Endlich beginnt für die vierzehnjährige Evi Heinrich das erste Jahr in der Elementer-Schule Purlunas. Nach einem Jahrzehnt der Flucht kehrt sie zurück nach Heilquell – eine der letzten freien Städte der Elementerwelt. Schnell stößt sie auf immer mehr Geheimnisse: Warum verbieten ihre Mutter und Großmutter, über ihren Vater zu sprechen? Wieso gibt es nur zwölf Schüler pro Jahrgang auf Purlunas? Zeitgleich übermannen Evi Astralprojektionen und ziehen sie in eine vergessene Zeit, in welcher sie den Fluch des letzten Rosacallum entdeckt. Dieser könnte die Jagd des tyrannischen Weltherrschers Gideon auf sie beenden oder ihn dazu veranlassen, sie erst recht zu töten …
Zum sehr farbenfrohen Cover muss ich, denke ich, nicht viel sagen, da es ja jeder hier auf dieser Seite selbst ansehen kann. Nur eins: Auf den ersten Blick wusste ich nicht so ganz, was mir das Cover sagen sollte – was ja an sich weder eine gute noch eine schlechte Sache ist! Im Laufe der Geschichte wurden dann aber viele kleine Details nach und nach klar, was ich sehr schön fand.
Mir haben Evis Erlebnisse in Purlunas und Heilquell gut gefallen. Cathrin Kühl hat hier mit sehr viel Liebe zum Detail eine Welt erschaffen, die der unseren sehr ähnlich und dann aber doch ganz anders ist. Es ist eine Welt, in der auch sehr viel Potential für weitere Geschichten außerhalb des „Efiversums“ steckt.
Die Geschwindigkeit in der sich die Geschichte entwickelt, fand ich sehr angenehm. Ich hatte kein Problem, mich in die Personen hineinzuversetzen und mitzuerleben was ihnen passiert oder mitzufühlen wie es ihnen geht. Gerade das letzte Drittel hätte man aber noch etwas ausweiten können. Da war dann alles relativ schnell gelöst und vorbei.
Die Darstellung der Charaktere hat mir auch gut gefallen. Sie sind mit viel Liebe und Geduld gezeichnet, haben alle ihre Eigenarten und Besonderheiten, Dinge die einem sofort ans Herz wachsen – und Dinge, bei denen man sie am liebsten einmal kurz schütteln und fragen möchte, was um alles in der Welt sie sich denn jetzt bitte dabei gedacht haben.
Was ich sehr schade finde ist, dass der Schreibstil und die Wortwahl leider häufig holprig und ab und zu etwas unklar sind. Das hat für mich den Spaß an der Geschichte leider von Zeit zu Zeit getrübt, da ich aus dem Lesefluss herausgerissen wurde. Von ihrer Kurzgeschichte „Yggdrasils Quelle“ in der Anthologie „Yggdrasil der Weltenbaum“ weiß ich, dass sie viel mehr kann als sie hier gezeigt hat. Ob es am Genre, dem Lektorat oder einfach nur an mir liegt, kann ich aber nicht sagen.
Alles in allem hat mir das Buch gefallen und ich bin auf jeden Fall auf den zweiten Band gespannt.
Danke an Cathrin Kühl, die mir das Buch angeboten und auch zugeschickt hat. Dazu gab es ein wirklich tolles Poster mit zwei Seiten, so konnte ich mich entscheiden, welche Seite besser zu mir passt. Auch gibt es passend zum Buch ein Interview, in welchem die Protagonistin ein wenig über ihre Autorin plaudert - hier entlang!
Aber fangen wir mal beim Cover an. Dieses Jugendbuch kommt mit einem schönen Cover daher. Wobei ich sagen muss, das Cover an sich hätte ruhig etwas dunkler wirken dürfen. Wie beispielsweise der Aufdruck auf dem Poster. Aber zu diesem Zeitpunkt wusste ich das ja noch nicht. Der Klappentext verrät da schon mehr, lässt aber irgendwie auch den Eindruck offen, dass es zwar spannend und turbulent wird, aber auch, dass es angenehm zu lesen sein wird.
