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Ellen Olestjerne: Roman

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Evoking a life rich in turbulences, this early 20th-century novel narrates Ellen Olestjerne’s implacable struggle for self-determination. For this young noble woman, freedom is life’s primary principle—in love, in motherhood, in sex, at work. Neither boarding school, nor familial discipline, nor her numerous lovers will be able to restrict that fundamental freedom.

Evocando una vida rica en turbulencias, esta novela de comienzos del siglo XX narra la lucha implacable de Ellen Olestjerne por la autodeterminación. Para esta joven noble la libertad es el primer principio de vida—en el amor, en la maternidad, en el sexo, en el trabajo. Ni los internados, ni la disciplina familiar, ni los numerosos amantes han de coartar esa libertad fundamental.

Paperback

First published January 1, 1903

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Franziska zu Reventlow

73 books11 followers

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Community Reviews

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2 stars
7 (13%)
1 star
4 (7%)
Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Max.
292 reviews559 followers
July 22, 2025
Ein freies Leben um jeden Preis wollte zu Reventlow, hat sich dafür mit ihrer Familie überworfen, als Teil der Schwabinger Boheme ein unstetes und wirtschaftlich prekäres Leben akzeptiert, sich mit Übersetzungstätigkeiten, Romanen und Prostitution über Wasser gehalten.
Ihre Ellen Olestjerne ist ein fiktionales, stilisiertes und zugespitztes Alter Ego.

Lesenswert ist der Roman dafür, was er nicht macht: weder verklärt zu Reventlow ihre Ellen zur moralischen Figur noch erliegt sie der Versuchung, durch stilistische Extravaganz Eindruck zu schinden.
Ihre Geschichte ist über weite Strecken eine sachlich genaue Darstellung des Aufwachsens eines Mädchens im Patriarchat, im zweiten Teil das Bekenntnis zum Lebenspathos, zu Lebenslust fern der Konventionen und angetragenen Pflichten. Der erste Teil hat mich eingenommen, das Bild des Mädchens gelingt vorzüglich. Die zweite Hälfte fällt etwas ab.
Sprachlich wenig originell und oft eine Aneinanderreihung Münchner Künstlermomente, die mir ich plastischer beschrieben gewünscht hätte.
Ganz erstaunlich, was diese Autorin auf sich nahm, um sich entfalten zu können. Erinnerte mich beim Lesen an Lasker-Schüler.
Profile Image for auserlesenes.
381 reviews21 followers
August 8, 2026
Schloss Nevershuus nahe einer kleinen Küstenstadt zum Ende des 19. Jahrhunderts: Ellen Olestjerne wächst auf einem Adelsgut mit ihren Eltern und ihren Geschwistern auf. Doch bereits als kleines Kind eckt sie ständig an, will die ihr auferlegten Zwänge, Einschränkungen und Pflichten nicht akzeptieren. Ihr Streben, künstlerisch tätig zu sein, wird strikt unterbunden. Schon bald wird klar, dass ein Bruch mit ihrer Familie immer wahrscheinlicher wird. Aber was soll dann bloß aus ihr werden?

„Ellen“ ist der Debütroman von Franziska zu Reventlow, der erstmals 1903 unter dem Titel „Ellen Olestjerne. Eine Lebensgeschichte“ erschienen und nun noch einmal neu verlegt worden ist.

Obwohl nicht alle Einzelheiten übernommen werden, trägt der Roman starke autobiografische Züge. In nur leicht verfremdeter Form rückt die Autorin ihr literarisches Alter Ego, Ellen Olestjerne, in den Fokus. Ein mutiger Schritt angesichts ihrer Lebensgeschichte.

Ellen ist eine interessante, eigenwillige und insbesondere für ihre Zeit sehr ungewöhnliche Protagonistin, aber auch eine egozentrische Antiheldin, die nur bedingt als Vorbild taugt. Ihren Gedanken und Gefühlen kommen wir sehr nahe. Gleichwohl fiel es mir schwer, ihr Verhalten komplett zu verstehen.

