Jump to ratings and reviews
Rate this book

Da vorne wartet die Zeit

Rate this book
Die Menschen in der Stadt am Waldrand. Sie leben miteinander, sie leben nebeneinander her, sie sind allein, sie sterben - und doch hängen sie und ihre Schicksale alle zusammen: Der Kriminalpolizist, der einer grausamen Entführungsserie auf der Spur ist, das Mädchen aus gutem Hause mit dem unsagbaren Geheimnis, der weise Forscher der Zeit und die Mutter, die ihre kleine Tochter verliert. Sie alle leben in der Stadt am Waldrand, und sie alle sind mit dem Tod konfrontiert. Und mit der Zeit, die sich in der Unendlichkeit verliert...

272 pages, Paperback

First published September 2, 2013

5 people are currently reading
139 people want to read

About the author

Lilly Lindner

9 books75 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
104 (58%)
4 stars
45 (25%)
3 stars
14 (7%)
2 stars
10 (5%)
1 star
5 (2%)
Displaying 1 - 16 of 16 reviews
Profile Image for Juna ˚☽˚.⋆.
110 reviews6 followers
February 28, 2021
Wow, einfach nur wow. Noch nie hat ein Buch meine Seele auf so eine gewaltigen Art und Weise berührt. Noch nie habe ich mich so von der Außenwelt isoliert gefühlt, während ich das Buch gelesen habe. Nachdem ich die letzte Seite feritig laß, hat es sich angefühlt, als hätte ich eine Weltreise durch Raum und Zeit , durch Leben und Tod gemacht. Die Art und Weise, wie sich die Worte miteinander zusammengefügt haben, war so flüssig, träumerisch und sonderartig. Als hätte selbst die Sprache eine andere Dimensionen bekommen. Mein Herz hat geweint,gelacht, geheult und gelebt.
Ich bedanke mich bei der Autorin für die tolle Seelenreise. Noch nie habe ich so ein tiefes, melanchonisches Gefühl bei einem Buch verspürt.
Profile Image for Lizl.
49 reviews
August 15, 2020
Lily Lindner beschreibt das gesamte Szenario und die Themen rund um Tod, Einsamkeit, Verlust, Vergänglichkeit, Zeit, bedingungslose Liebe und endlos vielen weiteren Themen mit einer so starken Wortgewalt, dass man sich in ihrem Spiel aus Worten und Metaphern vollkommen fallen lassen kann. Wenn du es zulässt, landest du in einer Welt in der die Zeit regiert.

Dieses Buch ist kein klassischer Roman. Vielmehr ist es eine Sammlung mehrerer Kurzgeschichten/Kurzerzählungen, die in ihrer Gesamtheit eine komplette Geschichte ergeben. Es ist alles in irgendeiner Form miteinander verwoben, so wie das reale Leben nun mal spielt. Ich sage Erzählung, da es mir oft so vorkam, als würde mir das Buch erzählt/vorgelesen werden als, dass ich selber lese.

Ich wusste am Anfang nicht, was man erwarten kann/sollte, denn der Klappentext gab mir wenig, mit dem ich etwas anfangen konnte. So ließ ich es vollkommen auf mich zukommen und war am Ende überrascht, aber auch sehr zufrieden und teilweise sogar begeistert.
Falls man einen Kriminalroman, wie man ihn kennt, erwartet, dann könnte man enttäuscht werden, denn der eigentliche Kriminalfall kommt nur am Rande vor. Und trotz dessen ich einen Kriminalroman erwartet habe und er nicht auftrat, fand ich es überhaupt nicht schlimm.
Zu Beginn des Buches hatte ich auch das Gefühl das Buch nicht richtig greifen zu können. Ich fand den Anfang sprachtechnisch (für mich) anspruchsvoll geschrieben und ich musste erst ein paar Mal lesen, um die Worte und den Sinn dahinter zu verstehen. Je mehr ich aber in den Lesefluss kam, desto einfacher konnte ich es verstehen. Die “Süddeutsche Zeitung” hat vollkommen recht, wenn sie sagt, dass Lily Lindner eine “intelligente und sprachbegabte” Frau ist.

