Jump to ratings and reviews
Rate this book

Restaurant Dalmatia

Rate this book
In diesem vielstimmigen Roman erzählt Jagoda Marinic poetisch und sensibel von Heimat und Identität als Voraussetzung für ein erfülltes Leben und die Freiheit, seinen Ort in der Welt zu finden. Mia ist am Ziel ihrer Wünsche: Sie erreicht in Kanada endlich den Durchbruch als Fotografin. Aber mit der ersten großen Auszeichnung, die sie ins Herz der Künstlerszene katapultiert, stellt sich nicht das große Glück ein, sondern die Blockade. Rafael, ihre große Liebe, überredet sie zu einer Reise nach Berlin, der Stadt, in der sie aufgewachsen ist. Als junges Mädchen war sie vor allem an einem Ort glücklich: Im Restaurant Dalmatia ihrer Tante Zora im Wedding. Dorthin kehrt sie zurück und diese Rückkehr wird eine Reise ins Gestern, ins Westberlin der Wendezeit und nach Kroatien, das Land ihrer Eltern.
Eine Suche nach Mias Jugend beginnt und es entsteht das Porträt charakterstarker Menschen wie Zora und deren Sohn Ivo, Mias Großmutter und Mutter, und wie nebenbei erzählt sich die Geschichte zweier Länder Europas, mit denen ihre Leben verwoben sind. Denn all diese Geschichten sind auch Mias Geschichte …

240 pages, Hardcover

First published January 1, 2013

6 people are currently reading
52 people want to read

About the author

Jagoda Marinić

15 books9 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
10 (15%)
4 stars
15 (23%)
3 stars
31 (47%)
2 stars
6 (9%)
1 star
3 (4%)
Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Luca Đonlić.
91 reviews1 follower
June 2, 2022
Ich mag es, wie sie ihre Erinnerungen beschreibt. Ich erkenne manche Parallelen, da ich selbst auch ein gastrokind bin. An einigen Stellen musste ich grinsen :)
Das Buch hat mich allerdings durch die verschiedenen Zeitspannen verwirrt. Es wird oft mittendrin von Vergangenheit auf Gegenwart gewechselt. Ansonsten hat die Geschichte keinen wirklichen roten Faden.
Profile Image for Catarina.
28 reviews
April 27, 2025
Could’ve been 4 stars if it hadn’t been for the wet dream about jesus🥀
Profile Image for Lea.
232 reviews30 followers
December 29, 2024
3,5/5 ⭐️

Mija kehrt nach Jahren der Selbstfindung in Kanada zurück nach Berlin, um sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinanderzusetzen. Ihre Eltern, Arbeitsemigranten aus Jugoslawien, sind schon lange tot, und Mija muss sich mit den Erfahrungen ihrer Familie auseinandersetzen, die zwischen den Welten von Dalmatien, Deutschland und Kanada hin- und hergerissen war. Ein zentraler Ort in der Geschichte ist das Restaurant Dalmatia, das von Mijas Patentante Zora geführt wird – ein Ort, an dem Mija als Kind Zuflucht suchte und der ihr jetzt als Ankerpunkt dient, um ihre Vergangenheit zu begreifen. Das Buch beleuchtet die Lebensgeschichten ihrer Eltern und Großeltern und stellt die Frage, was es bedeutet, eine Heimat zu haben oder zu suchen, während sich das eigene Leben und die Welt rundherum ständig verändern. 🌍

Jagoda Marinićs Schreibstil ist poetisch und tiefgründig. Sie versteht es, durch subtile, oft philosophische Dialoge und Momentaufnahmen das innere Leben ihrer Figuren darzustellen. Die Autorin setzt auf assoziative Erzählstränge, die uns nicht immer mit klaren Handlungsabläufen versorgen, sondern eher mit einer dichten Atmosphäre, die zum Nachdenken anregt. Besonders in den Dialogen spürt man die Komplexität der Themen, die in diesen Gesprächen verhandelt werden, wie Identität, Verlust und die Wunden der Vergangenheit. Es gab dadurch auch Momente, in denen ich mich in der Fülle der Gedanken und Reflexionen verloren habe, und die Lust am Weiterlesen ewas verloren habe. ✍️

