Als ich im Mai Schloss Neuschwanstein besucht habe, war ich ein bisschen enttäuscht. Nicht weil ich es nicht schön fand, sondern weil es nicht so alt war als ich dachte. Deswegen fand ich es ein bisschen kitschig. Auch hat der König nur 100 Tage dort gewohnt, wonach es ein Museum wurde. Ich war enttäuscht, weil Neuschwanstein gar nicht lange als Schloss funktioniert hatte, und nicht die 'traditionelle' Geschichte eines Schlosses hatte.
Das bedeutet natürlich nicht, dass dieses Schloss kaum Geschichte hat (was ich am Anfang dachte). Dieses Buch erzählt die Geschichte von Ludwig II., Bayern und der deutschen Reichsgründung sehr detailliert.
In der berühmten Geschichte von Ludwig wird er beschrieben wie ein ‘Märchenkönig’, der Kunst und Theater liebte und in seiner eigenen Phantasiewelt lebte. Denn im Alltag hatten diesen Sachen sich manifestiert in einem König, der seine Minister ignorierte, und Leute wie Wagner Einfluss gab. Ein Mann, der ein absoluter Monarch sein wollte, versuchte eine geheime Polizei zu gründen, irgendwo Land zu kaufen, seine Diener schlug und beschimpfte, und Millionen an Schuld machte, um diese Phantasie zu erleben. Hilmes hat es gut beschrieben, wie Josef Kainz das erfahren hat: "Hatte er anfänglich geglaubt, in Ludwig einem Künstler-Fürsten zu begegnen, traf er nun mit einem Herrscher zusammen.”
Das Buch ist ein guter, kritischer Blick auf Ludwig, das die gute, aber auch die schlechte Seite zeigt und manche Mysterien, insbesondere seine Geisteskrankheit und seinen Tod, gut erklärt.