Die Chroniken der Unterwelt 1-3
Irgendwie kennt man die Rahmenhandlung: Ein armes Waisenkind namens Nando (nicht Sonea, Simon Schneelocke, Harry Potter, Frodo, Kvothe)(wenn man 'th' als einen Konsonanten zählt scheint man auf eine Regel zu stossen: Fantasyhelden müssen einen Namen mit fünf Buchstaben haben! Läuft seit Conan!) ist dazu auserkoren, den Schlimmsten Bösen (nicht Voldemort, Elfenkönig, Sauron, Chandrian), zu vernichten. Er geht dazu in die Schule der Magier, wo Feinde und Lehrer seine Freunde und Kampfgefährten werden (ja, genau, wie Harry, Sonea uvm.). Das kann er nur mit dem Großen Dingsbums, hier ein Zauberschwert (kein Ring), das erst in einer langen und entbehrungsreichen Queste gefunden und zurückerobert werden muss, um dann, wiederum nach einer langen und entbehrungsreichen Queste und in glorreichen Schlachten, eingesetzt wird. Die Guten und die Bösen sind nicht Elfen und Orks, sondern Engel und Dämonen.
Oft genug gelesen, deshalb ein Stern weniger.
Aber auf das WIE kommt es an! Gesa Schwartz erschafft hier eine wunderschöne, zauberhafte, magische Welt, wie ich sie lange nicht mehr gelesen und beim Lesen gesehen habe. Gleißende und frostige Wüsten, Gigantische Flüsse, Höhlen und Grotten, verzauberte und verhexte Städte, ein magisches Rom. Auch die Handlungsträger verhalten sich in keinster Weise archetypisch; manche Dämonen sind liebevoll und ehrenhaft, manche Engel kalte, herzlose Bastarde. Die Hauptpersonen verändern sich, reifen, haben Selbstzweifel, dunkle und helle Charakterzüge. Magie gibt es überall.
Dieses Anderssein in einem eingefahrenen Subgenre macht Die Chroniken der Unterwelt zu einem echten Schmuckstück. Allerdings wird bei Kampfszenen nicht weggeblendet, sondern detailliert beschrieben, was nur den Realismus, die Glaubwürdigkeit, verstärkt. Manchmal nichts für schwache Nerven. Drei absolut lesenswerte Bücher!