Kurzer Auszug a.d. viel längeren Rezension m. Links u. Hintergründen i. m. Blog:
Blixen-Biografin Linda Donelson (1943 – 2012) hat keine Wikipedia-Seite und schrieb offenbar nur dieses eine Buch. Donelson lebte ein gutes Jahr im kenianischen Ngong, also in der Gegend von Tania Blixen. Donelson schreibt weitgehend nur über Blixens afrikanische Jahre, jedes Kapitel ist mit einer Jahreszahl überschrieben. Blixens frühe Jahre, Vorfahren und ihre nachafrikanische Zeit (rund 31 Jahre) beschreibt Donelson nur sehr gerafft (Tania Blixen, 1885 – 1962, ist auch als Karen Blixen und Isak Dinesen bekannt; sie lebte von 1914 bis 1931 in Afrika).
Donelson lebte um 1978 in Kenia und besuchte das Blixen-Haus öfter mit Freunden. Sie saß gern auf Blixens berühmtem Mühlstein auf der Terrasse. Die Ärztin Donelson beschreibt Gesundheit und Medikamente ihrer Hauptfiguren so genau wie möglich und kümmert sich auch ums Sexuelle im übertragenden und wörtlichen Sinn ("the rifles were erotic symbols", S. 30; "Bror… satisfied her physical needs", S. 102; "Denys… willing to satisfy her longings", S. 215; "like many women at age forty-one, Karen was at the height of her sexual interest", S. 246).
Donelson arbeitet Blixens afrikanische Jahre fast zu akribisch ab und klingt gelegentlich zu protokollartig – zumal das ewige Löwen-Abknallen –, manchmal aber auch wie eine Livereportage ("As she walked up the gangway she struggled with the leash of a large Scottish deerhound…", S. 1). Sie zieht viele schnelle, vielleicht allzuschnelle Verbindungen zwischen Blixens späteren, nichtafrikanischen Erzählungen und Blixens Leben in Afrika. Auf den Film Jenseits von Afrika und weitere Blixen-Biografien geht Donelson kaum ein.