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Bodycaught

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Alecs Traum von Liebe und Zuneigung scheint sich zu erfüllen, als er dem attraktiven Adrian Adson begegnet. Doch schnell wird aus dem erotischen Spiel bitterer Ernst. Gefangen wie ein Tier, ist Alec Adrian hilflos ausgeliefert, bis ein Polizeieinsatz ihn und den Polizisten Mike zusammenführt. Mike muss sich bald fragen, ob seine Gefühle für den jungen Mann mehr als nur Beschützerinstinkte sind. Zudem ist Adrian noch immer auf freiem Fuß ... 2. Auflage ohne inhaltliche Veränderung, lediglich neues Cover

598 pages, Kindle Edition

First published October 26, 2013

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About the author

Chris P. Rolls

105 books85 followers
Born in UK, raised in Germany.
I found pleasure in writing very early. My favorite storys are homoerotic novels and gay fantasy.
My books:
"Bruderschaft der Küste" Gay Historical Romance
"Die Anderen" Gay Mystic Fantasy
"Robertos Angebot"
"Pegasuscitar"
"Irgendwie Top"
"Irgendwie Anders"
"Irgendwie Lions Roar"
"Feuersteine"
"Bodyheater"
"Mecklenburger Winter"
"Bodycaught"
"Hard Skin"
"(K)ein Kavaliersdelikt"
"Die Sache mit Jo und Mo"
"Bokeh"

Ratings & Reviews

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Community Reviews

5 stars
40 (52%)
4 stars
22 (28%)
3 stars
10 (13%)
2 stars
2 (2%)
1 star
2 (2%)
Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Tessa Barding.
Author 1 book6 followers
July 24, 2015
Wow, dieses Buch zu bewerten wird nicht ganz einfach. Dass es mir gefallen hat, sieht man auf den ersten Blick an den fünf Sternen, und jetzt liegt es an mir zu erklären, warum ich die Höchstnote vergeben habe.

Ich durfte von einer Bekannten einen Stapel von Chris Rolls‘ Büchern leihen, yippie, und Bodycaught war eben auch dabei. Nach Lesen des Klappentextes und kurzem Reinblättern war ich allerdings nicht sicher, ob ich dieses Buch überhaupt lesen will. Gay for you? Nicht mein bevorzugtes Thema. Kidnapping, Besessenheit, mighty angst? Eher auch nicht. Und was soll das überhaupt im Bereich Gay Romance? Ugh. Buch erstmal nach unten sortiert. Dann bin ich allerdings in einen wahren Rolls-Rausch verfallen und habe in praktisch jeder freien + wachen Minute alles gelesen, was in dem Stapel war bis, ja, bis auf Bodycaught und noch ein weiteres. Im letzten Buch, das jetzt noch vor mir liegt, geht es um zwei Teenager und da schaue ich vielleicht am Wochenende mal rein oder auch nicht, das ist so gar nicht mein Ding.

So. Bodycaught. Und mal wieder war ich angenehm überrascht, wie vielseitig die Autorin doch ist und wie gut sie sich in die verschiedensten Themen einfühlen kann. Gleich zu Anfang: Gay for you ist nicht das zentrale Thema, und Angst-dominiert ist das Buch auch nicht. Sollten diese Tags also jemanden abschrecken – entspannt euch.

Wer mit der Erwartung an tiefenpsychologische Profile und einen ausgereiften Kriminalfall an diesen Roman geht, dürfte allerdings enttäuscht werden und sollte sich lieber anderen Autoren zuwenden, deren Hauptaugenmerk auf diesen Aspekten liegt. Wer Chris P. Rolls kennt, weiß, dass ihre Stärken woanders liegen und sie sich bei ihren Büchern auf die Schilderung von Emotionen und Stimmungen konzentriert, was nicht heißt, dass die Handlung zu kurz kommt und Bodycaught auf Seifenopernniveau daherplätschert. Wer sie noch nicht kennt, sollte die Rezensionen lesen, bevor er sich einen solchen Wälzer einer für ihn (oder sie) unbekannten Autorin zulegt, die sich an diese nicht ganz einfachen Themen heranwagt. Für subtilen Thrill und ausgereifte Krimis greife ich z.B. zu Jussi Adler Olsen, nicht zu Chris P. Rolls.

