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Drecksspiel

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ROTZIG, RAU, BERLIN!

David Gross, ehemaliger Polizist und nun als Problemlöser für einen Anwalt tätig, ermittelt im Fall einer entführten Tochter aus gutem Hause. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn Berlin wartet mit finsteren Ecken, zwielichtigen Typen, bösen Gedanken und blutigen Taten.

Warnung: Genial und ungewöhnlich, aber nichts für zarte Gemüter!

396 pages, Paperback

First published October 11, 2013

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About the author

Martin Krist

76 books12 followers
Pseudonym of Marcel Feige

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9 (13%)
1 star
3 (4%)
Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Sonja Rosa Lisa ♡  .
5,171 reviews642 followers
May 19, 2022
Philipp und Hannah möchten mit ihrer kleinen Tochter Millie endlich mal wieder ein schönes Wochenende verbringen. Sie fahren zu einem Ferienhaus im Wald und freuen sich auf ungestörte Stunden. Doch was als entspanntes Wochenende geplant war, entwickelt sich zu einem Alptraum.
*
Toni gerät ebenfalls in einen Alptraum. Seine Freundin - die Prostituierte Leyla - wurde brutal ermordet. Alle Hinweise deuten schon bald auf ihn als möglichen Täter!
*
David wird beauftragt, die entführte Tochter eines reichen Ehepaares zu finden. Das Lösegeld ist längst bezahlt, doch das Mädchen bleibt verschwunden.

Mein Leseeindruck:

Ich kann nur sagen: "Wow"! Das Tempo dieses Thrillers ist rasant. Schon ab den ersten Seiten wird man als Leser hineingezogen in eine schnelle und abwechslungsreiche Achterbahnfahrt.
*
Es gibt drei verschiedene Haupthandlungsstränge, die auf den ersten Blick absolut gar nichts miteinander zu tun haben können. Daneben tauchen noch andere Handlungen und Figuren auf, so zum Beispiel Pedro und Aki. Auch dieser Handlungsstrang scheint zunächst nichts mit den anderen zu tun zu haben.
*
Ich habe während des Lesens immer wieder nach einer Verbindung gesucht und gerätselt, wie das alles zusammenhängen könnte. Das hat mich so neugierig gemacht, dass ich einfach immer weiter lesen musste und das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Dazu beigetragen haben auch die relativ kurzen Abschnitte. Selbst als mir schon beinahe vor Müdigkeit die Augen zufielen, habe ich mir gedacht, ein Abschnitt geht schon noch. Und so flogen die Seiten eigentlich nur so dahin.
*
Was zu Anfang fast unmöglich schien, ist dem Autor am Ende dann doch gelungen: Die verschiedenen Handlungsstränge verbinden sich miteinander, und zwar auf eine - wie ich meine - sehr durchdachte und intelligente Art.
*
Ich habe diesen Thriller sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher von Martin Krist!
Profile Image for PinkAnemone.
254 reviews9 followers
August 7, 2018
David Gross, ehemaliger Polizist und nun als Problemlöser für einen Anwalt tätig, ermittelt im Fall einer entführten Tochter aus gutem Hause. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn Berlin wartet mit finsteren Ecken, zwielichtigen Typen, bösen Gedanken und blutigen Taten....(Klappentext)

♟♟♟♟♟

"Caro sieht dem Tod in die Augen.
Der Anblick ist kaum zu ertragen,
doch kräftige Hände umfangen ihren Kopf wie ein Schraubstock
und zwingen ihren Blick direkt in die Augen der verzweifelten Frau,
aus deren aufgeschlitzter Kehle das Blut spritzt."
(S. 2 - Anfang)

Dies ist der Auftakt für die David Cross-Reihe, der es wirklich in sich hat.

Der Autor fackelt hier nicht lange. Bereits auf der ersten Seite spritzt das Blut und ab diesem Zeitpunkt befindet man sich in einem Thriller der sich gewaschen hat.
Man begleitet abwechselnd verschiedene Figuren und Handlungsstränge, welche scheinbar nichts miteinander zu tun haben.

