbücher gewesen, weil es humorvoll und nachvollziehbar gewesen wäre. Ab dem Alter von 20 Jahren würde ich es nicht unbedingt empfehlen einfach weil es ein klassisches deutsches Coming-of-Age Buch ist und die Themen und Gedanken einen nicht mehr so catchen, wie sie es im jüngeren Alter tun würden. Nichtsdestotrotz war es humorvoll (ich musste ein paar Mal laut lachen!!) und hatte eine mittelmäßige Spannungskurve. Deswegen für das was es ist: sehr gut. Nur wünschte ich ich hätte es vor ein paar Jahren gelesen.
Unkonventionelle Geschichte über eine Gruppe von Jugendlichen, die zusammen eine chaotische Reise machen. Der Charakter und persönlichen Hintergrund, die aktuellen Probleme und einzelnen Motive für die Reise wird unterhaltsam aber nicht oberflächlich beschrieben. Es gibt skurrile und lustige Situationen während der Reise.
Das Buch beschreibt die Reise einer Gruppe Jugendlicher im Sommer 1996 von Deutschland über Holland nach England. Sie begleiten dabei einen Freund, der seine Mutter vor ihrem Sterben nochmals wiedersehen möchte. Obwohl das Grundmotiv der Erzählung traurig erscheint, handelt es sich dabei um einen humorvollen und lustigen Roman. Auch wenn der Humor eher etwas flach ist und das Ende sehr abrupt und ohne Tiefe, konnte ich das Buch trotzdem kaum aus der Hand legen. Wenn man die Erwartungshaltung an eine allzu profunde Geschichte also weglässt, unterhält das Buch einfach sehr gut auf einfachem Niveau.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Was ein tolles, kurzweiliges Buch für gute Laune zwischendurch. Fabelhaft auf welche logisch-unlogischen Ideen und Gedanken die Vier auf ihrer Reise kommen.😂 Ein großer Lesespaß.
Man sollte aber erst gar nicht versuchen, die Geschichte zusammenzufassen und jmd zu erzählen. Einfach selbst entdecken und schmunzeln… oder den Kopf schütteln… oder wundern.
Witzige 90er Jahre Geschichte von vier Jugendlichen, die mit einem Fahrschulgolf „Bon Jovi“ unterwegs nach England sind. Witzig geschrieben, aber witzig ist leider nicht meine Lieblingskategorie 🤷🏻♀️ Note: 3+
Ein bisschen wie Tschick - nur auf Drogen. Trotz der vielen lustigen Momente konnte ich an vielen Stellen doch auch über die tiefergehenden Momente schmunzeln, Butt hat da wirklich ein gutes Gespür für Timing und den Moment! Alles in allem ein richtig guter Start für jeden Fußball-EM-Sommer ;)
Die perfekt Sommerlektüre. Epic Quest trifft auf verpeilte Teenies im Deutschland der 90er. Ein paar gute Lacher plus eine Prise Nostalgie. Eskapismus-Eskapade par excellence.