Ende des 21. Jahrhunderts ist die Erde durch einen nuklearen Holocaust weitgehend zerstört. Die Menschheit bereitet ihren Exodus auf den Mars vor, wo die Novaten, künstliche Menschen, als Arbeitssklaven eine gigantische Stadt im Krater eines Vulkans errichten. Doch dann revoltieren die Novaten gegen das grausame Joch der menschlichen Herrschaft. Die wenigen überlebenden Menschen gehen in den Untergrund. Der Novat Seth ist Mitglied der Jäger, deren Auftrag es ist, die letzten Menschen aufzuspüren und zur Strecke zu bringen. Als er im Zuge dieser Jagd auf Tessa, die Anführerin einer menschlichen Terrorgruppe, trifft, glaubt sie, in ihm den Sohn des irdischen Gründers der Marskolonie zu erkennen. Seth muss sich die Frage stellen, ob sein ganzes Leben auf einer Lüge gründet.
Ich bin 1968 in Marburg zur Welt gekommen, wo sich meine Eltern beim Jurastudium kennengelernt haben. Mein Hauptberuf war mir also beidseitig in die Wiege gelegt. Tatsächlich waren Strafakten - meine Mutter war Richterin, mein Vater Staatsanwalt - häufig Tischgespräch, sodass ich mich schon als Teenager mit recht exotischen Fragestellungen konfrontiert sah. Zum Beispiel wie viel Schaden eine Schrotflinte in einem Gesicht verursachen kann, wenn sie aus einem Meter Entfernung abgefeuert wird. Ansonsten war meine Kindheit sehr beschaulich. Niedersächsische Kleinstadt, kirchliches Gymnasium, Theater-AG, Schülerkneipe. Die eine Disco, wo du die ganze Stadt triffst. Im Sommer schwimmen im Baggersee, Schlittschuhlaufen im Winter. Aber irgendwo in unserer Umgebung passierten sie ... diese bösen Geschichten, die dann irgendwann auf den Schreibtischen meiner Eltern landeten. Ich glaube David Lynch, der Regisseur von "Twin Peaks" hat einmal gesagt, der Cherry Pie, der in der Serie immer wieder auftaucht, sei eine Metapher für die Provinz, in der die Serie spielt: Einladend knusprig-glatte Oberfläche, aber darunter ein dunkler, schleimiger Sumpf. Auch wenn ich diesen verborgenen Orkus in meiner Kindheit nur im Spiegel der Akten meiner Eltern erkennen konnte, wusste ich, dass er irgendwo dort unter der sichtbaren Oberfläche kleinstädtischer Beschaulichkeit lauerte. Noch heute ertappe ich mich dabei, wie ich manchmal stehenbleibe, vor einem einsamen Haus vielleicht, und mich frage, ob sich darin das Böse verbirgt.