Im Laufe des Buches lernt man die verschiedensten Persönlichkeiten der Stadt am Waldrand kennen (die Schönste, die Verstörteste, etc.) - Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und all diese Persönlichkeiten hatten unweigerlich und unvermeidlich miteinander zu tun. Genau das war das Schöne, fand ich. Ein Satz (frei zitiert) fasste es perfekt zusammen: "Jeder einsam, keiner allein, alle zusammen."
Sätze wie diese (und davon gab es reichlich) brachten mich sehr zum Nachdenken.

In der Mitte des Buches lässt sich ein kleiner Rückblick in Form einer der Kurzgeschichten wiederfinden.


Zwei Anmerkungen: Es kam mir etwas komisch vor, dass so viele Kinder mit ihren sehr jungen Jahren und ohne Hochbegabung ziemlich intelligent und altklug waren. Damit möchte ich nicht sagen, dass Kinder dumm sind, sondern lediglich dass es teilweise zu tiefsinnig für solch jungen Jahre war. Ich kenne jedenfalls keine Kinder, die Sätze sagen, die von Philosophen stammen könnten.

Es sind ein paar Gender-Klischees enthalten.
Profile Image for Julia.
71 reviews11 followers
January 18, 2014
"In einer Stadt direkt am See verliert sich die Zeit. Hier sind alle Menschen nur lautlose Begleiter der Unendlichkeit."

Der Inhalt des Buches ist etwas außergewöhnlich und anders, als alles, was ich bisher gelesen habe. Durch den Rückentext hatte ich auch noch keine richtige Vorstellung davon, was auf mich zukommt.
Im groben gibt es zwei Städte: Die Stadt am Waldrand und Die Stadt am Fluss. Der Leser begleitet über zwanzig Bürger aus der Stadt am Waldrand, erfährt ihre Geschichten, ihre Schicksale und auch wie sie miteinander verstrickt sind. Mehr will ich eigentlich vom Inhalt auch gar nicht verraten.

Unglaublich genial ist auch hier wieder ganz klar Lilly Lindners Schreibstil. Bereits in Bevor ich falle (uneingeschränkte Leseempfehlung!) war ich begeistert davon und habe nur selten etwas so wortgewaltiges gelesen. Lindner stellt Dinge mit Worten an, auf die ich nie im Leben gekommen wäre. Sie erfindet sie quasi neu und schafft es, ihnen einen zum Teil eine völlig neue Bedeutung zu geben. Auch findet man hier wieder die ungewöhnliche Punktierung, an die man sich zuerst gewöhnen muss.

"Aber nicht nur der Tod trennt unsere Wege.
Manchmal sind es auch einfach die Menschen.
Die zwischen uns stehen."


Ich liebe jeden einzelnen Satz des Buches und habe mir hier nicht einmal die Mühe gemacht, mit dem Markieren anzufangen, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass ich dann so schnell nicht mehr damit aufhören könnte. Auf jeden Fall muss man dem Buch Zeit geben und nicht zu hastig lesen. Man muss die Worte auf sich wirken lassen und nach jedem Kapitel eine kleine Pause einlegen, um darüber nachzudenken.

"Sie hätte gerne das Glück der unvoreingenommenen Freiheit in den Augen ihrer Mitmenschen glitzern gesehen. Sie hätte gerne gewusst, dass alle wissen, dass man nichts und niemanden besitzen kann. Dass man Liebe schenkt und nicht einfordert. Dass man Liebe auf Händen trägt und nicht hinter sich her schleift. Dass man Liebe achtet: und nicht liebt, um Beachtung zu erhalten."

Da man im jeden Kapitel neue Charaktere kennen lernt, gibt es nicht unbedingt einen Hauptcharakter. Das Buch ist voller unterschiedlicher Menschen und dazu kommen viele, viele Namen. Viele Menschen in dieser Stadt sind in irgendeiner Weise miteinander verbunden, was man erst nach und nach erfährt. Wird ein Charakter erwähnt, dessen Kapitel ich schon gelesen habe, wusste ich überraschenderweise oft noch deren Geschichte, doch oft musste ich auch nochmal zurückblättern, da mir der Name zwar bekannt vorkam, ich aber nicht mehr genau wusste was deren Schicksal nochmal war. Allerdings sehe ich das nicht wirklich als negativen Punkt an.