Mich hat wieder einmal die Charakterentwicklung fasziniert und die bunte, vielschichtige Welt in den Bann gezogen. Dafür hat die Autorin ganz klar ein Händchen, und was für eins! Der unsichere und durch das Erlebnis mit Adrian zutiefst erschütterte Alec, der Schrittchen für Schrittchen seine Welt zurückerobern muss und der einen Rückschlag genau dann erleidet, als er sich endlich wieder ein bisschen sicher fühlt. Der unerschütterliche Mike, der sich und seiner Identität so sicher ist und der sich plötzlich auch Schrittchen für Schrittchen in einer für ihn neuen Welt zurechtfinden muss. Und dann die Nebenfiguren, die doch so viel mehr sind als nur stumme Statisten – Georg und Phil, Tom und Rick. Und natürlich die Stallbesitzerin, deren Name mir peinlicherweise entfallen ist (Linda?) und die in dieser Rezi leider unbenannt bleiben muss, weil ich das Buch gerade nicht zur Hand habe – der ruhende Pol für Alec und auch Tom, die im Hintergrund bleibt und die doch so wichtig für die Heilung beider ist.

Den Kritikpunkt in einigen Rezis – das zu seichte Aufarbeiten des durch Adrian erlittenen Traumas bei Alec wie auch die sexuelle Umorientierung von Mike – kann ich nicht in diesem Maße nachvollziehen. Ja, Alec hat einen Schock erlitten, der ihm zu schaffen macht. Allerdings handelt es sich bei ihm nicht um einen schwerst misshandelten, minderjährigen, unterernährten Kriegsflüchtling, der das Abschlachten seiner Familie miterleben musste und der aus der Heimat vertrieben wurde (um jetzt mal ein ganz übles Beispiel zu bringen). Er ist ein gesunder junger Mann, der sofort umfassende ärztliche und psychologische Hilfe bekommt, die ihn dabei unterstützt, den Heilungsprozess zu beginnen und das Erlebte zu verarbeiten. Damit will ich auf gar keinen Fall das Thema Entführung, Nötigung und psychische und sexuelle Gewalt kleinreden oder verharmlosen. Ich denke aber, dass jeder Mensch anders mit Krisensituationen umgeht, und meine Erfahrungen und Beobachtungen (auch am eigenen Leib) haben mir über die Jahre gezeigt, dass manche Menschen auch schreckliche Dinge sehr pragmatisch angehen und verarbeiten, wenn die Verarbeitung in einem stabilen Umfeld geschehen kann. „Resilience“ nennt sich das wohl. Und Alec springt ja keineswegs wieder locker-flockig durch die Gegend, kaum dass er bei Mike eingezogen ist, er hat durchaus noch zu kämpfen und das wird nicht in Nebensätzen à la „als er wieder zu sich kam“ abgehandelt.

Was Mike angeht, da hatte ich nur ein Problem mit seiner Erkenntnis, dass er wohl doch schwul ist – oder vielleicht bi? Das wird nie so wirklich klar, aber eigentlich ist es auch egal, welchen Aufkleber die Liebe schlussendlich bekommt, solange er sich (und Alec) nicht belügt. Er war immer mit Frauen zusammen, jetzt liebt er Alec. Manche Dinge passieren einfach, ohne dass man sie selbst vollumfänglich erklären kann. Vielleicht war er ja immer bi und hat sein Interesse an Männern nie näher beleuchtet, weil er sich ja auch nicht eben in sehr bunten Kreisen bewegt hat? Wer weiß das schon. Ich fand in diesem Zusammenhang übrigens die kleine Tatsache sehr elegant eingestreut, dass er sich bei aller Liebe zu Alec nicht von ihm toppen lassen konnte, auch wenn er es so sehr wollte. Diesen einen verkrusteten Riegel hat er dann doch noch, und das hat ihn in seiner neuen Rolle für mich glaubhafter gemacht, als wenn er nach Jahren des Hetenlebens plötzlich gay-okay und super flexibel geworden wäre. Vielleicht ändert sich das im Laufe der Jahre noch – wer weiß.