David Cross: Privatdetektiv für einen Anwalt, der die ganz Großen vertritt. Sein derzeitiger Auftrag ist die Tochter eines großen Firmenmoguls zu finden, welche spurlos verschwunden ist

Hannah: welche mit ihrem Mann und ihrem gemeinsamen Baby endlich mal wieder in einem Ferienhaus entspannen will, findet sich in diesem gefesselt auf einem Stuhl wieder

Toni: Ermittler bei der Mordkommission, bei dem die Kacke ordentlich am dampfen ist. Koks, Nutten und Geschäfte mit dem Paten von Berlin sind sein Alltag. Seine Stammprostituierte wird nach einem gemeinsamen Streit abgeschlachtet im Bordell aufgefunden. Nun muss Toni zusehen, wie er sich aus dieser Misere herauswinden kann und vor allem den Täter finden kann, bevor seine Kollegen Spuren finden, die zu ihm führen könnten.

Im Verlauf kommen vereinzelt noch weitere Handlungsstränge und Perspektiven hinzu.

Langweilig wird es hier also definitiv nicht und mit jeder Seite steigt die Spannung und die Frage, wie das alles zusammenhängen könnte und wie der Autor dies stimmig miteinander verweben will.
Im Zuge der Story nähern sich diese Handlungsstränge langsam aneinander an, beginnen sich teils zu überschneiden, um sich am Ende zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden.
Die Auflösung selbst ist durchaus überraschend, mich konnte jedoch vor allem das Ende begeistern, welches kein Happy End im eigentlichen Sinne beinhaltet, sondern genauso rau und direkt wie die Story selbst ist. Dafür endet es mit einem verdammt fiesen Cliffhanger *g*.

"Sie kämpfte gegen den Schmerz und die Panik, die sie zu überwältigen drohte.
Schnaufend atmete sie durch, schluckte noch einmal. Und noch einmal.
Immer wieder, bis sie gleichmäßig durch die Nase Luft holen konnte.
Sie blinzelte den Schweiß aus den Augen.
Eine Gestalt schob sich in ihr Blickfeld."
(S. 41)

Ich habe aber bezüglich der verschiedenen Handlungsstränge auch etwas zu bemängeln. Diese sind gleichzeitig die Stärke, aber leider auch die Schwäche dieses Thrillers.
Die Schwäche liegt, für mich persönlich, am sehr raschen Wechsel zwischen der verschiedenen Perspektiven und Handlungen. Jeder Strang dauert gerade mal zwei kurze Seiten, oder weniger. Kaum ist man im Geschehen, wird man schon wieder in ein anderes geschleudert. Aufgrund dessen konnte ich mich nie vollends auf einen Charakter einlassen, in keine Handlung so richtig eintauchen.
Gegen Ende, als sich die verschiedenen Handlungen beginnen zu überschneiden, fand ich diesen rasanten Wechsel wiederum durchaus angebracht und gelungen, da dadurch zusätzlich Spannung und Tempo erzeugt wurden. Ich hatte das Gefühl, wie in einem Actionfilm, von einer Szene zur nächsten zu springen, bis die Story mit einem Showdown endete. Diese rasanten Sprünge den ganzen Thriller hindurch fand ich jedoch etwas störend und manchmal sogar nervig. Das Positive an den vielen Szenarien ist aber, dass es keineswegs verwirrend ist und jeder Handlungsstrang mit einem genialen Cliffhanger endet. Außerdem wurden dadurch, wie schon erwähnt, permanent Spannung und Tempo erzeugt, welche während der ganzen Story beibehalten wurden. Paar Seiten mehr wären jedoch nicht ganz verkehrt gewesen und hätten den selben Effekt erzielt.

Der Thriller ist nur bedingt für schwache Nerven und sensible Mägen geeignet, denn hier spritzt das Blut und es wird gefoltert und gesäbelt. Der flüssige und äußerst bildhafte Schreibstil sorgt zusätzlich für blutiges Kopfkino und das Setting wird ebenso atmosphärisch eingefangen.
Auch die Charaktere agieren für ihre Verhältnisse authentisch. Man muss bei Martin Krist aber darauf achten in keine Falle zu tappen, denn hier sind die bösen Buben zwar durchwegs böse, jedoch nicht nur und nicht jeder Gute nur gut. Hier spielt wirklich jeder sein eigenen Drecksspiel und das fern von 08/15.

