Wie an warmen Tagen, oder eben diese Hundstagen, schleppt sich der Roman von Walter Kempowski dahin. Etwa die Hälfte des Buches habe ich benötigt, um in einen Lesefluss zu gelangen, um die Geschichte amüsant zu finden. Doch leider bleibt auch so am Ende eine gewisse Leere zurück, die Geschichte verpufft in dem Nichts, aus dem sie gekommen ist. Schade eigentlich, denn Kempowski weiß seine Sätze wunderbar auszuformulieren und versetzt den Geschehnissen immer wieder eine gehörige Portion Sarkasmus.
Eine gewisse Grundkomik liegt dem Alltag und den Tätigkeiten des Schrifstellers Alexander Sowtschick, welcher bei "Hundstage" die Hauptrolle innehält, zugrunde, gewisse Details lösten aber zugleich unangenehme Gefühle aus. Möchte sich der Herr nun an den jungen Mädchen vergreifen? Trägt er wirklich die nationalsozialistische Vergangenheit mit Stolz in seinem Lebenslauf herum? Facetten, die nicht nur diese Figur lebensnah gestalten und besonders in den Dialogszenen für Vergnügen sorgt. Trotzdem bleibt am Ende nicht mehr übrig, als ein lauwarmer Wind.