Das schwer beschädigte irdische Kriegsschiff Interceptor flieht nach einer verlorenen Schlacht vor den rätselhaften Hondh und kann die heimatliche Erde erst nach einem langen Unterlichtflug erreichen. Während auf dem Schiff nur wenige Jahrzehnte verstreichen, sind auf der Erde fast 500 Jahre vergangen. Jetzt, in ihrer Zukunft, muss die Mannschaft feststellen, dass die Aliens den Krieg für sich entschieden haben und die Menschheit ihren neuen Herren seit langer Zeit Tribut und Gehorsam schuldig ist. Die müden Soldaten stehen vor einer wichtigen Entscheidung: sollen sie jetzt ihren persönlichen Frieden suchen oder den verlorenen Krieg 500 Jahre in der Zukunft wieder aufnehmen?
Dirk Andreas van den Boom is a German political scientist, science fiction writer and translator. He Professor Political Sciences at the University of Münster, Germany since 2012.
He published both reference books in the field of political science and SF books.
Ich habe zur Veröffentlichung des Romans diese Rezi geschrieben: Nach der einer desaströsen Schlacht mit der Flotte der außerirdischen Hondh ist der irdische Kreuzer Interceptor so schwer beschädigt, dass nur ein glücklicher Umstand das Leben der Besatzung rettet. Der Kapitän, Lieutenant-Commander Thrax hat nicht sehr viele Möglichkeiten. Er beschließt, in relativistischen Rückflug zur Erde anzutreten, und die Mannschaft in den Kälteschlaf zu schicken. Schon vor diesem letzten Kampf war das Schiff ziemlich abgenützt und auch die Mannschaft, allen voran Thrax und der Navigator Carlisle, hat der schon lang andauernde Krieg gezeichnet. 500 Jahre später erreichen sie ihr Ziel, einen geheimen Flottensammelpunkt im Sonnensystem. Sie finden die Erde (wie auch die Kolonien) natürlich vollkommen verändert vor. Die Erde ist besiegt, doch die Hondh wollten außer ein paar Industriegütern als Tribut nichts von der Erde. Nur dürfen die Menschen keine Kriegsflotte unterhalten und auch der Raumschiffsverkehr ist insgesamt eingeschränkt. Die technologische Aufrüstung des menschlichen Körpers ist allgemein verbreitet. Die Erde ist nicht mehr so dicht bevölkert und eine friedliche Atmosphäre herrscht vor. Die Hondh sind immer noch nicht in Erscheinung getreten, man kennt nur ihre Raumschiffe. So verwundert nicht, dass sie zum Zentrum einer Religion geworden sind. Die neue Erdregierung nimmt die Neuankömmlinge nicht unfreundlich auf, doch es stellt sich immer mehr heraus, dass sie als Militärs auf der Erde ein Fremdkörper sind. Sie wollen sich nicht integrieren, sondern wollen herausfinden, weshalb die Menschen bis auf die Ausnahme von der Regel gar nicht über die Hondh und den zurückliegenden Krieg reden können. Dieses "Herumschnüffeln" und die Kontakte zu den Unruhestiftern sind der Erdregierung, die am Status Quo festhält, ein Dorn im Auge, und da sie gegen ein hochgerüstetes Kriegsschiff nicht vorgehen können, benachrichtigen sie die Hondh...
Mit diesem Roman beginnt die Shared World-Serie "Die neunte Expansion". Der Titel bezieht sich auf die bevorstehende Erweiterung des Machtbereichs der Hondh. Zum bekannten Weltraum gehören aber auch Kolonien von Menschen außerhalb der Hegemonie der Hondh. Das ist für den Roman durchaus von Bedeutung, denn die Besatzung muss sich auch entscheiden, ob sie auf der Erde bleibt. Die militärischen Aspekte sind angenehm nüchtern eingesetzt. Für die Crew der Interceptor entwickelt man als Leser Sympathien, auch weil sie sehr menschlich ist und nicht glorifiziert wird. Schwarz-Weiß-Malerei vermeidet van den Boom. Er erzählt spannend und routiniert. Man merkt, er ist in seinem Element, er beherrscht das Metier. Wie die Leute die Technologie benutzen, das wirkt plausibel, alltäglich. Was man als Leser vermisst, sind mehr Details über das Leben auf der Erde. Es erscheint nicht sonderlich verändert zur Gegenwart. Was mit der „Interceptor“ weiter geschieht, das erfährt der Leser in einem weiteren Roman.
Das Büchlein hat mir einnehmend gut gefallen, da ich die Print-Ausgabe nicht mehr finden konnte, habe ich es als Hörbuch genossen ! Dirk van den Boom ist für mich ein Phänomen, alles was er schreibt (seine (Politik)-Sachbücher kenne ich allerdings nicht) hat Hand und Fuß, ist spannend und unterhaltsam, seine Welten-Bauten sind eindrucksvoll und voller stimmigen Atmosphäre, und, und und... So auch diese Serie, die bisher völlig an mir vorbei gelaufen ist (ich kenne allerdings bisher nur diesen ersten Band), bis mich ein Freund darauf hingewiesen hat !, auch die Gestaltung der Titelbilder hat einiges zu meinem schlechten Eindruck beigetragen, wobei ich das Titelbild dieses Einstiegsbandes davon herausnehme. Das alles trifft auf diesen Einstiegsband zur D9E-Serie zu, in dem er die Grundzüge des D9E-Universums bescheibt und die wichtigsten Charaktere einführt. (ob die in den Romanen seiner Kollegen auch noch eine Rolle spielen, sei dahingestellt). Die Handlung kommt aber deswegen nicht zu kurz, wie es bei einigen anderen Einstiegsromanen der Fall ist, so dass eine kurzweilige Handlung verbunden mit der Spannung einfach Spaß macht. In diesem Roman sind, wie oben bereits erwähnt, die Charaktere nachvollziehbar, das Universum ist stimmig und geheimnisvoll, es gibt technologisch und physikalisch nicht viel zu mäkeln, der Dilationsflug, mit dem man 500 Jahre überwindet ist gut geschildert, auch mit dessen Auswirkungen. Nach dem Cliffhanger am Schluss des Bandes bin ich mal gespannt, in welcher Weise die Serie fortgesetzt wird, auf jeden Fall werde ich die nächsten 2-3 Bände weiterlesen um zu beurteilen, ob die Serie es wert ist....
Routiniert und unterhaltsam erzählt und geschrieben, die Prämisse macht neugierig und lädt zum weiterlesen ein. Deshalb Daumen hoch für den Auftaktband. Einziges kleines Manko: Wegen einer wohl recht umfangreichen Längenvorgabe lässt der Autor offensichtlich manche Szenen und Kapitel länger laufen als notwendig. Trotzdem: Weitere D9E-Bände? Gerne.