Nein, mein Problem lag nicht in seiner Akzeptanz der neuen „Lebensausrichtung“ (in Ermangelung eines besseren Wortes), sondern mit der seines Umfeldes. Ich finde, das hätte ein klein wenig besser ausgearbeitet werden können. Gerade in einem so männerdominierten Beruf, in dem Männlichkeit und Ehre und Kameradschaft und blah so großgeschrieben werden, dürfte ein plötzlich schwul gewordener Kollege doch sicher auf mehr Schwierigkeiten stoßen als die hier lässig erwähnten. Wenn jemand wie Georg offen schwul ist und nie etwas anderes war, ja, damit kann man sich durchaus arrangieren, weil man es auch nicht anders von ihm kennt. Aber Mike? Eben noch den Mädels auf den Busen geschaut und auf einmal steht er auf Alecs knackigen Hintern? Und das sorgt für nicht mehr Aufruhr als das eine oder andere Abstandhalten? Hm.

Oh, und der Maulwurf? Wow, auf den wäre ich nicht gekommen, das war echt ein Kunstgriff. Es hätte mich allerdings dann doch interessiert, warum der eine Kollege sterben musste, der irgendwie seltsam beleuchtet wird, ohne dass man erfährt, warum – aber vielleicht habe ich auch schlicht was überlesen. Ich nehme mir das Buch eh noch einmal vor, um es in Ruhe zu lesen und um alle Kleinigkeiten aufzunehmen, bin ja übelst durchgehetzt, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht. (Wobei ich im letzten Viertel kurz zwei fluffige Kurzgeschichten einschieben musste, weil ich mich so erschrocken habe und eine kleine Panikpause brauchte.)

Den Schluss bzw. die Auflösung fand ich auch sehr, sehr gelungen. Dramatisch, aber nicht überzogen, ein schöner – nein, das ist das falsche Wort, schön ist etwas anderes, aber ein zufriedenstellender Abschluss, eine runde Sache. Wie gesagt, wir bewegen uns hier im Genre der Gay Romance und hier interessieren mich vielmehr das Leben und die Beziehung von Alec und Mike, nicht die kriminalistischen Details.

Bodycaught gebe ich die Höchstnote, denn ich konnte kaum aufhören zu lesen. Ich musste über die Elefantenhochzeit herzlich lachen, ich habe mit Alec gezittert und mich gemeinsam mit Mike um ihn gesorgt, ich habe die Entwicklung von Tom verfolgt (und würde mir wünschen, dass er ein eigenes Buch bekommt, denn er und Rick sind eine so ungewöhnliche Konstellation, dass ich zu gerne mehr von ihnen wüsste) und ich hatte am Ende kleine Fangirl-Herzchen in den Augen.

Alles richtig gemacht, Ms Rolls. Und ein eigenes Exemplar des Buches habe ich auch schon geordert, damit ich es in aller Ruhe noch mal lesen kann.

Ganz klare Empfehlung!!!
11 reviews2 followers
January 13, 2014
Schon lange vor mir hergeschoben und schließlich in einem Rutsch durchgelesen.
Spannende Mischung aus Love & Crime. Gewohnt guter Standard der Autorin zu einem vernünftigen Preis.
Eindeutige Empfehlung!
12 reviews1 follower
July 31, 2014
Wenn man den 'Klappentext' gelesen hat, beschleicht einen schon auf den ersten Seiten das unangenehme Gefühl, dass Alec da gerade sehr sehr naiv in sein Verderben rennt. (weswegen ich auch andere Reviews zu diesem Buch nicht ernst nehmen kann - wer bei 3% abbricht, und offensichtlich den Klappentext nicht gelesen - das ist keine informierte Meinung über ein Buch^^)

Die Szenen in der Gefangenschaft sind für mich sehr greifbar geschrieben, Alecs Selbstvorwürfe, Adrians Manipulation und Obsession werden packend rüber gebracht. Die Szene als Mike dann Alec rausholt fand ich etwas unübersichtlich geschrieben, da kam für mich nicht so recht das Wendepunkt-Feeling rüber, das ich mir für die Szene gewünscht hätte. Gerade wo die Gefangenschaft schon recht viel Platz einnimmt, hätte ich mir da eine etwas kraftvollere Szene gewünscht.

