Gewinner des Leo-Perutz-Preis der Stadt Wien für Kriminalliteratur 2014
Männer werden unterdrückt und müssen sich endlich in jeder Beziehung wieder durchsetzen! Mit dieser provokanten These und der Unterstützung seiner ehrgeizigen Verlegerin gelingt Thomas Pauer ein Weltbestseller. Paris, Wien, "Sei ein MANN!" begeistert auch viele Frauen. Kann das damit zusammenhängen, dass der ehemalige Sportmoderator eines kleinen Berliner Privatsenders ziemlich attraktiv ist und eine Menge markiger Sprüche über guten Sex drauf hat? Doch dann behauptet eine Wiener Studentin, dass Pauer versucht habe, sie zu vergewaltigen. Wenig später ist sie verschwunden. Feministinnen sind empört, die Boulevardpresse hingegen schwingt sich zum Anwalt des Autors auf. Und in den USA erhöht man die Startauflage des Buches um ein Vielfaches. Mira Valensky und ihre Freundin Vesna Krajner tappen im Dickicht der Vorurteile. Ist das Ganze vielleicht nur ein PR-Gag des Verlags? Welche Rolle spielt die Leiterin eines Frauenclubs? Und warum ist die Studentin untergetaucht? Die Suche nach der Wahrheit führt Mira Valensky zu einem Literaturfestival nach Sardinien. Dort überschlagen sich die Ereignisse und die Fallstricke des Geschlechterkampfs werden mörderisch.
Eva Rossmann wurde 1962 in Graz geboren. Sie arbeitete als Verfassungsjuristin im Bundeskanzleramt und war später als politische Journalistin tätig. Als Mitinitiatorin des österreichischen Frauenvolksbegehrens und als Wahlkampfkoordinatorin der Quereinsteigerin Gertraud Knoll bei den österreichischen Bundespräsidentschaftswahlen 1998 sammelte sie politische Erfahrungen. Eva Rossmann lebt als Autorin im Weinviertel und veröffentlichte zahlreiche Sachbücher. Vor einigen Jahren wechselte Eva Rossmann mit ihrer Reihe um die Lifestyle-Journalistin Mira Valensky aus Wien, die erstaunliche Ähnlichkeiten zu ihrer Schöpferin aufzeigt, erfolgreich ins Krimi-Genre.
Also prinzipiell hat mir dieser Krimi ganz gut gefallen, obwohl der Todesfall für meinen Geschmack erst sehr spät eingetreten ist. Ich habe früher schon einige Krimis von Eva Rossmann gelesen und immer gerne eigentlich. Ich mag die Charaktere, besonders Vesna finde ich toll und auch das deutliche österreichische Lokalkolorit, das immer mitschwingt. Was mich ein bisschen nervt, sind die vielen Kochszenen zwischendurch, weil sie mir einfach zu gehäuft vorkommen. Ein oder zwei Mal wäre ja schon in Ordnung und es ist auch meistens ganz gut eingebunden, so als Ablenkung, aber trotzdem kam mir das dann recht langatmig vor. Die Lösung war jetzt nicht völlig überraschend, aber ich fand die Art und Weise, wie das Thema (also Geschlechterrollen) aufgearbeitet wurde, eigentlich ganz gut, recht neutral, sodass man sich selbst seine eigene Meinung bilden kann.
Nicht ihr stärkstes Buch, selbst ich habe den Braten ziemlich schnell gerochen. Aber EinWiedersehen mit Fr. Rossmanns Figuren war unterhaltsam wie oft. Das Thema hätte eine bessere Verpackung verdient.