Ich hatte echt große Hoffnungen an das Buch, ich dachte das wird voll mit schönen Naturbeschreibungen sein und eine emotionale Liebesgeschichte haben. Schöne Beschreibungen gab es zwar hier und da, aber es hat sich längst nicht so sehr durch das ganze Buch durchgezogen, wie ich gehofft hatte. Stattdessen lag der Fokus hauptsächlich darauf, wie sehr Mo sein Studium hasst und es eigentlich abbrechen will, was ich als Hauptthema eines Buches jetzt nicht wirklich interessant finde. Ich hätte es wesentlich mehr gemocht, wenn wirklich die Liebesgeschichte selbst, und einfach den Sommer in diesem Wald zu erleben, der Fokus gewesen wären, aber das alles hat sich ein bisschen in den Hintergrund gedrängt angefühlt.
Auch fand ich die generelle Atmosphäre der Geschichte ziemlich traurig. Und zwar nicht schön traurig, wie ich gehofft hatte, sondern einfach nur deprimierend traurig, da konnte eigentlich gar
keine schöne Sommer- und Liebesgeschichte mehr durchblitzen.
Außerdem hat sich Mo so sehr wie eine weibliche Protagonistin gelesen, ich war ab und zu geschockt wenn ich mich wieder daran erinnert habe, dass er eigentlich ein Mann sein sollte. Auch wie die Romanze gehabdhabt war hat sich für mich gar nicht authentisch für queere Männer angefühlt, ich denke dasselbe Buch mit einer lesbischen Beziehung hätte wesentlich mehr Sinn gemacht. Auch fand ich, dass sich die Charaktere in vielen Situationen jünger lasen, als sie sein sollten, was auch die Zielgruppe von dem Buch ziemlich unklar gemacht hat, weil wie ein Buch für Erwachsene kam es mir eigentlich nicht vor, dabei sollte der Protagonist 23 sein.
Ich fand die Gefühle zwischen Abel und Mo nicht so ganz glaubwürdig, ich habe das ganze Buch lang nie mehr als Freundschaft zwischen ihnen gesehen, was wahrscheinlich vor allem daran lag, dass die ganze Entwicklung derer Beziehung einfach zu übereilt war. Auch insgesamt hätte die Geschichte noch wesentlich mehr ausgebaut sein können, und von den Charakteren war auch keiner besonders gut entwickelt.
Viele der Konversationen lasen sich wie eine Therapiestunde, was extrem nervtötend war, und dabei gab es so viele unterschwellige Messages die ich gar nicht gut fand.
Insgesamt las sich das Ganze wie ein Buch für junge Frauen, die 2020/21 zu viel Zeit allein zu Hause mit ihren Gedanken und auf sozialen Medien verbracht haben. Der zweite Teil davon wäre ja ok als Zielgruppe, und ich könnte sagen, es war eben einfach kein Buch für mich, aber dass so viele Bücher über queere Männer sich für Frauen geschrieben anfühlen habe ich einfach total satt.