Mit Evi Heinrich lernen wir auch die Protagonistin der Geschichte kennen. Die 14jährige (die im Verlauf dann 15 wird) ist die Perspektivträgerin. Zumindest die meiste Zeit. Das kommt dann eben auf die Kapitel an, aber durcheinander kommt man nicht. Ihr zur Seite gestellt ist Noah Heinrich, ihr älterer Bruder, der leider, trotz, dass er stets da ist, einfach etwas blass bleibt. Nike Kater ist hier schon sehr viel präsenter, was mich sehr freut. Die eigentliche Erzfeindin, die sich rasend schnell zur besten Freundin entpuppt. Und ich bin noch immer der Meinung, jeder sollte eine Nike (oder in meinem Fall, eine NikA) haben ;) Christopher-Rune ist ebenfalls ein großer Liebling von mir. Er ist sehr viel deutlicher dargestellt, als Evis Bruder! Und ganz unter uns, dieser Name ist wirklich toll!
Daneben lernen wir noch die Mutter Hanna und Oma Ida kennen. Aber es gibt auch noch die Falotti, Kunterbunt und Medikus Onkel.
Dem gegenüber steht Gideon Stein. Quasi die Verkörperung von »Pinky and the Brain«. Weltherrschaft usw. Und dafür geht er natürlich über Leichen. Lewi ist sein Handlanger.
Kommen wir also zur Sprache. Was mir direkt auffiel, war die ausschmückende Beschreibung, wie ich sie bei Fantasy-Romanen oft sehe. Andererseits wieder, manchmal etwas zu ausschmückend. Ich habe mich phasenweise recht erschlagen gefühlt, was Personenbeschreibungen betrifft. An einer Stelle hatte ich bei 5 Buchseiten eine Personenbeschreibung von drei unterschiedlichen Charakteren. Am Ende wusste ich leider gar nicht mehr genau, welches Aussehen nun zu wem gehörte. Das fand ich etwas schade, denn das hat mich doch sehr ausgebremst. Szenen jedoch, in denen Action erzeugt werden sollte, kamen gut rüber. Lebendig und plausibel.
Fazit: Die ersten Seiten fielen mir wirklich sehr schwer, das muss ich offen gestehen. Irgendwie wollte bei mir nichts wirklich zusammenpassen. Auf der einen Seite, bekomme ich eine Welt erklärt, die unserer nicht ganz unähnlich ist, schließlich handelt es ja von Menschen und Elementern, auf der anderen Seite prallen regelrecht Welten aufeinander, was die Namensgebung betraf. Bodenständige Heinrichs treffen auf Falottis oder Onkel Medikus. Es dauerte seine Zeit, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Ebenso die bildliche, blumige Sprache. Ab Mitte des Buchs hatte ich das Gefühl, dass die Autorin nun den Dreh gefunden hatte, ihren Rhythmus gefunden hatte und das Buch insgesamt stimmiger und rasanter wurde, was mir wirklich Spaß bereitet hat. Jedoch muss ich auch hier gestehen, war ich etwas verwirrt. Zum einen reagierten die Personen meiner Meinung nach phasenweise etwas unreif, etwas einfach, dem Gegenüber standen dann aber beispielsweise Szenen wie
(ACHTUNG SPOILER) Die Reise Evis in das Leichenmeer. Das, gepaart mit der deutlichen Beschreibung – zum Beispiel das tote Baby – daran musste selbst ich als Erwachsene ziemlich knabbern. (SPOILER ENDE)
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte nicht sicher war, für welches Alter sie nun konzipiert war. Aber, kommen wir nun zum Lob! Jawohl. Als die Geschichte an Fahrt gewann, konnte und wollte ich es nicht mehr weglegen. Es las sich stimmig, ließ keine Fragen offen (außer vielleicht, wieso Falotti zu solch Furie wurde ;)), aber die Auflösung an sich, gefiel mir sehr. Auch, dass am Ende dann wieder der Bezug zu diesem fiesen »Stein« aufgebaut wurde. Selbst wenn ich nicht gewusst hätte, dass Purlunas ein Mehrteiler sein soll, so hätte ich es spätestens am Ende gemerkt. Die Autorin kam zum Ende hin einfach auf den Punkt, ohne große Umschweife, ohne Verstrickungen und diese Geradlinigkeit fand ich passend und gut. Das Ende macht Lust darauf, auch den zweiten Band zu lesen, um zu erfahren, was denn nun aus den ganzen, lieb gewonnen Charakteren wird. Und wie sich die Welt an sich noch entwickelt. Alles in allem ein tolles Buch, vielleicht mit ein paar Startschwierigkeiten, aber dafür umso gelungenerem Ende.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Zum Buch: „Purlunas – Der letzte Fluch“ von Cathrin Kühl ist ein Fantasybuch, das am 31.10.2013 im Wölfchen Verlag erschienen ist. Zu beziehen z.B. hier: http://www.amazon.de/o/ASIN/394340646...