Die Geschichte zeigt auf, wie eng und unfrei der Alltag der adeligen Menschen, insbesondere der Mädchen und Frauen, damals war und welche erheblichen Folgen damit verbunden waren, sich von den Fesseln entledigen zu wollen. Was passiert, wenn frau sich im Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert nicht in das für sie vorgesehene Schicksal fügt und ihrem Freiheitsdrang nachgibt, wird eindrücklich geschildert. Zudem werden hier sozialer und ökonomischer Abstieg sowie der Werdegang einer sexuellen Revolutionärin und Rebellin dargestellt.

Erzählt wird die Geschichte in chronologischer Reihenfolge und in zwei Teilen, die aus mehreren Kapiteln bestehen. Die Handlung erstreckt sich über rund 20 Jahre: von der frühen Kindheit der Protagonistin bis zur Geburt ihres ersten Kindes im jungen Erwachsenenalter.

Auf den rund 230 Seiten ist die Geschichte erstaunlich kurzweilig und unterhaltsam. Gegen Ende enthält der Roman jedoch mehrere Leerstellen, die nur dank des lesenswerten Nachworts von Kerstin Decker zum Teil gefüllt werden können.

Die Sprache des Romans wirkt erstaunlich modern und ist stilistisch aufgrund der integrierten Briefe und Tagebucheinträge abwechslungsreich gestaltet. Der Text ist bildstark und atmosphärisch, allerdings hin und wieder von pathetisch klingenden Passagen durchzogen.

Die gebundene Reclam-Ausgabe besticht mit ihrer hochwertigen Haptik und in optischer Hinsicht mit dem ansprechenden Covermotiv, einem Gemälde von Cornelis Vreedenburgh aus dem Jahr 1935. Die Entscheidung, den Titel abzuändern, kann ich hingegen leider nicht begrüßen.

Mein Fazit:
„Ellen“ von Franziska zu Reventlow ist ein moderner Klassiker, den ich wegen seiner literarischen Qualität und seines Unterhaltungswertes auch heutzutage noch empfehlen kann. Eine außergewöhnliche und zu wenig beachtete Lektüre!
179 reviews11 followers
August 7, 2026
Ellen Olestjerne wird sich niemals fügen

„Ellen“, ein Roman von Franziska zu Reventlow, neu verlegt 2026 bei Reclam (ursprünglich 1903) und Teil der Klassikerinnen-Reihe, die frau einfach nicht genug feiern kann, ist die Geschichte eines aus ihrer Zeit heraus rebellischen Geistes, die auch heute noch sehr lesenswert ist.

Was für ein Mut muss die Autorin zu ihrer Zeit gehabt haben, um diesen sehr autobiographisch geprägten Roman zu veröffentlichen, in dessen Hauptfigur Ellen ihre Zeitgenossen sehr gut Franziska zu Reventlow erkannt haben werden?
Ellen Olestjerne wächst relativ isoliert und zunächst noch privilegiert auf Schloss Nevershuus auf, mit vielen Geschwistern. Von Anfang an hat sie eine schwierige Beziehung zur Mutter, der Freifrau Anna Juliane, diese schlägt Ellen viel und verhält sich willkürlich, Ellen hat Angst vor ihr. Der Vater hat eine enge Beziehung zu ihrer deutlich älteren Schwester Marianne, die sich fügsam in das Rollenbild der Frau Ende des 19. Jahrhunderts gibt, kümmert sich aber wenig um die anderen Kinder. Ellen passt in dieses Rollenbild der strebsamen Tochter überhaupt nicht hinein, schon früh sucht sie Freiheit und Kunst. Sie kann sich nicht mit Regeln abfinden, sucht heimlich Kontakt zu den Dorfkindern, zieht sogar mit einem Zuchthäusler durch die Gegend, begehrt immer wieder gegen die starren Grenzen auf. Die Eltern versuchen sich an verschiedensten Erziehungsmethoden, um den Freigeist zu brechen, erfolglos, und selbst ein Kompromiss, das Lehrerinnenseminar, scheitert. Ellen findet Liebschaften, aber keine Liebe, sie findet Künstlerkommunen, aber nicht die innere Künstlerin, sie findet ewige Rastlosigkeit, aber keine Zufriedenheit. Ellen bleibt ein Unruhegeist und lebt immer in der Krise, findet nie wirkliches Verständnis.