"David verbarg sich in der Menschenmenge, die wie eine Welle dem Ausgang entgegenschwappte.
Ein zahnloser Zottelbart bettelte um gültige Tickets.
Draußen auf der Straße brodelte der Verkehr.
Benzingeruch hin in der heißen Luft.
(S. 158)

Fazit:
Bis auf das rasche Herumspringen zwischen den Handlungssträngen wie ein Jo-Jo, ist das ein 1A Thriller, der sich fern von 08/15 bewegt und es herrlich blutig und brutal zugeht.
Spannung und Tempo sind permanent vorhanden und man schafft es nicht, diesen Thriller vor Ende aus der Hand zu legen. Dieser Thriller hat es also definitiv in sich und ließ mein Thrillerherz höher schlagen.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe, Personenregister, Steckbrief von David Cross und Autoren-Info)
Profile Image for WortGestalt.
255 reviews20 followers
October 20, 2015
Die Sache mit dem dreckigen Spiel beherrscht Autor Martin Krist ganz gut. Und es muss ihm ein teuflisches Vergnügen bereiten. Anders kann ich mir den garstigen wie genialen Cliffhanger am Ende dieses Thrillers nicht erklären.

Und nicht nur mit den Lesern treibt der Autor seine Spielchen. Auch bei seinen Figuren hält Martin Krist die Fäden wie ein Marionettenspieler. Zieht er hier, fällt dort einer um. Absichtlich. In „Drecksspiel“ ist trotz vieler Verstrickungen alles genau koordiniert.

Es sind wieder die verschiedenen Handlungsstränge und deren rasche Wechsel, die der Geschichte ihren Schliff verleihen, dazu die Thematik, die den Thriller weg vom gängigen Gefüge aus „Kommissar jagt Killer“ holt und mehr in die Richtung organisierte Kriminalität bringt, Prostitution, Drogen, Entführung, Erpressung, Mord. Der Klappentext lenkt in diesem Falle kaum in die richtige Richtung, wer also wie ich beim Lesen von selbigem nur mäßige Spannung verspürt, sollte sich davon nicht abhalten lassen, da kommt mehr, viel mehr.

Da wäre zum Beispiel David Gross, ehemaliger Polizist und nun für einen Anwalt tätig. Er ermittelt in dem Fall einer entführten Tochter aus gutem Hause. Das geht in die Richtung Privatermittler, „Problemlöser“, wie es im Buch so schön heißt. Nicht ganz im Stil der Straßen-Cowboys, wie man es aus dem US-amerikanischen Hard-boiled kennt, aber auch nicht so weit davon entfernt. Eine Gratwanderung für die Figur, was die Legalität betrifft. Auch Miguel Dossantos, der „Pate von Berlin“, bewegt sich in diesem Zwielicht, versteht es aber zwischen Politik und Prominenz sein aalglattes Auftreten zu inszenieren. Sein Neffe Piedro muss das erst noch lernen. Der Kommissar Toni Risse, Morddezernat, scheint dagegen seinen Weg gefunden zu haben: Koks, Puff und Prügeleien. Und dann wären da noch die Besitzer einer Werbeagentur, Philip Nedel und Arthur Kuhn, die beiden haben einfach kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. Während Arthur das Auto gestohlen wird, trifft es Philip weitaus schlimmer.

Zwischen diesen Geschichten springt die Handlung hin und her, schwenkt immer wieder von einer Szenerie zur nächsten, baut damit ein gutes Tempo auf und bringt eine stabile Spannung. Längen gibt es in „Drecksspiel“ nicht, das Buch treibt seinen Leser konstant an. Schon eine gut platzierte Einstiegsszene sorgt dafür, dass während der gesamten Story etwas mitschwingt, das wie ein Damoklesschwert über den Häuptern der Protagonisten schwebt, etwas, das die Hauptfigur David Gross noch nicht wissen kann, weil sie es erst noch erleben wird. Aber nicht mehr in diesem Buch, das ist auf Seite 394 zu Ende. Mitten in der größten Aufregung und doch am Ende einer Geschichte. Wer einmal erleben möchte, wie ein wirklich guter Cliffhanger funktioniert, kann das in „Drecksspiel“ nachlesen.

Und wer jetzt vielleicht denkt: „Ha, „Drecksspiel“ ist ja bereits 2013 erschienen, der Nachfolger „Engelsgleich“ ist auch seit Dezember 2014 erhältlich, Cliffhanger, pfff, ich kann ja direkt weiterlesen!“, der wird feststellen, dass die Handlung von „Engelsgleich“ fünf Jahre vor den Ereignissen von „Drecksspiel“ angesiedelt ist und somit keinerlei Auflösung in Bezug auf diesen schönen, fiesen Cliffhanger birgt. Da muss sich der Leser noch ein Weilchen gedulden. Ein echtes Drecksspiel.

Fazit: Ich mutiere zum Martin Krist-Fan.


