NO RISK - NO FUN. Eines Tages entdeckt Alex diese vier Worte in einer Kölner Kneipe, und fortan glaubt er an sie. Man muß etwas riskieren können, wenn man nicht immer Karussell, sondern lieber Achterbahn fahren möchte. Als er sich dann in die Studentin Esther verliebt, ist es plötzlich da, das Gefühl, unbesiegbar und unsterblich zu sein, jung und stark. Aber während er noch meint, ganz oben zu schweben, saust er schon abwärts ins Chaos der Einsamkeit, von nichts begleitet als Schnoddrigkeit, coolness und Freund Henrys Sprüchen: "Keep on fighting!"
Leider mochte ich dieses Buch gar nicht. Ja, es gibt Stellen, in denen man sich, vielleicht gerade in den Zwanzigern, wieder erkennt. Aber ansonsten fand ich die Hauptfigur sehr narzisstisch und sexistisch und die Handlung verlief meiner Meinung nach etwas ins Leere.
habe es nach mehr als zehn Jahren zum zweiten Mal gelesen. In der Zwischenzeit ging es durch den halben Freundeskreis. Konnte mich an den Inhalt nicht mehr erinnern und war beim erneuten lesen überrascht, dass ich es so positiv in Erinnerung hatte.
Es ist einige Jahre her, seit ich das Debüt von Selim Özdoğan gelesen habe und noch viel länger ist es her, dass es zum Kultbuch aufstieg: 1995. Alex könnte als Protagonist einem Buch von Christian Kracht entsprungen sein, dafür ist er jedoch nicht wohlhabend und hedonistisch genug. Er studiert erfolglos keine Ahnung mehr was, verliebt sich und hat Sex wie ein Macker. Ansonsten steht er irgendwie neben sich. Jedwede Beziehung wirkt porös, es wirkt, er warte auf den Zusammenfall seines ambitionslosen Privatlebens. Es ist verzweifelte Versuch, in den Tag hinein zu leben, ohne dabei erwachsen werden zu müssen. İn einer Szene erzählt Alex, wie ihm als langhaariger Roadie alles piepegal war, selbst das blutige Gesicht nach einer Prügelei. Heute ist er frustriert, oft traurig.
Wie schon erwähnt will Alex ein Macker sein, ist aber einfach nur ein sexist dude mit einer blutjungen Freundin. Generell sind die Frauenfiguren uninspiriert konstruiert. İch bin mir aber nicht ganz sicher, ob mich das stark stört. Das Buch ist eine absolute ONE-MAN-QUARTER-LİFE-CRİSİS-SHOW. Eine ebenbürtige Frauenrolle hätte Alex wahrscheinlich komplett überfordert und die Handlung interessanter gestaltet. Oder auch nicht, weil das eine sehr undankbare Rolle darstellt, die Frauen in Büchern und Filmen erhalten. Esther, seine Freundin, wird ihn verlassen, sich Alex und seiner Alkoholfahne entziehen, unzwar auf ihre Art und Weise
Alex flieht oft "nach vorne", fährt gerne die Nacht hindurch Autobahn. Er versucht, in Momenten richtig zu handeln, die er mit zu verantworten hat, denn, surprise, Alex ist eigentlich ein ziemlicher Arsch. Und trotzdem kreiert Özdoğan einen ziemlich authentischen jungen lost boy Charakter, den man nicht nur erahnt, sondern fühlt, fast schon mit ihm mitfühlt. Der Stil überzeugt mich sehr! Die Leichtigkeit entgleitet immer mehr, egal, wie krampfhaft lange sich Alex auf Hausparties aufhält.
Der Soundtrack zum Buch ist verdammt gut, (Post-)Punk und Grundge wechseln sich mit den heftigsten Indieperlen ab. And yes sir, es gibt eine Spotify Playlist zum Buch (oder ist das gerade Wunschdenken?). Ansonsten, das kann ich mir nicht verkneifen, sind das Buch und die Charaktere sehr weizentoasty weiß. Different times, I guess.
Achja, Alex schreibt Gedichte, nice touch.
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Seine späteren, reiferen Bücher haben mir gut gefallen. Ohne die, hätte ich das hier vermutlich nach wenigen Seiten weggelegt. Ich habe es aber mit der Frage gelesen, wie ein Autor sich entwickelt: Themen, Stil. Es hat Drive, auch wenn ich mittlerweile vermutlich zu alt für die Thematik bin, um mich mehr dafür zu begeistern. Die Hauptfigur hat einen Hang zur Misanthropie, das macht sie interessant, und immerhin: Großartiger Titel!
Klar, das Buch ist schlecht gealtert. Aber ich erkenne mich (zum zweiten Mal schon) als hochemotionaler postpubertierender Mann wieder in diesem Werk. Es ist voll emo und roh, aber irgendwie auch richtig so. Klar verdient es kein Nobelpreis, aber diese klappen 170 Seiten haben mich sowohl glücklich gemacht als auch das Herz gebrochen. Und das ist schon für mich viel wert.
Ich hab dieses Buch in einem Bücherschrank gefunden und dachte, warum nicht?
Ich bin ehrlich geschockt und wollte noch nie so viel weniger über einen Protagonisten wissen.. Mit 14 hätte ich das Buch bestimmt gefeiert, da es alle toxischen Klischees und Plots beinhaltet, die in einer mäßigen Fanfiction nicht fehlen dürfen. Danke für diesen Fiebertraum, ich hätte rückblickend gerne verzichtet.
Im Buch dreht sich alles um den Studenten Alex Blau, der auf erfrischende Art und Weise, über eine gewisse Zeit seines Lebens, seine Freunde und die Beziehung zwischen sich und einer Frau erzählt. An manchen Stellen erinnert das Buch doch stark an High Fidelity - was ich aber nicht als wirklich schlimm empfand -, allerdings ist der Erzählstil von Selim Özdogan im Vergleich zu Nick Hornby ein etwas anderer, einzig die Erwähnung von gewissen Musikplatten und das Einbringen (s)eines Musikgeschmacks ähnelt sich hier sehr stark. Alles in allem auf jeden Fall ein weiteres, sehr empfehlenswertes Buch von diesem Autor!
Wie hat es der Autor geschafft, in meinen Kopf zu schauen? Und in mein Herz? Ich bin etwas schockiert, wie sehr ich mich stellenweise im Ich-Erzähler wiedererkennen konnte. Das Buch hat eine ganz eigene Stimmung. Melancholisch, aufgeputscht, betrübt, euphorisch und manchmal resignierend. Stellenweise war es mir zu sex- und alkohollastig, aber das machen der gute Stil und der an sich sehr in-sich-gekehrte Inhalt wieder wett.