Man könnte denken, dass einem die Charaktere überhaupt nicht ans Herz wachsen können, wenn man sie nur in einem kurzen Kapitel kennen lernt. Es ist auch nicht wie bei einem Buch, bei dem man die ganze Zeit über an der Seite des Hauptprotagonisten ist und somit all seine Stärken und Schwächen kennen lernt. Und trotzdem gehen einem diese Charaktere irgendwie nahe, die meisten Kapitel enden traurig und man bekommt immer mehr ein leicht beklemmendes Gefühl.

"Wo kommt man an, wenn man aufgehört hat, sich zu bewegen? Und wie findet man zurück, wenn man nicht weiß, aus welcher Richtung man gekommen ist?"

Die Zeit spielt, wie man anhand des Titels schon ahnen könnte, eine wesentliche Rolle und damit verbunden auch der Tod. All diese erwähnten Schicksale passieren wahrscheinlich täglich irgendwo auf der Welt. Menschen verschwinden, werden umgebracht oder durch einen schrecklichen Unfall getötet. In den Nachrichten erfährt man zwar darüber, doch mittlerweile verschwendet man nicht mehr so viele Gedanken daran. Hier erhält man allerdings sozusagen einen Blick hinter die Kulissen und bekommt ein Gespür dafür, wie es für die Betroffenen ist. Vor allem macht es den Leser nachdenklich und man betrachtet die Nachrichten vielleicht wieder mit anderen Augen.

Zu den Städten möchte ich nur kurz sagen, dass die Zeit in der Stadt am Waldrand eine größere Bedeutung hat, als in der Stadt am Fluss. Ich liebe die Idee der beiden Städte und den Sinn, den sie haben.

Fazit
Mir fällt es immer schwer, ein Buch von Lilly Lindner zu rezensieren. Ihre Bücher zeichnen sich vor allem durch ihren emotionalen, einzigartigen, wunderschönen Schreibstil aus und die Botschaften, die sie mit ihnen vermitteln möchte und die oftmals auch zwischen den Zeilen zu lesen sind. Ich finde es traurig, dass ihre Bücher noch nicht so wahnsinnig bekannt sind, obwohl sie in meinen Augen genial sind.
Profile Image for Tara Marlena.
1 review6 followers
April 14, 2019
Dieses Buch setzt sich auf tiefgründige Weise mit verschiedenen Arten von Tod und Sterben auseinander. Einzelne Geschichten von den Bewohnern der Stadt am Waldrand werden kunstvoll zu einem großen "Geschichtenteppich" verwebt. Dabei erzählt Lilly Lindner nicht nur von dem physischen Tod, sondern ergründet auch was es bedeutet, wenn jemand überlebt, wenn jemand für einen "gestorben ist" und beleuchtet interessante Gedankengänge zu unserer Sterblichkeit. Morbide oder zu melancholisch-nachtrauernd wird sie dabei nie.
Leser dieses Buches müssen sich auf die Verwendung vieler Superlative und einer emotional eingefärbten Sprache einstellen, die von Rondo-artigen Wiederholungen gekennzeichnet ist. Die Autorin möchte damit den Geschichten Bedeutung verleihen, doch einzelne Leser, wie ich auch, könnten daraus Realitätsferne lesen: persönlich würde ich wenige Menschen mit Superlativen umschreiben, doch in diesem Buch bekommt jeder Charakter ein solches Attribut: die schönste, der klügste, die jüngste, das seltsamste Mädchen...
Deswegen empfehle ich dieses Buch gerade in Phasen, in denen man sich mit Vergänglichkeit, Tod und Trauer auseinandersetzt und könnte mir vorstellen, dass es in solchen Lebensabschnitten beruhigend wirkt.
Profile Image for Dana.
281 reviews25 followers
August 26, 2019
Vorweg: Ich empfehle, den Klappentext nicht zu lesen, weil er ein bisschen spoilert.

Das Buch handelt von der Zeit. Genauer gesagt: Von der Vergänglichkeit der Zeit.
Schon im Prolog werden wir in eine Stadt eingeführt, in die der Roman handelt. Und in dieser Stadt lernen wir mit jedem Kapitel neue Menschen kennen. Menschen aus ganz unterschiedlichen Schichten, Verhältnissen. Mit ganz unterschiedlichen Geschichten, unterschiedlichem Alter, unterschiedlichen Vorlieben.
Wir erhalten einen kurzen Einblick in das Leben dieser Person und dann, ganz plötzlich - springt einem der Tod ins Gesicht. Oft mitten im Leben.

