Es geht um Kilian. Kilian ist ein junger Mann. Er ist Nachrichtenredakteur, er ist unverheiratet, doch seit Jahren befreundet mit Sarah. Kilian wohnt in Untermiete bei Frau Abraham. Soweit sind die Verhältnisse überschaubar. Doch die Erzählung beginnt am Montag, an jenem Tag, als Frau Abraham zur Reise aufgebrochen war und Kilian das lange Geplante in die Tat umgesetzt hat: den Selbstmordversuch. Aber das Ende eines vorläufigen Versuchs ist lediglich ein gebrochener Arm.
Leider gibt es nicht viel zu diesem kurzen Buch zu sagen: Ich mochte es, weil es wenige Seiten hat und sehr unaufgeregt und flüssig zu lesen war. Es gibt Anregungen über das Leben nachzudenken und beinhaltet ein paar tolle Zitate. Trotzdem bin ich ein bisschen enttäuscht. Weil es so gut angefangen hatte. Vielversprechend. Dann kam das Ende viel zu schnell und so abrupt. Ähnlich wie in einem Schulaufsatz: So. Zeit ist um. Bitte Stifte weglegen. Wenn ich das mit Jakob der Lügner vergleiche, dann wächst meine Enttäuschung nur noch. Den zähle ich nämlich zu meinen Lieblingsbüchern. Und Aller Welt Freund wird mit drei Sternen nur eine Durchschnittslektüre bleiben. Aber bestimmt nicht der letzte Jurek Becker Roman für mich.
Wieder mal gelingt es Jurek Becker hier, schwere Kost mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit zu behandeln, ohne dass dabei auch nur eine Zeile zu Kitsch gerät. Die Erzählung ist gerade deswegen so lesenswert, weil sie keine der Erwartungen (respektive Befürchtungen) erfüllt, die das Ausgangsszenario schürt.
Wo es keine Antworten gibt, da will sie auch gar keine liefern. Und gerät gerade dadurch zu einem authentischen Einblick in die Seelenwelt eines vom Leben geplagten, der selbst nicht so recht weiß, was genau ihn in diesen Zustand getrieben hat.