Klappentext: Endlich beginnt für die vierzehnjährige Evi Heinrich das erste Jahr in der Elementer-Schule Purlunas. Nach einem Jahrzehnt der Flucht kehrt sie zurück nach Heilquell – eine der letzten freien Städte der Elementerwelt. Schnell stößt sie auf immer mehr Geheimnisse: Warum verbieten ihre Mutter und Großmutter, über ihren Vater zu sprechen? Wieso gibt es nur zwölf Schüler pro Jahrgang auf Purlunas? Zeitgleich übermannen Evi Astralprojektionen und ziehen sie in eine vergessene Zeit, in welcher sie den Fluch des letzten Rosacallum entdeckt. Dieser könnte die Jagd des tyrannischen Weltherrschers Gideon auf sie beenden oder ihn dazu veranlassen, sie erst recht zu töten ...
Die Story: Nach Jahren der Flucht kehrt Evi mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Noah zurück nach Heilquell, um dort zur Schule zu gehen. Purlunas ist die letzte freie Schule, die nicht unter der Herrschaft des Weltherrschers steht, doch es scheint einige Rätsel um die Schule zu geben. Gemeinsam mit ihren Freunden gelingt es Evi, die Rätsel zu lösen, doch damit sind die Gefahren noch nicht gebannt…
Schreibstil, Perspektiven, Aufbau: Die Story ist in der dritten Form verfasst und in drei Episoden unterteilt, die aus insgesamt 35 Kapiteln bestehen.
Covergestaltung: Das Cover zeigt die Zeichnung eines seltsam geformten grauen Gebäudes, über dem ein bunt dampfender Kessel zu schweben scheint. Rund um das Gebäude sind grüne Wiesen und Wald, darüber ein blauer Himmel. Im Bereich des Himmels stehen Titel des Buches und Autorenname.
Zum Autor: Cathrin Kühl wurde 1985 im hohen Norden Deutschlands geboren und ist dort immer noch zuhause. Nach dem Abitur 2005 studierte sie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, widmete sich ab 2007 jedoch ganz dem Schreiben. Sie absolvierte ein Fernstudium mit dem Thema "Professionell Schreiben", welches sie mit der Note 1 abschloss. Seit ihrem zehnten Lebensjahr führt sie Tagebuch, schreibt Gedichte und Kurzgeschichten, seit 2007 auch Fantasyromane für Jugendliche. Inzwischen arbeitet sie auch als Lektorin und Herausgeberin bei Kleinverlagen. (Quelle: www.lovelybooks.de)
Meine Meinung: Dieser Fantasyroman hat mich von Anfang an verzaubert. Durch den flüssigen Schreibstil konnte ich mich gleich hervorragend in die Geschichte hineinversetzen und war regelrecht in den Geschehnissen gefangen. Die Erlebnisse von Evi und ihren Freunden sind sowohl spannend, als auch unterhaltsam, und trotz des Fantasy-Gehaltes ist die Story doch sehr nah am normalen Leben orientiert, so dass man sich in Heilquell wohl fühlt, als sei es die eigene Stadt. Die Spannung, die zu Beginn der Story erzeugt wird, steigert sich im Verlauf der Geschichte immer mehr, so dass ich beim Lesen bis zuletzt gefesselt war und eigentlich traurig war, als ich die letzte Seite erreicht hatte… Von mir gibt es 5 Sterne.
Cover: Das Cover ist farbenfroh und passend zum Inhalt gestaltet. Es hat mich sofort angesprochen. Dem Leser wird erst am Ende der Geschichte klar sein, warum man dieses Titelbild ausgewählt hat.
Inhalt: Evi Heinrich 14 Jahre alt, ist mit ihrer Mutter Hanna und ihrem Bruder auf der Flucht. Nirgends können sie lange bleiben. Ihre Mutter ist übervorsichtig und fast schon Paranoid. Endlich erreichen sie Heilquell, eine der letzten freien Städte. Doch sie wird bewacht. Leidflüsterer versperren ihnen den Zugang. Evi die nicht einmal einen Wasserball zustande bekommt, will was tun. Hanna ruft noch nach ihr, aber es ist zu spät. Noah, Hanna und Evi kämpfen jeder mit seinen Mitteln. Sie schaffen es und gelangen hinter den Schutzschild der Heilquell schützt.