So viel sei gesagt: Nicht jeder Charakter stirbt - so wird eine gewisse Spannung gehalten.
Doch Lilly Linder zog mich so schon mit ihren wundervollen Worten in den Bann, mit ihrem Schreibstil, der sich definitiv von der Masse abhebt, mit ihren Wortspielen und Metaphern. Mit der Art, wie sie am Ende eines Absatzes Satzteile durch Punkte trennt und ihnen so manchmal eine neue Bedeutung oder auch nur mehr Bedeutung verleiht.

Zudem ist es einfach eine außergewöhnliche Idee. Das Buch zeigt, wie plötzlich der Tod ins Leben treten kann, wie unerwartet manchmal, wie grausam oft. Es zeigt, wie allgegenwärtig er ist, dass man nie vor ihm sicher ist. Und doch zeigt es auch, wie besonders menschliche Verbindungen sein können.
Und obwohl man die meisten Charaktere auf nur wenigen Seiten kennenlernt, traf mich ihr Tod jedes Mal aufs Neue ins Herz. Jedes Mal war es aufs Neue ein Schock, begleitet von Fassungslosigkeit, Traurigkeit, vielleicht Wut auf die Ungerechtigkeit des Lebens. So war ich nicht selten mitgenommen von diesem Buch, das emotional zu berühren weiß und manchmal auf so sachliche Weise den Tod eines Menschen präsentiert, und es damit nur noch emotional mitreißender gestaltet.
Im Verlauf des Buches werden die Geschichten und Schicksale der einzelnen Charaktere miteinander verwoben, sodass am Ende ein erschütterndes Gesamtwerk entsteht.

Fazit: Ein berührender Roman, der die Schicksale einzelner Menschen, in dessen Leben unerwartet der Tod eintritt, verbindet, dazu geschrieben mit einem wundervollen, mitreißenden Schreibstil!
Profile Image for Sarina.
1,534 reviews
October 27, 2013
Alles dreht sich. Die Zeit um die Welt, die Welt um die Zeit, jeder Augenblick um ein Geschehen, jedes Geschehen um einen Augenblick. Alles wendet sich ab. Die Zeit von der Vergangenheit, die Gegenwart von dem Geschehen, die Zukunft von allem, was nicht mehr sein wird. (S.57)

Zum Buchinhalt

Die Menschen in der Stadt am Waldrand. Sie leben miteinander, sie leben nebeneinander her, sie sind allein, sie sterben - und doch hängen sie und ihre Schicksale alle zusammen: Der Kriminalpolizist, der einer grausamen Entführungsserie auf der Spur ist, das Mädchen aus gutem Hause mit dem unsagbaren Geheimnis, der weise Forscher der Zeit und die Mutter, die ihre kleine Tochter verliert. Sie alle leben in der Stadt am Waldrand, und sie alle sind mit dem Tod konfrontiert. Und mit der Zeit, die sich in der Unendlichkeit verliert.

Zum Schreibstil

Lilly Lindner schreibt mit echter Wortgewalt, mit so wunderbaren Worten, die fast schon ein wenig poetisch sind. Sie schafft es sowohl die ganz traurigen als auch die unfassbar schönen Augenblicke miteinander zu verknüpfen und in Einklang zu bringen, sodass man stets mit einem lachenden und weinenden Auge liest. Die einzelnen Schicksale berühren zutiefst und lassen einen grübelnd zurück.

Meine Meinung

Ich habe schon viel von Lilly Lindner und ihrem Buch „Splitterfasernackt“ gehört, bin jedoch bis jetzt noch nicht dazu gekommen es zu lesen. Als ich zufällig gesehen habe, dass ein neues Buch von ihr erscheinen wird, musste einfach in die Leseprobe hineingelesen. Und was soll ich sagen, ich war sogleich davon begeistert wie geschickt Lilly Lindner mit Worten zu spielen weiß. So viele wunderschöne Sätze und das am Anfang einer Geschichte sind mir noch nie untergekommen.

Als ich schließlich begonnen habe zu lesen, wusste ich noch nicht, was genau mich denn erwarten wird. Ich wusste nur, dass sich wahrscheinlich alles um eine Stadt und ihre Bewohner drehen wird, sowie um deren Schicksale, die ganz unterschiedlich sind und demnach das Leben jedes einzelnen auf seine Art und Weise bestimmen. Soweit schön und gut, aber wie schafft man es daraus eine zusammenhängende Geschichte zu schreiben?

