Friedrich Nietzsche hielt seine philosophische Dichtung "Also sprach Zarathustra" für so wichtig, daß er glaubte, mit diesem Buch werde eine neue Zeitrechnung beginnen. Die im Stil eines "neuen Evangeliums" vorgetragene Vision eröffnet einen erstrangigen Zugang zu Nietzsches Werk, denn hinter der Maske des wiederbelebten persischen Propheten spricht Nietzsche vieles aus, was in seinen aphoristischen und essayistischen Schriften nur angedeutet ist. Diese Dichtung kann als Kommentar zu den philosophischen Prosatexten Nietzsches gelesen werden. Im vorliegenden Band wird der Handlungsfaden des "Zarathustra" verfolgt, und neben einer Einführung werden die wichtigsten Themen in eingehender Analyse vorgeführt: Wille zur Macht, Umwertung aller Werte, Übermensch und ewige Wiederkehr des Gleichen. (Verlagstext)
He 's definitely very cutting with his words. Sometimes, they don't make any sense, sometimes a bit too much. Sometimes, he's very misogynistic and sometimes too demading. You can't read N. without second questioning everything you read, but it's when you start second questioning that you start reading.
„Nicht durch Zorn sondern durch Lachen tötet man. Also auf, lasst uns den Geist der Schwere töten.“
Zarathustra spricht gerne in Rätseln, aber es sind wirklich interessante Konzepte und schöne Gleichnisse.
Ein paar meiner Notizen:
1) Jeder Mensch soll eine Tugend finden. Statt sich zu Gott zu wenden, soll der Mensch selbst zum Schöpfer werden. (Tragendes Kamel -> befreiender Löwe -> schaffendes Kind)
„Frei wovon? […] Frei wozu?“
2) Er will, dass die Menschen mit Leidenschaft leben und das Leben lieben. Nicht wie das Christentum alle Leidenschaft verbieten mit ihrem Opferkult und Hoffnung auf das Jenseits.
„‚Das Leben ist Leiden.‘ sagen die einen. ‚So sorg doch dass es aufhört.‘ Und also lautet die Lehre euer Tugend: Du sollst dich selbst töten.“
Interpretiert: Es gibt zwei Prinzipien im Menschen: Das apollinische (nach Apollo) - denkend, planend, und das dionysische (nach Dionysos) - leidenschaftlich, kreativ, fühlend. Beide sind wichtig.
3) Tugenden wachsen aus Leidenschaften, sie sind nichts böses.
„Einst hattest du wilde Hunde in deinem Keller: aber am Ende verwandelten sie sich zu Vögel und lieblichen Sängerinnen.“
4) Er hat die Zukunft erstaunlich gut vorausgesehen.
„Ich zeige euch den letzten Menschen. […] Jeder will das Gleiche, jeder ist gleich. Wer anders fühlt, geht freiwillig ins Irrenhaus. ‚Ehemals war alle Welt irre‘ - sagen die Feinsten und blinzeln. […] Man zankt sich noch, aber man versöhnt sich bald. Sonst versaut es den Magen.“
Jeder soll seine einzigartige Tugend finden: „Unaussprechbar ist und namenlos, was meiner Seele Qual und Süße bringt. […] So sprich und stammele.“
Seine Meinung von Frauen war nicht wahnsinnig hoch, wobei er auch sagt, dass er eigentlich keine Ahnung hat, und seine Gedanken sind trotzdem interessant.
[Hörbuch, gelesen von Volker Baumann (sehr schön mit Musik untermalt)]