Sie hetzen durch die Straßen und stehen plötzlich vor einer Ruine. Doch es ist nicht das was es scheint. Die Eingeweihten sehen nicht die Ruine, sondern etwas anderes. Die Ruine ist nämlich bewohnt…doch von wem werde ich euch nicht verraten.
Der erste Tag auf Purlunas ihrer Schule, um die es in der Geschichte hauptsächlich geht, ist aufregend. Neue Lehrer, Mitschüler die man erst mal kennen lernen muss und die ersten Schmetterlinge im Bauch.
Nike ihr Zwillingsbruder Chris, Noah und Evi sollen ab sofort gemeinsam den Weg zur Schule gehen. Das ist auf Purlunas so.
Evi beginnt sich nach einiger Zeit für die Geschichte Purlunas zu interessieren. Aber weder in Aufzeichnungen, Büchern noch Zeitungen ist etwas zu finden. Das macht sie stutzig. Sie beginnt nachzuforschen und was sie entdeckt stellt alles andere in den Schatten.
Der erste Moment Als ich das Buch bekam, mit einer ganz besonderen Widmung von der Autorin selbst, begann ich sofort zu lesen. Eins jedoch wurde mir schnell klar.
Warnung!…Warnung!
Das Buch „Purlunas – Der letzte Fluch“ von Cathrin Kühl ist gefährlich! Wenn ihr es in die Hand nehmt und die ersten Zeilen lest, könnte es das Letzte sein was ihr tut. Zumindest für diesen Tag!
Fazit: Absolutes Suchtpotential! Man(n) bzw. Frau will und kann es nicht mehr aus der Hand legen! :D
Ja so erlebte ich das Buch.
Nun nachdem ich der Sucht nachgegeben habe, bin ich mehr als begeistert! Aber auch super traurig. Warum? Weil ich gern weiter gelesen hätte.
„Purlunas – Der letzte Fluch“
ist eine gut durchdachte, sehr realistisch aber dabei doch phantasievolle Geschichte. Ich könnte mir gut vorstellen, das ich irgendwo hinter dem nächsten Wald oder hinter einem alten Tor die Stadt „Heilquell“ entdecke und Evi, Chris, Noah, Nike, Elena und Sandra über die Straßen schlendern sehe.
Absolute Leseempfehlung von mir!!
Ich wünsche mir von Herzen, von der Autorin Cathrin Kühl ganz viele weitere Geschichte rund um Heilquell und die mir so liebgewonnene Charakteren.
Für das Vergnügen das mir das Lesen bereitet hat und die wirklich wunderbar ideenreiche Geschichte vergebe ich heute:
Rezension: Zwar kann ich mich nicht daran erinnern, schon einmal ein Buch über Elementer gelesen zu haben, aber auch verglichen mit anderen übernatürlichen Fähigkeiten, sind Cathrin Kühls Ideen sehr innovativ. Die Schüler der Schule Purlunas lernen neben Telekinese und Telepathie auch, fünf verschiedene Elemente zu beherrschen: Erde, Feuer, Wasser, Luft und Geist. Doch das tun sie nicht, indem sie den Kern ihrer Kraft finden und nutzen. Stattdessen wird jedes Element durch eine unterschiedliche Emotion ausgelöst. Wasser beispielsweise entsteht durch Angst, Feuer dagegen durch Aufregung. Die Elementer müssen sich in diese Gefühle hineinsteigern, sodass sie nicht zwingend jedes Element gleich gut beherrschen. Es sorgt auch für spannende Szenen, denn nicht in jedem Moment hat ein Elementer die passende Emotion zur Hand. Und selbst wenn, heißt es noch lange nicht, dass die Emotionen nicht überschäumen können.
Eine weitere Fähigkeit, die in der Welt der Elementer auftritt, sind die sogenannten Astralprojektionen. Nicht jeder Elementer besitzt diese Gabe, in der der Geist aus dem Körper in eine andere Zeit und an einem anderen Ort gezogen wird. Angeblich sind diese Astralprojektionen, von denen sowohl Evi als auch ihre Mutter Hanna heimgesucht werden, nicht kontrollierbar. Sie übermannen Evi in den ungünstigsten Situationen und führen sie an Orte, die sie niemals sehen wollte. Ihre Reisen quer durch die Zeit helfen Evi dabei, ihre Neugier zu befriedigen und ein uraltes Geheimnis zu lüften. Ganz geschickt hat die Autorin dies schon am Anfang eingebracht, sodass der Leser einen undeutlichen Ausblick auf Geschehnisse bekommt, die möglicherweise noch in der Zukunft geschehen.