Die Antwort gibt der Roman im Laufe der Zeit selbst: Und während Helena sich erinnert, an all diese Menschen, die sie nur von den Worten aus ein paar bedruckten Seiten kennt, da fällt ihr mit einem Mal auf, dass diese Geschichten sie genau so berühren, wie sie geschrieben wurden – nicht als Buch, das man in einem Atemzug durchliest, nicht als Text, den man mit Leichtigkeit verschlingt, sondern Geschichte für Geschichte, ein ganzes Leben, verfangen in einem großen Ganzen, mit einer Erkenntnis, zum Ende hin so schön und traurig zugleich, dass fernab der Zeit und der Stelle ein jedes Wort von Hoffnung spricht. (Seite 176)

Genauso wie sie es beschreibt, sollte man sich stückchenweise vorantasten, anstatt wie gewohnt das Buch in einem Rutsch durchlesen zu wollen, da ansonsten die einzelnen Schicksale, um die es sich letztendlich geht, ein wenig untergehen würden.

Man muss die Worte und die Emotionen, die mit jeder Seite transportiert werden auf sich wirken lassen, sich von ihnen einnehmen und treiben lassen, besonders die Traurigkeit, das mit stärkste vertretene Gefühl kann so seine ganze Auswirkung entfalten und berühren.

Insgesamt warten mehr als 20 Geschichten über die unterschiedlichsten Menschen auf die Leser. Da wäre zum einen eine Mutter, die ihre kleine Tochter verliert, ein Investmentbanker, der außer seinem Beruf nichts auf der Welt hat, keine Familie und Liebe kennt, ein Kriminalkommissar, der eine Reihe grausamer Entführungsfälle aufzuklären versucht u.v.m. Zuerst fragt man sich inwiefern diese ganzen Personen miteinander zusammenhängen. Das wird nicht gleich offensichtlich, erst mit Zeit lässt sich erkennen wie wer mit wem verstrickt ist. Das finde ich nicht negativ, sondern ganz wunderbar, denn so kann man sich erst einmal auf die einzelnen Schicksale konzentrieren und das Gesamte betrachten.

Ein ganz zentrales Thema bleibt die Zeit und die Vergänglichkeit. Ein Moment scheint alles gut zu sein, eine Sekunde später kann sich das Blatt jedoch schon geändert haben. Die Zeit steht nicht still, jeder Augenblick ist einzigartig und mit dem davorliegenden nicht zu vergleichen. Wie unsere Gedanken und Gefühle sich ändern, ändert sich auch die Zeit unaufhaltsam. Sie lässt sich nicht in einem Augenblick einfangen, sondern geht folgt ihrem Rhythmus ohne zu zögern.

Und auch der Tod, zieht sich durch jedes einzelne Kapitel und verdeutlicht so, dass er nun einmal zum Leben dazugehört, uns alle betrifft, auch wenn wir das gerne hin und wieder ausblenden. Hier bekommen wir einzelne Schicksalsschläge hautnah mit, wodurch sie einem unheimlich ans Herz gehen. Schließlich kann man hinter die Tragödien blicken und sehen welche Kreise diese ziehen.

Mein Fazit

Vor „Das vorne wartet die Zeit“ ist mir noch kein Buch untergekommen, bei dem ich bereits auf den ersten Seiten so viele berührende Stellen markiert habe, obwohl sie eher der traurigen Sorte angehören. Der Tod spielt in Lilly Lindners neuestem Werk eine ganz zentrale Rolle, was natürlich immer mit Wehmut und Trauer verbunden ist, aber es gibt auch wie gesagt viele kleine Stellen bzw. Momenten, in denen die Erzählungen einfach nur schön sind und mir ein Lächeln auf die Lippen zaubern konnten. Das wird definitiv nicht mein letztes Buch von Lilly Lindner gewesen sein. Ich bin schon gespannt auf ihre bereits erschienenen Bücher.
Profile Image for Saya.
2 reviews1 follower
January 26, 2021
(german summary at the bottom*)

I never write reviews but I owe it to this book. It was beautifully written and I‘m glad that I read it. I loved chapter 9 and the message especially.

But this book broke my heart so many times. Even though I saw it coming there was always the next heartbreak. I could not read another book of hers, even though her writing makes me want to.