Bewertung: 86,6 %
Stil: 4/5 | Idee: 5/5 | Umsetzung: 4/5 | Figuren: 4/5 | Plot-Entwicklung: 4/5
Tempo: 5/5 | Tiefe: 4/5 | Komplexität: 5/5 | Lesespaß: 4/5 | = 4,33 Punkte


PS: Ich bin ja selten ruhig, bevor ich nicht auch etwas zum Meckern gefunden habe. Hier könnte ich anmerken, dass ich "Engelsgleich" ein klein wenig feiner konstruiert fand als "Drecksspiel", aber wer will schon kleinlich werden.


Rezension auch auf
http://wortgestalt-buchblog.blogspot.de
Profile Image for I_love_books.
152 reviews
October 11, 2013
Drei miteinander verknüpfte Schicksale und ein perfides Spiel
Toni Risse ist hoch verschuldet, drogenabhängig und hat eine Nutte geschwängert. Kurzerhand hat er sie abserviert und denkt, nun sei alles geklärt. Doch seine Probleme fangen erst richtig an, als er am Tatort einer ermordeten Prostituierten ermitteln soll. Bei der Toten handelt es sich dabei um die Frau, mit der vor kurzem noch ungeschützten Sex hatte. Und das darf keiner erfahren!

Im Grunde genommen möchte der Ex-Polizist David Gross nicht weiter auffallen, denn er ist seit Jahren untergetaucht. Um sich über Wasser zu halten, nimmt er private Ermittlungsaufträge an. Aktuell soll er dem Verschwinden der Politiker-Tochter Shirin auf dem Grund gehen, denn trotz Lösegeld-Übergabe wurde Shirin nicht freigelassen. Doch David muss sehr achtsam sein – seine Vergangenheit scheint ihn einzuholen und bedroht seine Familie.

Hannah und Philip hatten es in letzter Zeit nicht ganz so leicht. Philips Werbeagentur steht kurz vor dem Bankrott und das betrübt das junge Elternglück. Die Aussicht auf einen kurz bevorstehenden neuen Großauftrag bringt Philip auf die Idee, mit seiner Frau und mit seinem kleinen Baby spontan einen Wochenendausflug ins Ferienhaus zu machen – ganz so wie früher. Aber nichts ist wie früher! Auf die drei wartet ein sadistischer Albtraum…

Mein Fazit

Rasanter Handlungswechsel und viele Charaktere haben mir den Einstieg in die Story anfangs etwas erschwert. Aber es lohnt sich den Worten von Tobias Kluckert genau zuzuhören und den Zusammenhängen auf der Spur zu bleiben:

Drecksspiel ist ein Thriller der zwielichtigen Personen und den dunklen Ecken Berlin’s eine grandiose Bühne verschafft. Unkaschierte Eindrücke, düstere Szenen und blutige Taten lassen den Zuhörer bangen und erschauern. Mordsmäßige Unterhaltung!

Meine Bewertung – 4 von 5 Sterne
Profile Image for Jasbr.
932 reviews14 followers
August 28, 2020
Der Anfang kann etwas verwirrend sein, denn es kommen sehr, sehr viele Personen vor. Zum Glück gibt es zu Beginn ein Verzeichnis, zu dem ich immer wieder zurückgeblättert habe, zumindest bis ich richtig in der Story drin war.

Der Autor schreibt sehr rasant, die Schauplätze und Perspektiven verändern sich ständig. Man kommt dabei fast schon aus der Puste, was mir richtig gut gefallen hat. Es ist einfach unheimlich spannend, die verschiedenen Handlungsstränge zu verfolgen und fiebert darauf hin, dass sie sich zusammenfügen. Auch das hat Martin Krist super geschafft.

Der Schreibstil ist sehr lebendig, zum Teil die Sprache sehr derb, was aber zum Milieu und den Figuren passt. Super fand ich auch, dass nicht alles schwarz/weiß ist. Denn mehr als der eigentliche Killer stehen vermeintlich brave Bürger im Mittelpunkt der Geschichte.

Ich hatte Spaß beim Lesen und wurde gut unterhalten. Auch das Einfügen von zur Stimmung passenden Liedtexten war gelungen. Es war sicher nicht mein letztes Buch von Martin Krist!
Profile Image for jule.
105 reviews7 followers
January 18, 2014
INHALT
Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und … sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! – Hannahs Tochter schläft im Zimmer nebenan. Seit der Expolizist David Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein grauenvoller Entführungsfall... (amazon.de)

SCHREIBSTIL
Martin Krist hat einen sehr flüssigen Schreibstil mit sehr kurzen Kapiteln und immer wechselnden Handlungen oder Fällen. Die Geschichten der einzelnen Personen sind maximal drei Seiten lang und hinterlassen am Ende immer einen fiesen Cliffhanger, der den Leser auch förmlich dazu zwingt, weiterzulesen. Mithilfe dieser offenen Enden und des rasanten Schreibstils baut Krist eine Spannung auf, die den Leser in das Buch hineinzieht und die immerzu neugieriger macht. Auch die Protagonisten waren gut erklärt und man hat ein sehr gutes Bild von ihrem Denken und Handeln und von ihrer Person bekommen.