Danach fand ich den Beginn von Alecs und Mikes Beziehung teilweise etwas schnell, aber auch nicht so, dass es mich wirklich gestört hätte. Ein wenig mehr Bewusstsein auf Mikes Seite hätte da irgendwie gut getan...

Die tiefen Verletzungen, die Alec erlitten hat, werden aber mit viel Feingefühl dargestellt - ebenso wie sein Wille, es nicht sein ganzes Leben bestimmen zu lassen, sondern sich ein selbstbestimmtes Leben zurückzuerobern. Das latente Gefühl, beobachtet zu werden, ohne dass man sich ganz sicher sein kann, ob da wirklich etwas ist, ist auch gut dargestellt.

Das Finale ist dann sehr actionreich, und der Verräter tatsächlich ganz gut getarnt, bis er in Aktion tritt. Die Dramanummer ist am Ende sehr sehr hoch, aber ein BL-Roman darf das :D.

Alles in Allem finde ich das Buch durchaus lesenswert, wobei es wohl nicht so ein Favorit wird wie Hard Skin, das ich erzählerisch irgendwie noch schöner finde. Etwas gestört hat mich letztlich Rick, und Georg und Phil waren mir auch etwas zu übertrieben - Mit den Charakteren konnte ich nicht so viel anfangen. Gerade auch dass Mike seinen Respekt vor der körperlichen Überlegenheit von Phil und Georg nie überwindet, fand ich n bissl merkwürdig. Und auch die scheinbare Leichtigkeit, mit der Mike dann von einem Tag auf den anderen seine Bisexualität so wenig hinterfragend annimmt, fand ich etwas dünn, da hätte man in meinen Augen dem Charakter noch etwas mehr Tiefe geben können. Und gerade Georg als schwulen Kollegen noch gut einbauen, weil er ja eine der wenigen Personen ist, zu denen Mike eben Kontakt hat und die er zum "Schwulsein" fragen könnte.

Alles in Allem: Lesenswert. Kein absolutes must-have, aber definitiv lesenwert.
Profile Image for Aldi.
1,422 reviews105 followers
October 17, 2024
Reread Okt. 24 - Rezension darf gerne so bleiben, ich geb diesmal noch ein Sternchen drauf, weil ich mich einfach gut unterhalten gefühlt habe :D

Wie so oft brauche ich Halbsterne. So um 3.5?

HIER WIRD GESPOILERT.

Plot: Alec, unbedarfter Twink, gerät unversehens in Alptraumsituation, als er von einem Unbekannten mit gefährlichen Obsessionen monatelang eingesperrt und missbraucht wird. Irgendwann folgt die Rettung durch ein Polizeikommando-ex-machina, und Alec macht sich allmählich daran, das Erlebte zu verarbeiten, wobei ihm der Polizist Mike, der ihn befreit hat, unterstützt. Aus Freundschaft wird mehr, allerdings ist Mike nicht schwul (oder? ODER??) und der Entführerpsycho mit Alec noch lange nicht fertig. Cue drama!

(Gleich kleines Gemecker zu Anfang: der Titel? Klingt irgendwie mehr nach Paranormal / Urban Fantasy. Wenn mir auch der vermutlich gemeinte Bezug – der Bestimmung über den eigenen Körper beraubt usw. – schon irgendwo klar ist, passte es nicht so ganz. Aber ok. Titel sind schwer.)

