,,Du liest Krimis?", Pia warf unwillkürlich einen Blick nach links [...]"Früher habe ich mehr Krimis gelesen", bekannte Broders. ,,So bin ich, glaube ich, auf diesen verflixten Beruf gekommen."
Dieser verflixte Beruf führt Pia Korittki mit einem Teil ihres Teams in den Ferienort Stüvensee an der Ostsee. Hier hat eine Urlauberin schon nach der ersten Nacht in der Ferienunterkunft einen Toten im Garten gefunden. Dabei handelt es sich um niemand Geringeren, als den Bürgermeister des Ortes. Während Pia zusammen mit den Polizisten vor Ort die Ermittlungen aufnimmt, verschwindet die Urlauberin. Die sah zu allem Überfluss ihrer Vermieterin ziemlich ähnlich. Ob das etwas mit dem Bürgermeister Mord zu tun haben könnte? Und was hat es mit dem zerstrittenen Ärztepaar auf sich, das ganz in der Nähe wohnt? Oder spielt etwa die verschüchterte Arzthelferin und Nicht des Toten ein falsches Spiel? Stellt sich die Lage bei Licht besehen doch ganz anders dar und Drogengeschäfte sind der eigentliche Grund für das Verbrechen? Pia tappt in ihrem 18. Fall lange Zeit im Dunkeln und beginnt darüber, an sich selbst und ihrem kriminalistischen Gespür zu zeichnen.
Wer das ein oder andere Buch von Eva Almstädt kennt, weiß in etwa, was ihn in diesem Krimi geboten wird: Einen solide erzählten Krimi, der zum Miträtseln einlädt. Broders, Rist und Co., das sympathische Ermittlerteam des Lübecker K1s mit alle seinen liebgewinnen Macken und eine sympathische Ermittlerin. Natürlich gibt es nebenher auch wieder ein paar Entwicklungen in Pias Privatleben, die hier aber stellenweise wie Lückenfüller wirken. Die Kriminalgeschichte wird - wie immer - recht konventionell erzählt: Nach langen Ermittlungen und vielen Ansätzen wird es am Ende kurz vor der Auflösung nochmal spannend. Allerdings ist das große Finale dieses Mal weniger interessant ausgefallen, als man es von älteren Bänden gewohnt ist.
Das mag auch daran liegen, dass ich mich mit der gesamten Auflösung nicht wirklich anfreunden kann. Viele Figuren sind etwas holzschnittartig gezeichnet und gerade zum Ende hin zeigt sich, dass sie nur dazu da waren, die eigentliche Auflösung zu verschleiern. Die kam dann auch aus heiterem Himmel, dabei waren so viele andere gute Auflösungen möglich gewesen. Dass all die falschen Fährten vielleicht gar nicht so wichtig sind, schien immer wieder durch die Handlung durch. In gefühlt jedem dritten Kapitel wurde der Leser darauf hingewiesen, dass bei Mordermittlungen auch ganz viel Anderes ans Licht käme.
Gut unterhalten gefühlt habe ich mich dennoch. Eben ein solider Krimi, dem aber das gewisse Etwas fehlt.