MEINE MEINUNG
Drecksspiel ist mein erster gelesener Thriller von Martin Krist. Da ich aber von vielen meist nur Gutes gelesen und gehört habe, habe ich ihm auch einmal eine Chance gegeben. Zugegeben, als ich den Buchdeckel aufgeschlagen habe, war ich sofort ein wenig entgeistert, denn an erster Stelle findet man ein Namensverzeichnis der Charaktere. Stolze 40 - wenn ich mich nicht verzählt habe - Namen schaffen es auf die Liste. Mein erster Gedanke war: Wie soll ich mir die alle merken?

Das Buch ist in mehrere Handlungsstränge unterteilt, in denen jeweils bestimmte Personen eine eigene Rolle spielen. Diese 40 Charaktere machten mir anfangs wirklich lange zu schaffen, weil ich erstens immer wieder vorne im Verzeichnis nachschauen musste, wer das jetzt eigentlich war und ich zweitens so meine Schwierigkeiten hatte, von den kurzen Phasen der einen Handlung sofort in die andere zu wechseln, in der man keinen Zusammenhang zur ersten findet und sozusagen gleich wieder in eine völlig neue Geschichte geschleudert wird. Übrigens endet jedes Kapitel mit der im Klappentext beschriebenen Handlung: Mit Hannah und Millie - die wohl spannendste Story. Genau deshalb hat wohl der Autor auch jedes Mal am Kapitelende der eben genannten Geschichte einen fiesen Cliff-Hanger eingebaut, damit man einfach weiterlesen musste, um erfahren zu können, was noch passieren wird.

Martin Krist hat sehr oft mit dem sogenannten "Straßenslang" gearbeitet. Toni sagte öfter "verfickte Scheiße", was ich bei ihm und seiner Situation auch voll und ganz verstehen kann. Mich persönlich hat diese vulgäre Ausdrucksweise nicht wirklich gestört, da ich somit den Charakteren näher war und sie auch nicht als perfekt dargestellt wurden. Man konnte erkennen, dass sie Menschen sind, die ziemlich weit abgerutscht sind und das hat der Autor mit dieser Sprache wirklich gut zur Geltung gebracht.

Trotzdem waren mir ein paar Figuren etwas unsymphatisch. Man hat teilweise auch nicht viel über sie erfahren - was ich mir sehr gewünscht hätte, vor allem bei einer Hauptperson - was ihr Leben angeht und wo und wie sie wohnen und und und. Eine solche Person ist zum Beispiel David Gross, die ich nicht so gut kennenlernen konnte, da viel zu wenig aus dem Privatleben dieses Mannes preisgegeben wurde, was zwar einerseits mysteriös aber mich andererseits auch ein bisschen zu wenig informiert zurückgelassen hat. Vor allem am Ende wusste ich nicht so richtig, was nun aus ihm geworden ist und was mit ihm los war.
Wahrscheinlich wird im Oktober 2014 der zweite Band rund um den rätselhaften "Ermittler" David Gross erscheinen, wo wir mehr erfahren werden.

FAZIT
Alles in allem eine sehr komplexe Geschichte mit vielen verschiedenen Charakteren, die jedoch rasend schnell bis zum Ende durchgelesen werden kann. Jedoch sollte man bei dieser Schnelle nicht die vielen kleinen, unzähligen Hinweise aus den Augen lassen und vergessen, da sie alle am Ende zur Auflösung beitragen. Der eine Punkt wurde bei den Charakteren abgezogen, da man die noch etwas näher hätte beschreiben können. Somit ist noch Luft nach oben für den zweiten Band.
Profile Image for dubh.
361 reviews
November 10, 2013
Mit "Drecksspiel" liegt nun ein neuer Thriller aus der Feder von Martin Krist vor, der schon bei "Die Mädchenwiese" bewiesen hat, wie packend er schreiben kann. Dieses Mal legt er in meinen Augen noch eine Schippe drauf… Aber alles der Reihe nach.

