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Waldheimat

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"Für einen Bauersmenschen ist er zu kleber (schwächlich), wird halt ein Pfarrer oder ein Schneider müssen werden." Das war der Schluß der Beratung, die eines Abends in der ärmlichen Stube auf dem Kluppeneggerhof im steirischen Alpl bei Krieglach abgehalten wurde. Der Bauernbub, um dessen Zukunft es damals ging, war Peter Rosegger, der ein großer Volksdichter wurde. Als kritischer Denker und zeitloser Erzähler, der das enge Lebensumfeld seines Geburtshauses--die Waldheimat--populär gemacht hat, fand er weltweit Ruhm und Anerkennung.

Wie kaum einen anderen deutschsprachigen Schriftsteller haben ihn seine Kindheitserinnerungen geprägt. Bezeichnenderweise trägt der Band, in dem er über die Erlebnisse des Waldbauernbuben zwischen 1848 und 1870 berichtet, den Titel "Waldheimat." Was er da von Freud und Leid des bloßfüßigen Hüterbuben, der er einst war, erzählt, von Talgründen und Waldwinkeln rund um den väterlichen Hof, gehört sicherlich zum
Beständigsten und Lebendigsten in Roseggers Werk. Wie klein und unbedeutend war oft das, wovon er berichtet, wie groß war dennoch seine Welt! Wie hart war das Leben der Eltern, die um den Bestand des Kluppeneggerhofes ringen mußten, wie hart auch für den aufgeweckten Waldbauernbuben. Mit blaugefrorenen Fingern holte er für einen Gulden die "Christagsfreude" vom Kaufmann in Langenwang und meinte rückblickend über diese Zeit: "Wie war ich so reich damals, als ich arm war!"

Und reich war er in jenen fernen Kindertagen, als er sich seine eigene Welt schuf, "weil die ganze schöne Welt anderen gehörte." Er war ein Schwärmer, der sich beim Viehhüten in phantasievolle Träumereien verlor, ein Bub, der Steinchen schleuderte, um damit die goldenen Abendwölkchen zu treffen, der für die Drachenbinderin das Testament mit einem Kohlenstück auf das Brett eines alten Schrankes schrieb und der am Sterbelager des armen Meisensepp lernte, was recht leben und recht sterben heißt. Rührend und erfrischend ist jede einzelne
dieser kleinen Geschichten und Erzählungen, von denen Rosegger einst hoffte, daß sie dem Leser "vielleicht ein wenig kühle Waldluft und schuldlose Kindesfrohheit" bringen mögen.

378 pages, Kindle Edition

First published January 1, 1877

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About the author

Peter Rosegger

975 books6 followers
Peter Rosegger was an Austrian poet from the province of Styria. He was a son of a farmer and grew up in the forests and fields. Rosegger went on to become a most productive poet and author as well as an insightful teacher and visionary. In his later years, he was honoured by officials from various Austrian universities and the city of Graz. He was nearly awarded the Nobel Prize in 1913.
Most of his works are set in the rural areas of Styria, which he knew best, and are concerned with the social and political changes of the time. His poetry ranges from romantic to political.

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Profile Image for Julia Hörmayer.
260 reviews52 followers
October 21, 2016
Wir haben eigentlich nur extrem wenige Geschichten gelesen, weil einige nur so eine mini-Ausgabe hatten. Ich hab eigentlich Band eins und zwei, das Buch ist ziemlich dick, aber keine Intention weiterzulesen. Wie erwartet, war das Buch schrecklich. Mir war klar, dass ich Bücher aus der Epoche des Naturalismus nicht mögen würde, ich verstehe noch immer nicht, wieso wir dieses Buch lesen mussten, es ist nicht so, also hätten wir sonderlich viel dabei gelernt oder als wäre das jetzt unbedingt notwendig gewesen. Aber ok, jetzt weiß ich, mit welchen Büchern ich mich nicht mehr näher befassen werde.
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