Die Überblicksarbeit versucht"den Sozialismus"als breiteres historisches beziehungsweise gesellschaftliches Phänomen zu begreifen. Ein thematischer und zeitlicher Bogen wird gespannt, der zunächst unter anderem von den Formen und Mythen des"Urkommunismus"über sozial motivierte"Ketzerbewegungen"des Mittelalters bis zur Industrialisierung reicht. Ein umfangreicher Teil widmet sich dann Karl Marx, seinen Vorgängern und Widersachern, anarchosyndikalistischen Strömungen, der Sozialdemokratie, dem Staats- und"Realsozialismus"sowie etwaigen historischen Alternativen und neuen Modellen der"postsowjetischen Ära".
Das Buch bietet neben dem gut gelungenen Geschichtsdurchlauf und den ausführlichen Literaturangaben leider wenig Gutes. Die Ideen wurden nebenbei zwar ganz gut ausgeführt (wobei Marx' Ideen etwas eindimensional dargestellt wurden - entgegen der bewegten Rezeptionsgeschichte), die letzten Kapitel nach der Geschichte schaffen es allerdings kaum über einem essayistischen Plauderton hinaus zu einer ernstzunehmenden kritischen Würdigung zu gelangen. Außerdem kann man der Darstellung eine tendenziöse Färbung leicht entnehmen, wenn z.B. über Cuba nur Schlechtes gesagt und die überaus bekannte Sozialdemokratie Schwedens einfach verschwiegen wird. Ziemlich viel Platz geht drauf für zusammenfassende Resümees, deren Sinn sich mir bei dem sowieso schon sehr knapp gehaltenen Buch nicht erschließt.