Ich fand die Idee zu „Böser Traum“ wirklich interessant: Zwei Freundinnen inszenieren eine Entführung, weil ihre Eltern sie trennen wollen, doch dann hat die eine Freundin einen Unfall und die andere wartet vergeblich in ihrem Gefängnis, ohne Wasser und ohne Essen. Ich mochte Emilia und Charlotta sehr gern und fand auch die Atmosphäre sowie das Setting toll (besonders das verlassene Haus, in dessen Keller Charlottas Gefängnis war). Was mir besonders gefiel, war, dass das Buch aus allen möglichen Perspektiven erzählt wurde, so zum Beispiel auch aus der der Eltern oder der Ätzte und Krankenschwestern, wodurch man alles mitbekam, als Emilia im Krankenhaus lag und Charlotta eingesperrt war. Nach etwas mehr als der Hälfte entwickelte sich das Buch jedoch in eine Richtung, die mir persönlich nicht ganz zusagte. (SPOILER) Ich hätte mir einfach gewünscht, dass der Pfleger Julius nicht so viel Raum in der Geschichte eingenommen und nicht versucht hätte, Emilia zu töten und Charlotta mit ins Ausland zu nehmen, um mit ihr ein neues Leben zu beginnen. Außerdem fand ich die Side-Story über Tim und David, die sich Charlotta in ihrem Gefängnis ausgedacht hatte, irgendwie merkwürdig, vor allem, da sie irgendwann einfach nicht mehr vorkamen. Eigentlich sollten sie ja für die Differenzen zwischen ihr und Emilia stehen, denke ich, aber auch darauf wurde am Ende kaum noch eingegangen. (SPOILER ENDE) Generell kam das Ende dann ein bisschen plötzlich und war für meinen Geschmack zu kurz geraten.