Am Anfang geschehen gleich mehrere grausame Dinge: Caro schaut einer anderen Frau beim Sterben zu. Und Hannah, Mutter eines Babys, erwartet im spontan gemieteten Ferienhäuschen ihren Ehemann Philip zurück, der gerade mit dem Hund Bootsmann eine Runde gedreht hat. Wie sie da in ihrem Negligé wartet, greift plötzlich eine Hand von hinten an ihren Hals und sie erkennt blutdurchtränkte Handschuhe… Doch nicht genug der Handlungsstränge, denn da ist noch David Gross, ein ehemaliger Polizist, der sich nach einem Vorfall vor fünf Jahren keine Aufmerksamkeit mehr auf sich lenken möchte und stattdessen diskret arbeitet…

Zu Beginn des Buches gibt es ein Personenregister, das mich kurz den Atem hat anhalten lassen, da es doch relativ umfangreich erscheint. Im Grunde ist es aber ein sehr nettes Bonbon, denn manchmal gibt es fast genauso viele Rätsel auf wie der Verlauf des Thrillers. Außerdem kann man es durchaus als kleine gedankliche Stütze in Betracht ziehen, sollte man sich während der Lektüre nicht mehr ganz sicher sein, wer wer ist. Wobei ich mir das kaum vorstellen kann, denn wenn man einmal mit dem Lesen begonnen hat, kann man nur schwerlich wieder aufhören und ist echt gewillt, "Drecksspiel" in einem Atemzug durchzulesen.
Martin Krist hat einen Schreibstil, der mich regelrecht anfixt: die Szenen sind häufig so kurz und einzelne Perspektiven wechseln so rasch, dass ich manchmal das Gefühl habe, es springt gleich einer aus dem Buch und ruft laut "Klappe!", denn es entsteht dabei etwas wirklich Filmartiges in meinem Kopf. Aber auch die beschriebenen Geschehnisse wirken auf mich sehr ungeschönt-authentisch - leider, muss ich an der ein oder anderen Stelle fast schon sagen, weil dadurch wirklich zu erahnen ist, was in gewissen Milieus so abgeht. Beispielsweise die Sprache einiger Figuren könnte einem wirklich aufstoßen, aber auf mich wirkt sie real und darum sollte es gehen, nicht darum, was ich gerne lesen möchte oder wie die Leute sich nach meiner Meinung unterhalten sollten.
Natürlich geht es in diesem Buch nicht nur um einen Fall, sondern um mehrere gestrandete Charaktere und das große Ganze. Oder besser gesagt: einige Ereignisse verbindet der Autor sehr geschickt und intelligent miteinander, dass man nach der Lektüre wirklich baff ist! Dabei gilt aber auch, dass man bei aller Spannung doch relativ konzentriert lesen sollte, denn sonst verpasst man das ein oder andere klitzekleine Detail, das einem einen Hinweis geben könnte… Herrlich, denn manchmal musste ich über meine eigenen Spekulationen lachen - und darüber, was ich nicht in Betracht gezogen hatte.
Besonders gut gefällt mir aber an "Drecksspiel", dass Martin Krist seine Figuren nicht eindimensional zeichnet. Sie sind meistens nicht einfach gut oder böse, ihre Vergangenheit, ihre Sozialisation und ihre Schwächen spielen eine Rolle - ein Aspekt, denn ich bei Krimis ganz besonders gerne mag, der aber leider viel zu selten vorkommt. Martin Krist jedenfalls ist nicht zimperlich, wenn er seine Personen "strickt"…

Tja, was soll ich sagen? Das einzig Doofe an diesem Thriller ist die Tatsache, dass man auf den Nachfolger noch eine ganze Weile warten muss! Ich für meinen Teil würde lieber heute als morgen weiterlesen! Also: unbedingt lesen!
514 reviews3 followers
November 8, 2014
Inhalt:
Hannah und Philip wollen mit ihrer Tochter ein schönes Wochenende in einem Ferienhaus verbringen … Arthur will nur mit seinem Auto fahren … Aki und Pablo haben nichts als Unsinn im Kopf … Caro will eine heile Familie … David ermittelt privat in einem Entführungsfall und Richard unterstützt ihn … Toni versucht einen klaren Kopf zu behalten … und alle Schicksale sind irgendwie miteinander verbunden …

Schreibstil:
Martin Krist, alias Marcel Feige, schreibt detailiert, ausführlich (auch oder gerade Szenen mit Gewalt) und leider mit einer sehr vulgären Ausdrucksweise. So habe ich von einem Charakter nur noch “verf***te scheiße” im Kopf. Diesen Ausdruck musste ich so oft lesen und ich fand es grausam :( leider auch, dass in einigen Szenen immer Musik lief und die Texte immer zur Szene passten – so konnten diese wunderbar zitiert werden – zu Beginn fand ich das ja noch irgendwie passend, aber wenn auf einer Seite gleich 5 Musiktitel und Strophen daraus zitiert werden … das muss echt nicht sein!