Reventlow schreibt aufgewühlt und schonungslos: Wie sehr insbesondere künstlerische Frauen und Freigeist kleingehalten wurde und mit welchen Mitteln im letzten Jahrhundert, wurde für mich von Anfang an spürbar. Das merkwürdig aufgeladene Verhältnis zur Mutter, die Scheu vorm Vater, das schlimme Fremdbild, das andere Menschen von Ellen skizzieren, der ewige Kampf um ein gesundes Selbstbild, ein Ich, die Kunst, das freie Leben, aber auch eine große Bindungsstörung (nicht, dass frau sich binden müsste!), das alles ruft noch viel mehr durch die Zeilen als in den anderen Büchern, die ich aus dieser Reihe schon las. Stark, wie Ellen kämpft, auch immer wieder um Glauben, der ihr fast schon logisch nichts bringt, sehr berührend und mitreißend. Die Autorin, die selbst ein vergleichbares Leben lebte, bringt die innere Unruhe perfekt in die Zeilen, es ist ein atemloses Lesen, ein hoher Puls der Unstetigkeit, der durch die Seiten jagt.

Trotz der Form des zumindest partiellen Briefromans hat das Buch für mich einen guten Sog entwickelt, nur am Ende fand ich es geschwätzig und etwas schwülstig, da hat es mich ein bisschen verloren. Wie ich das Ende überhaupt schade fand, auch wenn es autobiographisch korrekt ist, weil hier die Frau einmal mehr erst dann wirklich zu sich und zu einer Ruhe in ihrer Unruhe findet, als sie ihrem Rollenbild in Teilen doch erliegt.

Was mich wirklich begeistert hat, ist wie sehr Fin de Siecle und Jugendstil durch den Roman weht, die Jahrhundertwende, der Vorgriff auf die 20er, es wurde so spürbar! Atmosphärisch stark geschrieben, ich mochte es sehr. Und das, obwohl die Autorin Ellen – und also irgendwie auch sich selbst – nicht unbedingt sympathische Züge gibt, immer wieder verliert man als Lesende doch auch die Geduld mit diesem Wesen. Und dennoch war ich durchweg bewegt. Was für ein Aufruhr muss dieses Buch gewesen sein. Ergänzt wird es mit einem Nachwort, das noch einmal viele Informationen für die historische Einordnung bietet.

Eine großartige Zeitstudie und noch so viele Spuren von ihr heute in der Welt, in der wir gerade erneut einen starken anti-feministischen Backlash erleben. Unbedingt lesenswert.

Ein großes Dankeschön an literarixx.de und Reclam für das Rezensionsexemplar!

704 reviews79 followers
February 24, 2024
Franziska von Reventlow vivió libremente, o al menos lo intentó. Su familia se vinculó al partido nazi desde primera hora pero antes, a primeros de siglo, ella vivió la bohemia de Múnich, militó en el feminismo, era bisexual, se casó y divorció, fue amiga de Rilke y viajó por Europa. Se instaló en Suiza donde sufrió un grave accidente de bicicleta, del que murió. Algo de esto hay en ‘El largo adiós de Ellen Olestjerne’, donde a la joven protagonista se rebela en internados, se enamora de compañeras, convive con artistas, va a clubes de lectura de Ibsen y Nietzsche, experimenta con el poliamor y decide abortar. ¿Una novela de los años 70? No, tiene medio siglo menos.

“- Es una sensación endurecedores pensar en todo lo que no se ha vivido y se deja pasar de largo. Quisiera tener varias vidas paralelas. Así no me importaría que una de ellas fuera trágica y estuviera marcada por la renuncia, con un amor grande y sosegado (ser ‘buena y beata’), ¿comprendes? Pero la otra… Simplemente, tirarse de cabeza y dejar que todo se desplomara encima de una”.

