Was eine unglaubliche Geschichte – und sie ist wahr.
Während des 2. Weltkriegs ist der deutsche Soldat Helmut in Norwegen stationiert. Durch Zufall lernt er die Norwegerin Lillian kennen – und verliebt sich sehr schnell in sie. Die beiden werden ein Paar, was eine brenzlige Angelegenheit ist: der feindliche Soldat, der das Land besetzt, und das norwegische Mädchen. Doch das ist nicht das einzige Geheimnis, das die beiden verheimlichen müssen. Aller Unwidrigkeiten zum Trotz wollen sie zusammen bleiben. Sechs lange Jahre kämpfen die beiden sowohl um ihre Liebe als auch um ihre körperliche Unversehrtheit.
Die Geschichte von Helmut und Lillian sowie deren Familien hat mich tief berührt. Es ist eine Geschichte von unglaublicher Beharrlichkeit, Ausdauer und Loyalität, aber auch Schmerz und Verlust. Sehr spannend sind die zwischenmenschlichen Momente zwischen Deutschen und Norweger*innen (von feindselig über angespannt und zaghaft-freundlich bis hin zu freundschaftlich) sowie die verschiedenen Fremden, die Lillian auf ihrem Weg unerwarteterweise helfen.
Vor allem ist dieses Buch ein Zeugnis dessen, was während des 2. Weltkriegs in Norwegen stattgefunden hat. Die Lektüre schmerzt, aber sie ist unerlässlich und ich empfehle sie jedem und jeder Deutschen, denn ich vermute, vielen ist gar nicht bewusst, was damals auch in Norwegen angerichtet wurde.
Leider hat mir die Aufbereitung nicht ganz so gut gefallen. Die Zitate aus Briefen, historischen Büchern und Zeitungen sowie die abgedruckten Fotos fand ich sehr spannend. Die Zeitsprünge waren allerdings mehr als ungeschickt, vor allem zu Beginn des Buchs. Von 2009 geht es nach 1942, dann 1939, dann sind wir plötzlich im Jahr 1940, dann 1960, dann 1940, 2010 und so weiter – teilweise wird nach 4 Seiten schon wieder die Zeit gewechselt. Das ist nicht nur anstrengend, sondern auch verwirrend. Zum Glück wurde es nach einiger Zeit besser.
Eine wichtige Geschichte, in der aller Schwierigkeiten und Unwahrscheinlichkeiten zum Trotz die Liebe gesiegt hat, und die dennoch schmerzt. Während das Buch einen Teil der vielen, vielen Grausamkeiten der Deutschen während des 2. Weltkriegs aufzeigt, macht es auch deutlich, dass nicht alles Schwarz und Weiß ist – wäre es doch nur so einfach. Ich trauere um all die Menschen, denen die unbeschreiblichsten Dinge angetan wurden, und wünsche mir, dass so etwas nie wieder passiert.
Leseempfehlung ⭐