Spannend, interessante Charaktere und - wie von der Autorin gewöhnt - ziemlich kurzweilig geschrieben. Ich hatte halt mal wieder mein bei Romanzen übliches Problem – zuviel Romanze? (lol, ich weiß, ich weiß, was mach ich dann in dem Genre. Die Mischung macht’s aus, und bei zu wie Kuschelsex wird mir leider schnell fad). Ich mochte die Thriller-/Crime-Elemente sehr – also die Entführungsgeschichte selbst, Alecs langen Kampf, danach wieder ein einigermaßen normales Leben auf die Reihe zu kriegen, die immer im Hintergrund schwebende Bedrohung durch Adrian. Die dunkleren Aspekte wurden durchaus gut geschildert, v.a. das realistisch anhaltende PTBS, die Spannung der anhaltenden Verfolgung, der psychologische Hintergrund des Täters usw. Schön miträtseln, wer der Polizei-Maulwurf ist, ließ es sich auch. (Dachte mir schon, dass da ne falsche Fährte gelegt wird – Auflösung war trotzdem sehr gelungen!)

Nach Alecs Befreiung aus der Gefangenschaft wechselte jedoch der Fokus erstmal ziemlich lange (mir zu lange, ehrlich gesagt) auf die sich anbahnende Liebesgeschichte mit dem Rettercop und Mikes Verwirrung bezüglich seines plötzlichen Schwulseins. Ich mochte zwar die beiden sehr gerne und es war auch jede Menge Chemie da, trotzdem hat mich der Teil bisweilen ein wenig gelangweilt. Irgendwie war mir die ganze Beziehungskiste einerseits zu fluffig und andererseits zu fake-angst-belastet, zumal der „Konflikt“ sich so schwerlastig um Mikes sexuelle Orientierung drehte. Angesichts der Umstände ihrer Begegnung hätte ich mir eigentlich gewünscht, dass auf andere mögliche Problemfaktoren eingegangen wird: z. B. fand ich seltsam, dass es weder Mike noch Alec oder sonstwem (vor allem Mikes Kollegen?) mal in den Kopf kam, dass es vom Professionellen her und auch sonst problematisch sein könnte, wenn ein Polizist eine Beziehung mit dem Opfer eines Verbrechens eingeht, in dem besagter Polizist selbst ermittelt, vor allem, wenn der Fall noch mitten im Laufen ist. Ganz zu schweigen davon, wie ratsam oder gesund es für einen 20-jährigen, von einer mehrmonatigen, höchst traumatischen Gefangenschaft als Opfer eines psychopathischen Sexualverbrechers mal abgesehen völlig unerfahrenen Jungen sein kann, sich unmittelbarst nach besagtem Traumaerlebnis Hals über Kopf in eine neue Beziehung mit dem wortwörtlichst ersten Typen zu stürzen, den er nach seiner Gefangenschaft sieht (von den gar nicht so subtilen Parallen zwischen Entführer und Retter [Beschützerfimmel, Besitzanspruch, Abhängigkeitsverhältnis usw.] mal ganz abgesehen – klar ist es bei Mike ernsthaft lieb gemeint, aber hin und wieder glitt es für mich doch ins Bedenkliche über). Daran schien sich ebenfalls niemand zu stoßen, nicht mal Alecs Therapeut, worauf ich mich dann doch nicht wirklich einlassen konnte – das wäre so viel gutes Konfliktpotenzial gewesen.

Stattdessen schmachtet Alec mit sehnsüchtigem Hundeblick seinem Retter nach, während Mike ausschließlich in ewiger Wiederholungstour dieselben „Huch, ich bin doch nicht schwul!“-Gedanken wälzt, aber auch nur so der Form halber, denn ein reales Problem scheint er dann auch nicht wirklich zu haben, zumindest lässt er sich sehr, sehr schnell auf alles ein, macht früh Versprechen auf immer und ist sehr bald bereit sich zu outen (und in seinem Job nimmt es auch jeder ziemlich unkommentiert hin – gerade bei der Polizei?? Hmmmm). Einerseits ist die gegenseitige Anziehung also von der ersten Sekunde da, womit ich noch gut leben könnte, aber andererseits wird diese „oh nein, meine Männlichkeit!“-Tour dann doch über ein paar hundert Seiten langgezogen wie Kaugummi, während gleichzeitig aber schon der reinste Fluff herrscht und eh überall rose Herzchen rumfliegen und die beiden 4EVAH & EVAH zusammenbleiben wollen etc. Irgendwie passte mir da das Konflikt-Glück-Verhältnis nicht recht, vor allem weil es ja wirklich jede Menge realistischere Konfliktmöglichkeiten gegeben hätte.