Doch nicht nur die tatsächliche Handlung baut Spannung in der Geschichte auf, sondern auch die Konstruktion der Charaktere. Chris, ein Mitschüler von Evi, ist mir beispielsweise sehr sympathisch und ich habe mit ihm gefiebert, ob er mit seinen Schwärmereien für Evi eine Chance hat. Dagegen ist Sandra, die eine Stufe über Evi ist, von vorne bis hinten unsympathisch. Doch wie das Leben so spielt, sind Evi und ihre Freunde doch einmal auf Sandras Hilfe angewiesen und die ganze Zeit habe ich auf den Moment gewartet, in dem sie ihnen schadenfroh in den Rücken fällt. Auch die Lehrerinnen bereiten mir immer wieder Kopfzerbrechen. Zu Beginn sind sie sehr sympathisch, doch plötzlich wird eine zur wilden Furie, während die andere auf einmal mit dem tyrannischen Weltenherrscher per du ist. Die überraschenden Wechsel im Verhalten verschiedener Personen haben mich wirklich paranoid gemacht, sodass ich mir nicht mehr sicher bin, welche Charaktere auf der guten Seite stehen und welche nicht.
Besonders aufgefallen ist mir, dass die Autorin über das ganze Buch hinweg sehr auf Authentizität geachtet hat. Evi ist mir ihren 14 Jahren keine starke, kluge, unerschrockene Heldin. Auch sie muss manchmal Niederlagen einstecken, braucht Hilfe von ihren Freunden oder kommt nur wegen ihres Überlebensinstinkts davon. Sie besitzt auch nicht die Weitsicht einer Erwachsenen, sondern geht nur die Dinge an, die sie vor der Nase hat. Nachdem sie beispielsweise den Fluch entdeckt hat, der über Purlunas liegt, möchte sie ihn gerne brechen. Dass das nicht nur einen gebrochenen Fluch, sondern auch weitreichende Konsequenzen für die Schule und die benachbarte Stadt Heilquell nach sich ziehen würde, realisiert sie überhaupt nicht. Das alles macht Evi Heinrich zu einer sehr angenehmen Protagonistin.
Nichtsdestotrotz sind mir auch einige Punkte negativ aufgefallen. Unter anderem ist es ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, dass es nur zwölf Schüler pro Jahrgang in Purlunas gibt. Diese Tatsache geht allerdings in der Geschichte vollkommen unter, bis es explizit angesprochen und gleich auch eine Begründung dafür geliefert wird. Wer von der Begrenzung der Schülerzahl also nicht aus dem Klappentext weiß, der bekommt das Rätsel zeitgleich mit der Lösung präsentiert – nicht optimal für die Spannung.
Am meisten störe ich mich aber noch immer am Ende der Geschichte. Das ist zum Teil die Schuld der Autorin, weil die Szene einfach mittendrin abbricht. Der zweite Teil der Reihe wird eine ganze Menge Aufklärungsarbeit leisten müssen, so viele offene Handlungsstränge wie es noch gibt. Zum größeren Teil ist das wohl aber Ungeschicktheit des Verlags, gepaart mit meiner Angewohnheit, Überschriften nicht zu lesen. Das letzte Kapitel endet 30 Seiten vor Ende des Buches ganz unten auf der linken Seite, worauf auf der rechten Seite direkt die Danksagung folgt. Da ich Überschriften eigentlich nie lese, bin ich von der Geschichte direkt in die Danksagung gerasselt und habe so tatsächlich das Ende der Geschichte verpasst. Ich konnte ja aber auch nicht ahnen, dass der Verlag ganze 30 Seiten Leseproben und Vorstellungen anderer Bücher ans Ende heftet...
Fazit: Das Buch ist an vielen Stellen so spannend, dass ich durch die Seiten geflogen bin und dann zurückblättern musste, um meine Notizen zu machen. Die eigentliche Handlung trägt dazu ebenso bei wie die Konstruktion der vielseitigen, undurchsichtigen Charaktere. Unter anderem dadurch regt das Buch sehr zum Nachdenken an, da es viel Platz für eigene Theorien und Vermutungen bietet. Besonders geeignet ist das Buch wohl für Leser, die viel auf Authentizität achten, denn diese steht hier ganz hoch im Kurs. Als einziger Kritikpunkt bleibt anzumerken, dass das Ende der Geschichte so plötzlich kommt, dass ich es verpasst habe. Insgesamt ist „Purlunas – Der letzte Fluch“ aber deutlich mit Herzblut geschrieben und bekommt daher vier Schreibfedern.