Leuchtturmnächte von Debbie Macomber ist der erste Band ihrer Cedar Cove Reihe. Die Reihe umfasst bisher 11 Bände, die aktuell in einer Neuauflage im HarperCollins Verlag erscheinen. Der nächste Band "Gezeitenflüstern" (Bd. 5) erscheint im Juni 2021. Im ersten Band lernen wir das fiktive Küstenstädtchen Cedar Cove und ihre Bewohner kennen. Allen voran begleiten wir 3 Handlungsstränge - Olivia, die Richterin ist und unserer zweiten Protagonistin Cecilia und ihrem Mann Ian die Scheidung verweigert. Außerdem lernen wir Grace - Olivias beste Freundin kennen, die Bibliothekarin ist und mit ihrer Ehe zu hadern hat. Natürlich lesen wir nicht nur von den drei Frauen, sondern erfahren auch mehr über ihre Kinder, (Ehe-)Männer und andere Verwandte bzw. Bekannte kennen.
Positiv aufgefallen ist mir der flüssige Schreibstil, der sich schnell lesen lässt und daher gut geeignet ist, um die Reihe hintereinander zu verschlingen. Im Buch gibt es zu Beginn einen Hinweis, dass der Handlungsort sowie einige der Charaktere auf dem Heimatort der Autorin basieren, wodurch sich die Geschichte für mich noch etwas realer angefühlt hat und der Geschichte auch anzumerken ist. Besonders haben mir aber die drei Frauen gefallen. Olivia, die eine gestandene Frau ist - selbstbewusst und nicht auf einen Mann angewiesen ist. Dennoch tritt ein Mann in ihr Leben und ihr Umgang miteinander war schön zu lesen. Cecilia dagegen ist verheiratet, hat sich jedoch emotional gegenüber ihrem Mann verschlossen und muss nun gezwungenermaßen mit Ian an ihren Problemen arbeiten. Olivias beste Freundin Grace ist unglücklich verheiratet. Ihre Ehe ist festgefahren und in den Alltagsroutinen stecken geblieben. Aber dann kommt es zu einem Ereignis, das ihre Ehe auf den Kopf stellt und Grace hinterfragt ihr Eheleben.
Etwas negativ sind mir die vielen Charaktere aufgefallen, da wir eben nicht nur die drei Frauen kennenlernen, sondern eben auch die Kinder von Olivia und Grace sowie weitere Nebencharaktere. Dadurch war ich mit sehr vielen Namen konfrontiert, die sich erstmal festigen mussten, sodass ich sie direkt zuordnen konnte. Ein weiterer Punkt ist, dass es keinen Charakter gab mit dem ich mich identifizieren konnte. Das liegt natürlich daran, dass ich selber weder verheiratet bin/war noch Kinder habe, aber auch daran, dass das Buch noch eher an eine etwas ältere Leserschaft als ich (28) es bin gerichtet ist. Ein subjektiver Kritikpunkt, der natürlich nicht auf jede*n zutrifft. Der letzte Punkt bezieht sich auf die Entscheidung zweier Nebencharaktere am Ende, die sich mir nicht erschlossen hat bzw. völlig überstürzt daherkam.
Alles in allem ein schöner Roman, der mir leichte Unterhaltung geboten hat und ohne größere Kritikpunkte auskam. Ideal ist dieser Roman sicherlich für Personen, die selbst schon verheiratet sind oder waren und daher noch besser die Entscheidungen und Gefühle der Charakter*innen nachvollziehen können.