„Witch & Wizard“ entstand als Zusammenarbeit von James Patterson und Gabrielle Charbonnet, die Zeichnungen stammen von Svetlana Chmakova.
James Petterson ist manchen vielleicht ein Begriff. Amerikanischer Krimiautor, 63 Bücher auf der New-York-Times-Bestsellerliste, übersetzt in 38 Sprachen. Darunter gibt es die Jugendbücher „Witch & Wizard“, deren Geschichte die Grundlage dieses Mangas bilden. Leider wurden die Bücher (noch) nicht ins Deutsche übersetzt.
Erzählstimme des Mangas ist Wisty. Die ersten sechs Seiten sind in Farbe und stellen eine Art Jetzt-Zeit dar, in der man ihre Familie auf dem Galgen stehen sieht, das Seil bereits um den Hals. Das Ganze auf dem Spielfeld eines großen Stadions, die Bühnen gefüllt mit einer schaulustigen Bevölkerung.
Von hier aus rollt Whisty ihre Geschichte auf:
Mitten in der Nacht werden die Geschwister Wisteria und Whit Allgood brutal aus dem Schlaf gerissen. Sie landen in einem Gefängnis, da sie angeblich magische Kräfte besitzen, von denen sie selbst bis dato nichts wussten. Schnell stellt sich heraus, dass sie diese Fähigkeiten haben, da Whisty mit ihren rotem Lockenkopf als Panikreaktion auf die Entführung in Flammen aufgeht.
Drahtzieher ist die neue Regierungsorganisation, genannt die "Neue Ordnung". Ein totalitäres System mit einem fanatischen Diktator an der Spitze, der eine Welle der Hexenverfolgung in Gang bringt. Minderjährige Hexen und Hexer landen in einem Gefängnis, in welchem sie für Experimente missbraucht werden.
Aus diesem gilt es für die Geschwister auszubrechen und für Freiheit zu kämpfen.
Verrat, Denunziation, Paranoia und öffentlichen Hinrichtungen bzw. Hexenverbrennungen im großen Stil als Unterhaltung erinnern an bekannte historische Ereignisse aus dem letzten, wie vergangenen Jahrhunderten.
Die Figuren sind durch die Gestaltung ihres Äußeren leicht zu unterscheiden, man wird im Lesefluss nicht dadurch gestört, dass man erst mal genau überlegen muss, um wen es sich in den einzelnen Zeichnungen handelt. Die Zeichnungen sind klar und passen zu einem „Jugendbuch-Manga“
Einziges Manko ist, dass die Mimik zu oft ins Komische abrutscht, wie dies im japanischen Vorbild gern als Stilmittel benutzt wird. Große Augen, offene Münder, zu Berge stehende Haare. Dies soll zum Schmunzeln anregen. Ist aber nicht sehr passend, angesichts dessen, dass die beiden Geschwister vorm Richter stehen, der sie zum Tode verurteilt. Natürlich ist eine Schockreaktion verständlich, in dieser übertriebenen Darstellung wird der Ernst der Situation jedoch ins Lächerliche gezogen und erschwert es dem Leser sich adäquat in Geschichte und Figuren einzuleben.
Verwirrend für alle Manga-Fans ist eventuell die europäische Leserichtung, von links nach rechts und für unsere Verhältnisse normal von vorne nach hinten.
FAZIT: Eine gelungene Umsetz, dessen Geschichte auch Nicht-Manga-Leser fesseln wird. Ein starker Hauptcharakter und die Freude auf die Fortsetzung, lassen uns diesen Manga mit mehr als nur einem ruhigen Gewissen weiterempfehlen.