Wieder ein netter Roman von Thomas Brussig, der bereits 1991 erschien und sein Debüt war. Dafür ist er eigentlich recht wenig bekannt. Der Roman spielt Ende der 80er Jahre in der DDR, und begleitet Antons letzte Monate vor dem Abitur, in dem es um einen guten Abschluss und anschließendem Studium geht. Dieses wird Anton in seinem gewählten Fach Journalismus verweigert, angeblich aufgrund von Westverwandtschaft. Als er sich daraufhin weigert, ein Ersatzfach auszuwählen, sind sowohl die Eltern als auch die Lehrerschaft und allen voran der Direktor etwas ratlos, was sie mit ihm jetzt machen sollen. Planloses Zeittotschlagen steht jedenfalls in keinem 5-Jahres-Plan, und nachdem dies schon sein älterer Bruder erfolglos praktiziert hat wollen die Eltern dies natürlich nicht auch noch für ihren 2. Sohn. In Anbetracht dessen sind sie allerdings recht unaufgeregt und üben kaum Druck auf Anton aus, was mich doch stark gewundert hat. Ansonsten geht es natürlich auch um junge Liebe, die Anton so nebenbei auch noch sucht. Ein Roman der deutlich macht, welch starken Einfluss politische Umstände auf Schule und Berufswahl hatten in der DDR. Ich selbst habe das nicht mehr erleben müssen, da ich zum Zeitpunkt des Mauerfalls erst 11 Jahre alt war, von daher ist es durchaus interessant im Nachhinein davon zu lesen. Noch dazu wo es zu einer Zeit niedergeschrieben wurde, als die eigenen Erinnerungen des Autors noch relativ frisch waren.
"Genau dieses Buch habe ihm damals gefehlt, als er achtzehn war, deshalb musste er es selbst schreiben." Genau dieses Buch hat mir gefehlt, als ich 18 war!