Ansonsten waren die Kapitel und auch die Teilabschnitte sehr kurz gehalten. Alle Teile in einem Kapitel spielen in etwa zur gleichen Zeit und endeten immer mit einem Cliffhanger.

Unnütz fand ich das Personenregister zu Beginn des Buches. Ja, es gab viele Personen, aber mal ehrlich, wenn ich schon lese, wer wer ist, dann nimmt mir das einfach die Spannung.

Charaktere:
Diese gab es reichlich und als immer mehr auftauchten, dachte ich mir nur “das kann ja bei der Auflösung interessant werden”. War es dann auch, aber irgendwie zu langsam :( Es wurde dann auch teilweise wiederholt – ggf. für den Leser, der nicht denken kann, und so durfte ich mir die “Auflösung gleich mehrmals durchlesen.

Ich konnte mich mit keinem Charakter identifizieren oder ihn näher kennen lernen, dafür waren die Abschnitte einfach zu kurz. Erinnern kann ich mich noch ziemlich gut an Toni, der anscheinend nur einen Kraftausdruck kannte und an David, der wenig redete, dafür aber immer mit “mhm” antwortete.

Cover:
Das Cover gefällt mir richtig gut, es wirkt beängstigend und macht neugierig auf das Buch.

Fazit:
Ein Buch mit vielen unnötigen Gewaltszenen und Ausdrücken, allerdings gefällt mir die Idee der Handlung gut und das Buch lässt sich super lesen. Das Ende ist leider offen – ein Cliffhanger für den nächsten Band … Von mir gibt es nur 3 Sterne und eine Leseempfehlung an Thriller Liebhaber, die keine Probleme mit “verf***ter Scheiße” und Gewalt haben.
237 reviews1 follower
October 30, 2015
Für mein Empfinden hatte dieser Thriller mal einen Ansatz, der so vielleicht nicht vollkommen neu ist, mir aber bisher eher seltener begegnete und daher auch einfach mal etwas ganz anderes wieder war. Selten hatte ich es nämlich, dass einer der Ermittler ein so unsympathischer Typ war, wie es in diesem Buch der Fall ist.

Aber genau an diesem Punkt, hat der Autor eh etwas geschafft, was ich aus meiner Sicht nur loben kann. Die Charaktere haben in meinen Augen nämlich alle durchaus Charakter. Der korrupte Polizist, der mich einfach nur genervt hat von seiner Art, mit dem ich aber ab und an doch glatt auch ein wenig Mitleid hatte, denn egal, wie unsympathisch er mir war, wusste ich doch, was er auf jeden Fall nicht getan hat. Dann David, als ein Charakter, der irgendwie auch nicht ganz glatt war, aber trotz seiner Macken, Ecken und Kanten, einfach doch ein ganzes Stück sympathischer wirkte, auch wenn ich mich immer noch frage, was alles genau hinter ihm steckt, denn es gibt so viele Hinweise, aber keine vollständige Erklärung, was mich jedoch immer noch auf einen Nachfolger hoffen lässt, ebenso, wie das Ende, das, wenn auch relativ abgeschlossen, noch einige Stränge offen gelassen hat und das auf eine Weise, wo meines Erachtens nach, einfach noch etwas kommen muss!

Und nicht nur die Protagonisten sind einfach sehr gut gearbeitet, es ist auch so, dass die vielen kleinen Nebencharaktere so plastisch und real wirken, dass sie den Roman eindeutig bereichern und nicht nur wie Statisten wirken, die ein Rolle haben und eigentlich aber flach wie das Blatt Papier sind, auf denen ihre Aktionen stehen. Allein das hat mir an dem Roman schon sehr gefallen.

Dazu kam, dass mir lange nicht klar war, wie am Ende alles zusammenhängen würde, aber, dass es irgendwo einen Zusammenhang geben musste, war klar. Und es hat einfach Spaß gemacht, mitzuerleben, wie die einzelnen Fäden der Geschichte langsam anfingen ein einheitliches und klarer erkennbares Muster zu ergeben, dass eine sehr harte Geschichte erzählt, aber gerade das, fand ich an dem Buch gut. Es war einfach mal so anders, dass es keinen für mich auch nur irgendwie klar erkennbaren guten gab, denn irgendwie war alles zumindest hellgrau.