Ok, genug gemeckert, es gab auch jede Menge Sachen, die ich toll fand – ich mochte vor allem sehr, dass auf Alecs Verarbeitung des Erlebten wirklich realistisch und einfühlsam eingegangen wurde, und auch die daran beteiligten Nebenfiguren (vor allem Tom und Linda, überhaupt das ganze Setting mit der Pferdetherapie) mochte ich sehr. Interessant fand ich auch die Parallelen zu Rolls‘ anderem Roman „Irgendwie anders,“ da doch die Ausgangssituationen (schwuler Newbie versucht holprig, erste Erfahrungen zu machen, gerät an gutaussehenden dunklen Traumtyp – und dann?) fast identisch waren, aber mit sehr, sehr anderem Ausgang. Mir gefiel die Parallele bzw. der Kontrast, wie arg unterschiedlich sich so eine Situation entwickeln könnte – im einen Fall wird es mit einigen Verwicklungen und viel Glückshormonen die große Liebe, im anderen ein gewalttätiger Psycho-Horror, und es gibt einen Punkt, wo aus Sicht der betroffenen Figur die jeweils andere Entwicklung möglich scheint (in Irgendwie anders, als Tim kurzzeitig einen gewaltsamen Übergriff von dem ihm total unbekannten One-Night-Stand befürchtet; in Bodycaught, als Alec meint, in den Zärtlichkeiten des ihm total unbekannten One-Night-Stands echte Gefühle zu entdecken). Ob das geplant war oder nicht (keine Ahnung, was zuerst kam?), interessant ist es allemal.

Was das breite Spektrum an schwulen Nebenfiguren angeht, wurde einerseits zwar schon jedes Klischée bemüht, andererseits aber mit hinreichend Augenzwinkern, dass es schon wieder amüsant und liebenswert rüberkam. Außerdem fand ich es eigentlich ganz schön, von Twinks über Bears und Ex-Stricher bis hin zu Drag Queens und selbstbewussten Paradiesvögeln (Ricky <3) jede Menge Vielfalt vertreten zu haben – immerhin befassen sich doch ziemlich viele Werke aus dem Genre heutzutage bedauerlich exklusiv mit sehr angepassten Mainstream-Charakteren. (Zwar verständlich, dass man Stereotypen vermeiden will, aber man kann’s auch untertreiben.)

Das Finale war sehr actionreich und spannend und ließ in Sachen Nervenkitzel kaum was zu wünschen übrig – auch schön, dass Alec, wenn auch auf extreme Weise, sich letztlich Adrian auf eigene Faust entzogen hat anstatt mal wieder gerettet werden zu müssen (ok, musste er trotzdem, aber immerhin war’s ne selbstbestimmte Handlung).

Ansonsten war Rolls‘ Schreibstil unterhaltend und humorvoll wie immer, und es war schön, mal ein längeres Werk von ihr zu lesen (trotz meiner Vorbehalte, was die inhaltliche Verteilung anging).
Immer wieder gerne.
Profile Image for Angela Redl Angel Creepy Bücherwürmchen .
151 reviews5 followers
January 24, 2022
Mein zweites Highlight 2019