Reventlow o hacer de la vida una obra de arte más interesante que la misma vida.
Profile Image for WildesKopfkino .
1,236 reviews11 followers
July 31, 2026
Zwischen engen Fluren, starren Erwartungen und dem leisen Ruf nach einem eigenen Leben wächst Ellen zu einer jungen Frau heran, die sich nicht länger passend machen lassen will. Ihre Sehnsucht nach Freiheit fühlt sich beim Lesen beinahe körperlich an. Sie glimmt erst vorsichtig, bevor sie sich wie Feuer durch die Seiten frisst.

Besonders berührt hat mich, dass Reventlow Ellens Aufbruch nicht romantisch verklärt. München bedeutet Kunst, Cafés und Bohème, aber ebenso Hunger, Einsamkeit und bittere Abhängigkeiten. Freiheit trägt hier kein glänzendes Kleid. Sie kommt mit leeren Taschen und der schmerzhaften Erkenntnis, dass Selbstbestimmung ihren Preis fordert.

Die Sprache wirkt stellenweise ungewohnt und verlangt Aufmerksamkeit. Manche ruhigen Passagen bremsen das Tempo, lassen Ellens Zerrissenheit dafür aber sehr nah an mich heran. Hinter der feinen Ironie liegt eine Wut, die mehr als hundert Jahre später noch erschreckend lebendig ist.

Ellen ist für mich kein bequemes Buch, sondern ein ehrliches. Es erzählt von einer Frau, die lieber an ihrem eigenen Weg leidet, als in einem fremdbestimmten Leben zu verschwinden. Diese Konsequenz hat mich bewegt und noch lange begleitet.
Profile Image for Anja.
61 reviews1 follower
July 26, 2026
Ein offenbar sehr autobiografischer Roman, was eine inhaltliche Bewertung erschwert. Der erste Teil, die Kindheit der Protagonistin, war interessant und vielversprechend, der zweite Teil war jedoch eine dröge Abfolge gesichtsloser Männer, die ich nicht auseinanderhalten konnte. Das Nachwort hat den Inhalt des Romans dann in Beziehung zum realen Leben von Franziska zu Reventlow gesetzt, was wiederum interessant war. Teil 1 bekommt 3 Sterne, Teil 2 nur 1 Stern, weil unerträglich langweilig, auch stilistisch. Gefühlsduselig von einem Mann zum nächsten zu taumeln mag für die damalige Zeit Ausdruck von Freiheit und Emanzipation gewesen sein, aber sie wirkt dabei unreif und geradezu hilflos, und es gelingt der Autorin nicht, die Männer lebendig werden zu lassen, um ihre Leidenschaft zumindest verständlich zu machen. Die im Verlagstext angekündigte "ironische Eleganz" habe ich jedenfalls vergeblich gesucht.
Profile Image for Scherzo.
468 reviews40 followers
March 1, 2016
No tengo casa en ninguna parte, absolutamente ninguna... y menos allí donde debería tenerla. No puedo vivir con ellos más de medio año, luego tengo que salir de nuevo y mezclarme con gente extraña, entre la que tampoco está mi sitio. Y en ocasiones, cuando son mejores conmigo es cuando más me duele, y las barreras contra las que choco lastimándomeson las mismas en todas partes. Sin embargo también siento que nadie está más preparado que yo para el gozo de la vida... A veces me asusta la bravura que llevo dentro y que pugna por salir hasta vaciarse.

De un lugar a otro, y olvidar el allá en el aquí. Siempre en el camino, sin mirar atraás ni adelante; venerar el azar como si fuera Dios y entregarle ofrendas.

Profile Image for Anne.
37 reviews6 followers
May 9, 2009
Highly autobiographical novel by countess Franziska zu Reventlow, including actual storylines and actual letters poorly "disguised" as fiction. in short: brat tries herself at feminism - or something resembling emancipation. Nice idea, but carried out in a careless fashion. The book is full of jumps concerning the story arc, characters are suddenly dropped and never heard of again, story is mostly pointless. Liked the bit about her at girls' school though. Does not compare to, let's say, English or American contemporaries.
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