My fair rating would be 4/5 but it still hurts.

*Wunderschön geschrieben und ebenso schöne Aussage. Aber das Buch hat zu sehr weh getan beim lesen und mir zu oft das Herz gebrochen. Faire Bewertung: 4/5
Profile Image for Urs.
114 reviews1 follower
April 30, 2025
Die Autorin versucht auf besondere Weise, mit ihren Worten Bilder zu malen. Das gelingt ihr teilweise, teilweise ist es aber auch einfach wirres Zeug. Die ganze Struktur des Buchs ist eine Mischung aus interessant mit Rück- und Vorbezügen, aber gleichzeitig auch einfach wirr.
Die ständige Verwendung von Superlativen und hochtönenden Umschreibungen wird irgendwann störend und abstumpfend. Manche Assoziationen passen auch einfach überhaupt nicht und wirken, als wären sie bloß verwendet, um besonders bildgewaltig zu klingen.
Profile Image for Isabel Schmidt.
5 reviews
October 6, 2025
dieses Buch ist schwer zu bewerten.
Es ist sprachgewaltig und poetisch. Es zeigt auf beeindruckende Weise und mit einer gewissen Gnadenlosigkeit die bedrückende Vielfältigkeit menschlichen Erlebens und des Todes wieder. Wenn man grade psychisch beklemmende Themen und Schicksale nicht gut vertragen kann, sollte man dieses Buch nicht lesen. Ansonsten ist es stellenweise unglaublich berührend und inspirierend, auch durch den besonderen Schreibstil der Autorin mit viel Liebe für Wortspiele.
100 reviews19 followers
November 26, 2021
Sehr poetisch geschriebene Kurzgeschichten, die zusammengesetzt einen Roman ergeben. Es ist oft schwierig (bzw unmöglich), den Überblick über die Personen und ihre Beziehungen zueinander zu behalten, aber trotzdem ist das Buch sehr berührend und typisch Lilly Lindner: wunderschön-traurig.
Profile Image for Leselurch.
231 reviews23 followers
April 1, 2016
*Worum geht's?*
In der Stadt am Waldrand leben Menschen, die nicht wissen, wie eng ihre Schicksale miteinander verwoben sind. Vielleicht wollen sie es auch einfach nicht wahrhaben. Denn in der Stadt am Waldrand geschehen schreckliche Dinge und der Tod ist allgegenwärtig.

*Meine Meinung:*
"Da vorne wartet die Zeit" erzählt eine Geschichte, die wiederum selbst eine Geschichte erzählt. In der Stadt am Waldrand, einer scheinbar friedvollen und wunderschönen Stadt, leben Menschen, die alle ihre eigene Geschichte zu erzählen haben. Dabei merken sie nicht, dass sie alle unmittelbar und unweigerlich miteinander verbunden sind. Es gibt zwar eine grobe Handlung, die über allen Schicksalen schwebt, aber tatsächlich spielt sie kaum eine Rolle. Viel mehr sind es die komplexen und verstrickten Beziehungen der Charaktere, die zusammen ein dichtes, wunderschönes und zerbrechliches Netz aus schrecklichen Geheimnissen und düsteren Machenschaften ergeben.

Einen Einstieg in die Geschichte zu bekommen fällt einem zu Beginn sehr schwer. Mit jedem Kapitel lernt man einen neuen Charakter kennen. Nur einen kurzen Moment, einen Bruchteil seines Lebens darf man miterleben, ehe man sich wieder verabschieden muss. Zunächst wirken die Kapitel und ihre Bedeutung sehr willkürlich. Dass die Szenen viel mehr sind als kurze Einblicke in fremde Leben, wird einem erst im Verlauf des Romans wirklich bewusst. Alles, jeder noch so kleine Augenblick hat in "Da vorne wartet die Zeit" eine Bedeutung inne, dessen Gewicht man nicht einmal erahnen kann.