Zehn Daumen HOCH! Wow, was für eine Fahrt durch diese Story.
Für Alec wird Liebe zur reinsten Hölle (welche, sage ich nicht … ätsch, selbst lesen), trotz allem auch zu dem, was er sich gewünscht und erträumt hat (wundervoll)*seufz*.
Der Satz - unverhofft kommt oft - trifft auf Mike sowas von zu, denn er lernt, auf sein Herz zuhören, auch wenn der Kopf ihm etwas anderes sagt.
Boah, was habe ich telepathisch auf Mike eingewirkt.
Was soll ich sagen, es hat gewirkt. Nur meinetwegen versteht sich. *fg*
Beide lernen die andere Seite ihrer Medaillen kennen und es geschieht, was kommen muss.
Mike hat einen süßen Rivalen, Tom. Ein junger Mann mit einer Zunge, scharf wie eine Klinge, allerdings unterliegen seine Gedanken einer Geschwindigkeitsbegrenzung. Das Herz trägt er am rechten Fleck, wenn er Menschen an sich ran lässt.
Tom, Alec und Mike durften Ricky, Phil, Georg sowie Linda kennenlernen, jeder Einzelne brachte eine Konstante in ihr Leben. Freundschaften, die Mike sich nie hätte vorstellen können, sogar mit Diashow und allem, was dazugehört.
Die Autorin hat Gefühle sowie mega Spannung bis zum Schluss eingearbeitet und verwoben, mit Wendungen, die mich echt überrascht haben.
Phil war genial, ein Hulk und doch so ein Knuddel.
Was fürs Herz, auch um Popcornbestände zu vernichten, zum Lachen und mitleiden.
Ein echt tolles Buch!!!
1.000%ige Leseempfehlung.
51 reviews
May 3, 2025
Dieses Buch war ein pures auf und ab. Der Anfang war sehr stark, emotional und aufwühlend.
Dann allerdings wurde es recht zäh und langweilig, sodass ich es tatsächlich fast 1 Jahr pausiert habe und nicht gedacht hätte, dass mich die Lust auf das Buch nochmal packt.
Das Ende hingegen hat wieder an Fahrt aufgenommen und war super spannend.

Mike war ein Charakter, mit dem ich nicht warm wurde.
Seine erste Reaktion auf Alec war einfach unfassbar schlimm. Auch sofort dieses sexuelle und "ach wie heiß der Kerl doch ist." Das hat sich auch echt das Buch durchgezogen. Mochte ich überhaupt nicht. Wäre viel schöner und realistischer gewesen, hätten sich die Gefühle langsam aufgebaut.

Auch immer diese Aussagen "die Hete ist jetzt schwul." Nein, warum?! Man ist doch nicht heute hetero, morgen schwul und dann wieder hetero? Mike hat spät erkannt, dass er bi ist.
Fand tatsächlich realistisch, wie sehr Mike anfänglich doch mit sich gekämpft hat und recht gut dargestellt.
Mike war allgemein ein Charakter, mit dem ich nicht viel anfangen konnte. Er hat mir alles zu sehr sexualisiert.

Alec war ein Traum. Ihn mochte ich sehr und fand ihn charakterlich sehr stark. Auch, dass er sich durch sein erlebtes Trauma nicht verstecken wollte.

Alles in allem ein solides Buch. 100 Seiten weniger hätten es aber auch getan. Oft gab es Wortwiederholungen. Oder unnötige Szenen, die die Handlung nicht unbedingt voran gebracht haben.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Verena Rank.
Author 12 books5 followers
June 21, 2018
Ich bin etwas hin- und her gerissen. Einerseits ist die Handlung stimmig und die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet. Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich gut lesen. Aber der Spannungsbogen baut sich erst ganz am Ende des Buches auf ... nach vielen Seiten, auf denen nicht viel passiert, das die Handlung vorantreibt. Hier hätte dem Buch gut getan, unwichtige Stellen herauszukürzen und die Spannung schneller aufzubauen. Ich muss zugeben, dass ich - gerade in der Mitte einiges überflogen habe. Dennoch lässt einen die Geschichte nicht los und ich bin froh, sie gelesen zu haben. Die Autorin versteht es, lebendige Bilder im Kopf entstehen zu lassen, die witzig, traurig, erschreckend und einfach nur schön sein können.
1 review2 followers
August 24, 2020
Einfach ein Spannendes, Emotionales und auch Sexy Buch!
Die Protagonisten sind glaubwürdig und die Geschichte ist einfach Klasse erzählt!
Ich bin ein großer Fan von Chris.P.Rolls und versvhlinge jedes Buch begierig!
Profile Image for Yvonne.
30 reviews
August 19, 2022
Ein Wahnsinns Buch! Ich konnte es nicht mehr weglegen, sehr spannend und mitreisend.
Profile Image for Jennys Bücherkiste.
823 reviews28 followers
February 16, 2017
Rezension:
Der Einstieg in das Buch ist mir wirklich schwer gefallen. Das liegt hauptsächlich, wenn nicht sogar ausschließlich, an der Perspektive, aus der erzählt wird. Zu Beginn ist der Erzähler der 20jährige Alec, der zum ersten Mal in seinem Leben einen Schwulenclub besucht. Normalerweise mag ich es, wenn nicht alle Männer in einer Geschichte steinhart und eiskalt sind, aber Alec ist so schrecklich naiv und weinerlich, dass ich seine Perspektive sehr gewöhnungsbedürftig fand. Gegen Ende bin ich doch noch warm mit ihm geworden, auch wenn ich nach wie vor lieber in Mikes Kopf gesteckt habe. Nichtsdestotrotz hat mich der Anfang des Buches daher nicht sonderlich fesseln können.

