Franz Grillparzer: Libussa. "Trauerspiel in funf Aufzugen"
Edition Holzinger. Taschenbuch
Berliner Ausgabe, 2013
Vollstandiger, durchgesehener Neusatz mit einer Biographie des Autors bearbeitet und eingerichtet von Michael Holzinger
Entstanden zwischen 1825 und 1848. Erstdruck: Stuttgart (Cotta) 1872. Urauffuhrung am 21. 1. 1874 in Wien.
Textgrundlage ist die Ausgabe: Franz Grillparzer: Samtliche Werke. Ausgewahlte Briefe, Gesprache, Berichte. Herausgegeben von Peter Frank und Karl Pornbacher, Munchen: Hanser, [1960-1965].
Herausgeber der Reihe: Michael Holzinger
Reihengestaltung: Viktor Harvion
Umschlaggestaltung unter Verwendung des Bildes: Aquarell von Moritz Michael Daffinger, 1827
Franz Seraphicus Grillparzer was an Austrian writer who emerged primarily as a playwright. Because of the identity-creating use of his works, especially after 1945, he is also referred to as the Austrian national poet.
Die Legende von der Gründung der Stadt Prag und die Libussa-Saga werden in Grillparzers Trauerspiel miteinander verbunden. Wie dabei der Übergang von einem mystisch-matriarchalischen zu einem geschichtlich-patriarchalischen Zeitalter die Liebesbeziehung ins Ungleichgewicht führt, ist Teil der finalen Tragödie. Grillparzer stellt Libussas kommunistische Utopie und Primislaus' kapitalistisches Weltbild kontrastiv in Szene und zeigt anhand der Stadtgründung Prags, inwieweit das patriarchale Säkulum der staatlichen Ordnung ein neues Zeitalter der Technik und Wirtschaft einleitet. Libussa und ihre Schwestern werden darin allerdings keinen Platz finden und verschwinden von der Szene. Das Magische und Idyllische finden keinen Platz in dieser Leistungsgesellschaft mehr.