Der Tod zieht sich durch die gesamte Handlung und sorgt für eine melancholische Atmosphäre, die das Herz rasen und stillstehen, die einem heiß und kalt werden lässt. Das Leben hat mit den Bewohnern der Stadt am Waldrand kein Mitleid und setzt sie extremen Schicksalsschlägen aus. Wer dem Tod nicht persönlich begegnet, bekommt ihn in unmittelbarer Nähe zu spüren. "Da vorne wartet die Zeit" ist ein emotionaler Roman über den Tod, der einem deutlich macht, wie zerbrechlich das Leben ist und welche Bedeutung selbst kleine Entscheidungen haben können. Lilly Lindner bringt ihre Leser zum Nachdenken und zwingt jeden, der das Buch an sich heranlässt, auf zärtliche und zugleich brutale Weise dazu, in sein eigenes Herz zu schauen.

Lilly Lindner hat in "Da vorne wartet die Zeit" keine feste Hauptfigur. Mit jedem neuen Kapitel stellt sie einen weiteren Charakter vor, indem sie einen kleinen, aber entscheidenden Splitter seines Lebens beschreibt. Im Grunde lernt man sogar nur ein Fragment ihrer Persönlichkeit kennen und obwohl diese Momente nur sehr kurz sind, wirken die Figuren lebendig und authentisch. Für einen Augenblick darf man diesen Fremden ganze nahe sein und das Gefühl bekommen, sie zu kennen, zu verstehen. Doch wer sie wirklich sind, zeigt sich erst im Verlauf des Romans, wenn die verschiedenen Schicksalsstränge sich endlich zu einem komplexen Bild zusammensetzen.

"Da vorne wartet die Zeit" ist jedoch kein Buch, das man an einem Stück durchlesen sollte. Es ist ein Roman über schwere Schicksale, die berühren und bedrücken. Jeder einzelne Charakter hat seine eigene Geschichte, die es verdient hat, gewürdigt zu werden, und die man erst einmal sacken lassen muss, ehe man weiterlesen kann. Wer das Buch in einem Rutsch durchliest, setzt sich der Gefahr aus, nicht die volle Bandbreite der Gefühle zu spüren zu bekommen oder gar den Überblick über die zahlreichen Figuren zu verlieren.

Lilly Lindners Schreibstil ist besonders und speziell, hält aber für jeden, der sich darauf einlässt, jede Menge Gänsehaut parat. Die junge Autorin schreibt poetisch, ausdrucksstark und bildgewaltig zugleich und geht ihren Lesern damit direkt unter die Haut. Wer ein Lindner-Neuling ist, wird zu Beginn sicher ein paar Schwierigkeiten haben und sich nicht auf Anhieb in diesen sonderbaren Schreibstil verlieben. Sobald sich die berührende Atmosphäre erst einmal aufgebaut hat, möchte man "Da vorne wartet die Zeit" aber am liebsten auf jeder Seite mit Post-Its bestücken, um die schönsten Textpassagen nicht aus den Augen zu verlieren.

*Fazit:*
"Da vorne wartet die Zeit" von Lilly Lindner ist ein berührendes Buch über eine Stadt voller Schicksale, die alle miteinander verwoben sind und sich in ihrem zerbrechlichen Leben dem Tod stellen müssen. Die junge Autorin schreibt ihren Lesern mit ihrer poetischen und wortgewaltigen Sprache direkt ins Herz und lässt sie mit unzähligen Gedanken und Gefühlen zurück, die man nicht in Worte fassen kann. "Da vorne wartet die Zeit" ist ein Buch, das man selbst erleben muss. Ein Buch, das verändert. Für "Da vorne wartet die Zeit" vergebe ich 5 Lurche, die dem Buch nicht einmal ansatzweise gerecht werden können.
Profile Image for Flickercat.
57 reviews
March 9, 2014
Nun gut, abgehackte Halbsätze als Stilmittel sind wohl weniger mein Fall, manche Zusammenhänge wirkten auf mich doch sehr konstruiert, und es war auch nicht ganz leicht, den Überblick über alle Charaktere und ihre Beziehungen zueinander zu behalten.

Davon abgesehen fand ich "Da vorne wartet die Zeit" aber einfach schön. Sprache, die Bilder malt, wunderbar eingefangene Situationen und eine Mischung aus Melancholie und Hoffnung.

Hat mich neugierig auf andere Bücher von Lilly Lindner gemacht.
Profile Image for Julia.
47 reviews
June 23, 2020
Vielleicht sind wir alle aus den Wolken gefallen.
Profile Image for Hany.
25 reviews1 follower
December 11, 2023
Fette trigger warning!! Lily lindner hat mein Herz ❤️‍🩹
Displaying 1 - 16 of 16 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.