Eine sehr düster gezeichnete Geschichte, mit einigem an Spannung, die mir richtig gut gefallen hat, auch wenn ich gern die losen Fäden jetzt schon noch weiter ergründen würde, weil doch auch noch so viel offen geblieben ist, das mich vor allen Dingen neugierig machte.
Profile Image for Michael.
265 reviews2 followers
December 14, 2018
Das ist das Berlin, vor dem Boris Plamer sich fürchtet, nichts für Weicheier aus dem Ländle, sondern schmutzig, laut, kriminell, gewalttätig, hoffnungslos. Arm aber brutal.
Ein Kaleidoskop unzusammenhängender Geschichtenschnipsel mit einem halben Dutzend Hauptpersonen, bald auf zwei zusammenschrumpfend, anscheinend zunächst zusammenhanglose Fetzen bilden ein brutales Ganzes. Ein Ermittler mit tragischer Vergangenheit, noch tragischerer Gegenwart, angefüllt mit guten Vorsätzen, der nach einem verschwundenen Teenager sucht. Ein korrupter, asozialer drogenabhängiger Bulle, dessen Freundin im Millieu brutal ermordet wird und der versucht den Fall zu lösen, bevor man ihn identifiziert. Zwei bescheuerte kleinkriminelle Teens. Ein brutaler Entführer und Killer. Eine Frau und ihr Baby als Opfer. Der Pate von Berlin.
Das ganze hat wahnwitziges Tempo, die Sprache ist meist schnörkellos, der Autor erlaubt sich nur, aktuelle Rap-Zeilen einzustreuen, und am Ende kommt eine Menge zusammen. Mit einem großen Cliffhanger zum nächsten Band, denn es werden nicht alle Fragen geklärt. Das ärgerlichste ist das Lektorat, dem nicht aufgefallen ist, dass mit "Baretta" wahrscheinlich eine "Beretta"-Handfeuerwaffe gemeint sein könnte. Peinlich, wenn der Rest den Anschein erweckt, im Berliner Lokalkolorit gut recherchiert zu sein.
Packend.
Profile Image for Paula.
459 reviews10 followers
August 7, 2018
David Gross ist ein ehemaliger Polizist und derzeit als sogenannter Problemlöser für einen Anwalt tätig. Toni Riess ist noch Polizist und meistens ein Problem. Shirin ist ein entführter Teenager und David soll sie finden. Dann kommen gaaaaaaaaaaanz viele Baustellen und einige Morde und irgendwann hängen David und Toni für einen Moment zusammen drin im Drecksspiel.
Am Anfang fängt alles etwas schleppend an, weil es auch eigentlich zu viele Figuren und Subplots gibt. Aber am Ende fügt sich alles zusammen und ich hab mich etwas über mich selber geärgert, dass ich etwas ganz offensichtliches übersehen habe. Naja, war die Hitze ;) Ein paar Cliffhanger für den nächsten Teil gibt es auch.
Gut solide spannende Unterhaltung, teilweise etwas brutal. Relevante Frauenfiguren gibt es nicht, aber da ich eh zum Schluss gekommen bin, dass männliche Autoren die selten gut schreiben, ist es vielleicht auch besser so.
Profile Image for Claudia Starke.
Author 22 books3 followers
March 29, 2018
Eine der Hauptpersonen flucht beinahe jedes Mal "Verf*** Scheiße" - wie gesagt, er ist Hauptperson und hat dementsprechend viele Szenen. Auf Dauer hat es genervt. Darüberhinaus war er bewaffnet - mit einer Baretta. Beim ersten Mal dachte ich noch an einen Flüchtigkeitsfehler, doch es wurde konsequent durchgezogen. :(
Es war nett gemacht, wie die verschiedenen Erzählstränge sich nach und nach verwoben haben, doch das allzu offene Ende macht mich wütend. Ich muss also das nächste Buch lesen? Nee, danke ...
Profile Image for Sunsy.
1,912 reviews28 followers
October 17, 2013
Mein Dank geht an den Ullstein Taschenbuch Verlag und Martin Krist als Autor, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben. Ich habe vor Spannung nicht schlafen können, und das geschieht nicht allzu oft :)

Meine Rezension könnt ihr hier lesen: http://sunsys-blog.blogspot.de/2013/1... .

10/10 Punkte
Displaying 1 - 14 of 14 reviews

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