Der Erzählstrang wechselt zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, wobei die Vergangenheit einen größeren Raum einnimmt. Die Themen, die im Buch behandelt werden – Krieg, Migration, die Suche nach der eigenen Identität – sind von hoher Relevanz, aber die unkonventionelle Erzählweise lässt den Plot manchmal etwas in den Hintergrund treten. 🕰️

"Restaurant Dalmatia" hat mich zum Nachdenken über meine Herkunft und die Herausforderungen von uns Migrant:innen angeregt. Die Gespräche und Erinnerungen der Figuren verdeutlichen, wie stark die eigene Identität von der Geschichte, den Umständen und den Erfahrungen der Eltern und Großeltern geprägt wird. Dennoch fühlte ich mich manchmal durch die vielen Dialoge und die philosophischen Exkurse etwas entfremdet. Ich hätte mir an einigen Stellen mehr greifbare Handlungen gewünscht, die die tiefgründigen Themen auf eine andere Weise aufgreifen. Trotz dieser Längen fand ich den Roman insgesamt eindrucksvoll und wertvoll. 💭

Fazit: Wer sich für Themen wie Migration, Identität und die Geschichte von Gastarbeiter:innen interessiert, langsame, philosophische Erzählweisen schätzt und sich auf komplexe Dialoge einlassen möchte, der das Buch mögen. ⭐️⭐️⭐️💫

Ich danke s.fischer für das Zusenden des Rezensionsexemplars! 💖
Profile Image for Buchdoktor.
2,367 reviews190 followers
October 23, 2024
Mija, älteste Tochter von Maja und Marko Marković, musste erst Jahre in Toronto leben, um ihre Identität zwischen Dalmatien, Deutschland und Kanada gespiegelt zu bekommen. Dort wurde sie mit ihrem Hang zu Selbstkritik als typisch deutsch wahrgenommen. Sie lernt zu schätzen, dass niemand nach ihrer Herkunft fragt und dass Kanadier bereits handeln, während Angehörige andere Kulturen noch diskutieren. Mija hatte ursprünglich nur ein Auslandssemester geplant, doch ihr Kanada-Aufenthalt brachte ihr eine unerwartete Karriere als Fotografin ein. 2013 ist sie, mitten in einer persönlichen Krise, zurück im Berliner Wedding, wo sie ihre Kindheit verbrachte und wo ihre Eltern längst nicht mehr leben. Ihre Eltern waren in den 80ern als Arbeitsemigranten nach Deutschland gekommen. Mija vermisst im Berlin der Gegenwart ein deutsches Ellis Island zu Ehren der Einwanderer, die sich hier abrackerten. Erhalten blieb für Mija das Restaurant Dalmatia ihrer Patentante Zora, in das sie sich als Kind häufig vor den Streitereien ihrer erschöpften Eltern rettete.

Als Besucherin setzt sie sich mit Zoras Schicksal auseinander und dem ihrer Eltern; beide Familien geprägt von der Macht der Frauen, die sich vom Arbeiten in Deutschland eine Befreiung aus den Verpflichtungen der Großfamilien („denen wir heute nachweinen“) versprochen hatten. Sie blickt bis in die Kindheit ihres Vaters und ihres Großvaters zurück, die beide aus Not schon als kleine Kinder zur Arbeit geschickt wurden. Das Granteln ihres Vaters über die deutsche Schule und was sie in Schülerköpfe stopft, kann Mija inzwischen hoffentlich in seinen Lebenslauf einordnen. Im Austausch mit Zora wurde mir besonders das Leben der Familie auf „gepackten Koffern“ deutlich, die eigentlich früher und alle gemeinsam in ihr Heimatdorf zurückkehren wollten und vom Jugoslawienkrieg daran gehindert wurden.

Ein kluges Buch über Identität, das Fortgehen, Scheitern und die Wut, die offenbar in Kanada verfliegt. „Restaurant Dalmatia“ hat mich als zeitloser Roman stark berührt, hat er doch schon vor 10 Jahren die Frage aufgeworfen, ob Menschen, die hier arbeiten, Steuern zahlen und Kinder haben, noch „Gäste“ genannt werden sollten, auf deren Abreise man wartet.
Displaying 1 - 4 of 4 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.