Nach diesen Anfangsschwierigkeiten hat das Buch dafür umso mehr Emotionen wecken können – besonders negative. Selten habe ich beim Lesen einer Geschichte einen so tiefen Hass für einen Charakter empfunden. Aber Adrian toppt alle anderen Bösewichte. Er hat mich so aggressiv gemacht, dass ich Mike nur für seine Professionalität bewundern kann, mit der er einen kühlen Kopf bewahrt, denn ich bin mir sicher, dass ich Adrian schon bei unserer ersten Begegnung gnadenlos erschossen hätte. Gleichzeitig hat mich das aber auch wahnsinnig gemacht. So gerne wollte ich auf Adrian einschlagen und ihn windelweich prügeln, aber letztlich hatte ich ja nur das Buch in der Hand und Mike wollte meinen Anweisungen einfach nicht folgen. Da gilt mein ganzer Respekt der Autorin, die die Charaktere gut unter Kontrolle hat und sie und sich nicht gehen lässt.
Eine Szene, die mir (leider?) mit besonderer Intensität hängen geblieben ist, spielt sich gegen Ende der Geschichte ab. Alles steuert auf den Höhepunkt zu und die Handlung wird immer dramatischer, sodass Herzrasen ohnehin vorprogrammiert ist. Mitten in diesen Szenen gibt es dann einen Moment, in dem sich Alec notgedrungen selbst den Daumen bricht. In diesem Augenblick ist mir wirklich richtiggehend übel geworden. Ich bin sicher, in dieser Geschichte kann jeder Leser eine Szene finden, die ihn persönlich an seine Grenze bringt.

Doch obwohl es viele gewaltreiche Szenen, schockierende Momente und traumatische Erlebnisse gibt, hat die Autorin diese Themen sehr sensibel angefasst. Besonders dem psychischen Zustand der Charaktere sind sehr viele Seiten gewidmet. Jede Gewalterfahrung hinterlässt Spuren und beschert den Charakteren Angst und Albträume. Manchmal befinden sie sich am Rand des Nervenzusammenbruchs oder schon darüber hinaus. Kein Ereignis, kein Tag zieht einfach an ihnen vorbei. Das hat mir sehr gut gefallen, denn sexuelle Gewalt und Freiheitsberaubung sind keine leichten Themen, die nebenbei passieren. Alles wird, teilweise mit psychologischer Hilfe, ordentlich und sorgfältig aufgearbeitet. Außerdem sind die meisten Dinge so gut recherchiert, dass nicht ein einziges Mal der Eindruck entsteht, dass die Autorin leichtfertig mit dem Thema umgeht.

Fazit:
Dieses Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven, aber dafür umso authentischer. Es gibt gewaltreiche und verstörende Szenen, doch jedes Mal wird dem psychischen Zustand der Charaktere ausreichend Platz eingeräumt, um einen sensiblen Umgang mit den Themen sexuelle Gewalt und Freiheitsberaubung zu sichern. Die Geschichte weckt eine ganze Menge Emotionen, besonders beim immer dramatischer werdenden Finale. Einzig der Beginn des Buches hat mir nicht gefallen, weil ich eine ganze Weile gebraucht habe, um mit dem unglaublich weinerlichen und naiven Protagonisten Alec warm zu werden. Insgesamt gibt es daher für „Bodycaught“ vier Schreibfedern von mir.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews

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