Der Mars: Ende des 21. Jahrhunderts ist er durch Terraforming als zweite Heimat der Menschen umgestaltet worden - von "Novaten", künstlich geschaffene Klon-Wesen, die äußerlich und im Auftreten von echten Menschen nicht zu unterscheiden sind. Als ihr Erbauer Jack Lansing dazu gezwungen wird, seinen Wesen die eigene Vernichtung zu befehlen, wenden sich die zahlenmäßig überlegenen Novaten gegen ihre Schöpfer und rebellieren. Die Menschen müssen sich geschlagen geben und in den Untergrund zurückziehen. Jahre später ist der Menschenjäger Seth in der Megastadt unterwegs, um die hartnäckigen Rebellen aufzustöbern und auszuschalten. Als plötzlich eine mysteriöse Seuche unter den Novaten ausbricht und Seth mit der Rebellenanführerin Tessa zusammentrifft, glaubt diese in ihm Jack Lansings Sohn Finn zu erkennen. Seth muss sich fragen, auf wessen Seite er eigentlich steht. // Der dritte Roman von Thomas Elbel, Megapolis, hat eine interessante Vorgeschichte: Bei dem Science-Fiction-Thriller handelt es sich um das eigentliche Debüt des Autors, dessen erster veröffentlichter Roman jedoch Asylon war, der 2011 im Piper Verlag erschien. 2013 entschied Elbel sich dazu, den Roman im Eigenverlag über Amazon herauszubringen. Dass Megapolis seinerzeit keinen Verlag fand, verwundert sehr. Mit der beschriebenen Megastadt, die sich aus gigantischen Vierteln nach dem Vorbild irdischer Metropolen zusammensetzt sowie die menschlich agierenden Novaten bietet der Roman einen guten und verständlichen Zugang. Viele Szenen- und Perspektivwechsel halten das Tempo hoch. Leider gerät der Roman im letzten Drittel ein wenig aus der Spur, das Erzähltempo spürbar ab und die Auflösung ist zwar konsequent durchkomponiert und gestaltet, hätte aber noch Raum für ein wenig mehr Dramatik und größer gedachte Action geboten. Nichts desto trotz ist Megapolis ein sehr guter SciFi-Thriller, angenehm im Stil und faszinierend in seiner Vision. Eine ausführlichere Version dieser Rezension erscheint in Kürze auf www.geisterspiegel.de
Letzendlich hat es die Menschheit geschafft sich auf der Erde selbst durch einen atomaren Holocaust zu vernichten. Da bleibt nur die Flucht auf den Mars. Dafür erschaffen Forscher die Novaten, künstliche Menschen, die voraus geschickt wurden, um den Mars zu einer Heimat für Menschen auszubauen. Doch dann übernehmen die Novaten die Herrschaft und nur ein paar wenige Menschen leisten Widerstand. Auf sie werden die Jäger angesetzt. Seth ist einer der Besten. Doch als ihm die Anführerin der Menschen Tessa ins Netz geht, behauptet sie er wäre auch ein Mensch und ihr Ehemann. Kann es wahr sein? Wem soll Seth trauen? Wurde er sein Leben lang belogen? Und was hat es mit der Seuche auf sich, die neuerdings unter den Novaten tobt und den Tod so vieler fordert.
Als ich „Megapolis“ entdeckte musste ich es unbedingt haben, denn die Leserunden bei lovelybooks haben aus mir einen großen Thomas Elbel Fan gemacht. „Asylon“ und „Elysion“ habe ich verschlungen. Doch mit diesem Werk tat ich mich schwer. Vielleicht lag es an dem Scifi-Hintergrund, der nicht so ganz meins war. Aber der wird ja aufgelöst durch die viele Action in der Story. Verwirrt war ich durch die Beschreibungen der Stadtviertel auf dem Mars, denn die wurden offensichtlich benannt nach einheimischen Ländern, Städten und Vierteln. Oder wurden sie detailgetreu nachgebaut? So ganz wird das nicht geklärt. Das spannendste war für mich noch die neue Rasse, die Seth Vater eigens zur Rettung seines Sohnes erschaffen hat. Sie haben Eigenschaften von Reptilien und können daher an Wänden hochkrabbeln, nur wenn es kalt wird werden sie ein wenig unbeweglich. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es ein Erstlingswerk ist und ich nun schon die Weiterentwickelte Seite des Herrn Elbels schätzen gelernt habe. Irgendwie wurden ich und die Geschichte halt nicht warm, aber manchmal ist das einfach so.
Ich habe die Story dennoch genossen, auch wenn sie nicht auf die Top 100 meiner Lieblingsbücherliste kommt.
My search for a good sci-fi novel by a German author continues. This one was at least decent. The plot was not spectacular, but good enough to keep me going on for the most part. The style was not as bad as most others. Characters were unfortunately pretty standard fare and not very interesting. At least the protagonists were likable enough and the villains were villanous. Good for a lazy week at the beach, but I'm sure I won't remember much after another year has passed.